Finanzkrise trifft auch afrikanische Pay-TV-Plattform GTV

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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London, Großbritannien – Der Programmveranstalter Gateway Broadcast Services hat GTV, seine Pay-TV-Plattform für die schwarzafrikanischen Länder, die mit hochwertigen TV-Programmen für einen bezahlbaren Abo-Preis warb, wegen wirtschaftlichen Engpässen eingestellt.

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Wie „Broadband TV News“ berichtet, sollte GTV ursprünglich den Kampf mit dem führenden Pay-TV-Betreiber Multichoice aufnehmen, um dessen Vormachtstellung auf dem afrikanischen Markt zu brechen. In einer Erklärung ließ Gateway mitteilen, dass aufgrund der momentanen globalen Finanzkrise eine Weiterfinanzierung des Pay-TV-Dienstes nicht mehr sicher gestellt werden könne.

Zwar hatte zuvor Canal Plus mit einem möglichen Kauf geliebäugelt und letzten Dezember ein Anfangsgebot abgegeben, doch letztlich sah die französische Pay-TV-Gruppe doch von einem Geschäft ab.
 
Die Markteinführung der Pay-TV-Plattform GTV fand im Juni 2007 statt und wurde im Ku-Band-Bereich des Afrika-Beams auf dem Broadcast-Satelliten Eutelsat W3A (7 Grad Ost) eingespeist. Die Programme gelangen über einen Uplink des Eutelsat Teleports Rambouillet in der Nähe von Paris zum W3A-Satelliten und wurden in zwölf französischsprachige Länder einschließlich der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun und Elfenbeinküste übertragen.
 
Vor allem die von GTV geführte aggressive Preispolitik und dazugehörige PR-Kampagnen hatten Multichoice zu einer Neupositionierung mit neuen Niedrig-Preis-Paketen genötigt.
 
GTV gab unterdessen bekannt, insgesamt 200 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investiert zu haben, erst im vergangenen September kamen weitere35 Millionen US-Dollar hinzu. Ein Großteil der Investitionen floss in Fußball-Rechte, allein ein Vertrag mit der Uganda Football Association kostete die Plattform 500 000 US-Dollar. Daneben sicherte sich GTV die Rechte an einer Übertragung der englischen Premier League.
 
Im vergangenen Monat hatte sich zudem die skandinavische Mediengruppe Kinnevik aus der Plattform zurückgezogen und ihre Anteile für 23,6 Millionen US-Dollar (17,36 Millionen Euro) verkauft. [cg]

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  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com
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