„Kathrein war der Branche immer voraus“ [Nachruf]

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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Ein Nachruf zum Tod von Prof. Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein, dem Firmeninhaber des gleichnamigen Rosenheimer Antennenherstellers von Stefan Hofmeir, Mitherausgeber des Auerbach Verlags.

Anton Kathrein ist in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von nur 61 Jahren verstorben. Nähere Informationen über die Todesursache sind noch nicht bekannt. Nicht nur die Antennenbranche verliert mit ihm einen Vordenker, der der Branche immer in vielen Bereichen voraus war. Ich erinnere mich gerne an seine lebhaften und stets spannenden Erzählungen, wie er gerade wieder Mittel- und Südamerika mit Sendeantennen ausgestattet hat oder wie er in Rumänien die Nachwuchsausbildung fördert.

Kathrein war Diplom-Betriebswirt, Kommerzialrat und Professor Dr. Dr. h.c. und ein stets gut gelaunter und geselliger Mensch, der sich in vielen Bereichen engagierte. Der persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafter der Kathrein-Werke war zudem auch Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern, Vizepräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Vorsitzender der Landesstelle Bayern im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) und Vizepräsident des deutschen ZVEI. In seiner Heimatstadt Rosenheim engagierte er sich als Stadtrat sowie als dritter Bürgermeister. Auch dem Motorsport war er sehr verbunden. Wenn es seine stets knappe Zeit es zuließ, fuhr er das ein oder andere Rennen auch selbst.

Anton Kathrein „junior“, wie er sich gerne selbst bezeichnete, wurde am 11. Januar 1951 geboren und musste 1972 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Anton sen. von heute auf morgen im Alter von 21 Jahren das Unternehmen noch während seines Studiums übernehmen. Er konnte den jährlichen Umsatz von 51 Millionen DM (1972) auf geschätzte über 1,135 Milliarden Euro (2010) steigern. Die Kathrein-Firmengruppe beschäftigt aktuell ca. 6.600 Mitarbeiter in 62 rechtlich selbstständigen bzw. durch Anton Kathrein verbundenen Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften.
 
Als wir ihm im Frühsommer den Leserpreis für den besten HD-Plus-Receiver überreichten, erzählte er uns noch, dass sein Sohn Anton („bei uns heißen alle Anton“) sein Elektrotechnik-Studium erfolgreich beendet hat und nun Schritt für Schritt in das Unternehmen einsteigen werde. In ein paar Jahren wollte sich Anton Kathrein dann zurückziehen. Mit dem Tod des Vaters wird nun der neue „Junior“ ähnlich Hals-über-Kopf ins Unternehmen einsteigen müssen wie der in der Nacht verstorbene, als 1972 sein Vater überraschend verstarb.

„Lieber Toni, wir werden Dich vermissen. Denn in der immer globaler und anonymer werdenden Branche gibt es kaum noch Persönlichkeiten so wie Du es warst. Jemand, der sich auch außerhalb seines Unternehmens engagiert. Nicht von ungefähr sind viele Deiner Mitarbeiter 30 Jahre und mehr in Deinen Unternehmen tätig. Ich bin mir sicher, dass es Dir im Himmel nicht langweilig wird. Auch dort braucht man endlich einmal gescheite Antennen für Mobilfunk und Sat-Empfang.
 
Unsere Gedanken gelten in diesen schweren Stunden seiner Ehefrau und seinen Kindern. Ihnen fühlen wir uns in tiefer Trauer verbunden.“  
 
Stefan Hofmeir, Mitherausgeber des Auerbach Verlags

[Stefan Hofmeir]

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