Kein Erfolg: M7 stampft HD-Vermarktung über Diveo ein

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© Diveo
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M7 stellt die Vermarktung der deutschen Privatsender in HD-Qualität via Satellit ein, da die Nachfrage zu gering war. Die wenigen Bestandskunden können das Angebot nach Informationen von DIGITAL FERNSEHEN noch bis Ende November nutzen, die Vermarktung ist bereits eingestellt.

Diveo startete das HD-Angebot im Februar 2018. Für den Empfang war bisher ein von Kaon hergestellter Receiver oder ein CI-Modul erhältlich. Auch auf Technisat UHD-Receivern war Diveo seit Frühjahr vorinstalliert. Erst vor wenigen Tagen kündigte Panasonic eine Operator-Hbb-TV-App für Diveo an, mit der die Diveo-Dienste noch besser in die Bedienoberfläche des Fernsehers integriert werden sollten. Doch all das brachte kommerziell keinen Erfolg bei den Zuschauern.

Der Satelliten-Direktempfangsmarkt gilt beim kostenpflichtigen Privat-TV-Empfang als gesättigt. Denn hier können die Haushalte selbst entscheiden, ob ihnen die Kommerz-Sender in SD-Qualität genügen, oder ob sie mindestens 5,75 Euro im Monat für die bessere HD-Qualität hinzuzahlen wollen. Kabel- oder IPTV-Haushalte haben diese Wahlmöglichkeit nicht mehr, hier sind die HD-Zusatzkosten von RTL & Co. bereits in die Grundgebühr hineingerechnet.

„Trotz eines innovativen, hervorragenden Endkundenprodukts zu einem sehr günstigen Preis ist es mit dem Sat-Produkt Diveo nicht gelungen, an die Erwartungen und das Wachstum wie im Kabel und bei IPTV anzuknüpfen. M7 bedauert diesen Schritt und hat die Endkunden und Partner der Plattform bereits informiert. Das etablierte B2B-Geschäft bleibt davon unberührt. M7 Group führt sein in Deutschland erfolgreiches B2B-Geschäft für Kabel- und IPTV-Märkte unverändert weiter und ist nach wie vor fest vom hohen Potential für Pay-TV überzeugt“, so ein M7-Sprecher gegenüber DIGITAL FERNSEHEN.

„Wir sind nicht wirklich überrascht über die Einstellung von Diveo. Schließlich ist HD Plus seit zehn Jahren im Markt“, erklärt Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei der HD Plus GmbH gegenüber DF. „Als Pionier, Marktführer und Innovationstreiber. Wir sind also ganz nah dran an Herstellern, Handel und über zwei Millionen HD+ Haushalten, da spürt man Trends natürlich früher als andere. Als Diveo startete, haben wir uns über neue Impulse für den HD-Markt gefreut. Wir mussten aber schnell feststellen, dass weder Produkt noch Vermarktung besonders viel Strahlkraft entwickelt haben. Und wie das im Fernsehgeschäft so ist: Am Ende entscheidet der Zuschauer“, so Schneckenburger weiter.

Das Diveo „Erlebnis“-Paket kostete monatlich 7,90 Euro und beinhaltete die privaten HD-Sender. Beim Paket „Entdecker“ für 11,90 Euro kamen noch drei Premium-Sender hinzu, die der Zuschauer frei aus dem Angebot auswählen und auf Wunsch monatlich ändern konnte. Das Paket „Vielfalt“ für 16,90 Euro hat darüber hinaus eine breite Auswahl von mehr als 20 Premium-Pay-Sendern, wie z. B. AXN HD, FOX HD, Sony Entertainment TV HD, Universal Channel HD, Syfy HD und Planet HD enthalten. In allen drei Paketen war die Diveo-TV-App sowie ein Onlinevideorecorder enthalten.[sh]

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  • Diveo: © Diveo

120 Kommentare im Forum

  1. Und wieso fällt ihnen das jetzt ein, wo doch Panasonic gerade erst vor wenigen Tagen die vorinstallierte Möglichkeit angekündigt hat?
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