Norweger wollen Breitbandnetz via Satellit in die Arktis bringen

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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Weil die Arktis insbesondere für die Rohstoffgewinnung immer wichtiger wird, arbeitet der norwegische Satellitenbetreiber Telenor gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sintef an einem satellitengestützten Breitbandnetz für die Polarregion. Mit der leistungsfähigen Infrastruktur soll die wirtschaftliche Erschließung der Arktis vorangetrieben werden.

Für die Rohstoffversorgung der Zukunft dürfte die Arktis eine entscheidende Rolle spielen, vermuten Forscher doch gerade dort riesige Mengen an bisher ungenutztem Erdöl und Erdgas. Die Erschließung dieser Rohstoffe stellt Wissenschaft und Industrie jedoch vor einige Herausforderungen. Neben den extremen Temperaturen ist es dabei auch die fehlende Infrastruktur für leistungsfähige Kommunikations- und Datendienste, die einer effektiven wirtschaftlichen Erschließung des nördlichsten Teils der Erde bislang im Weg steht.

Das Kommunikationsnetz, welches derzeit für die Abdeckung der arktischen Regionen verwendet wird, setzt überwiegend auf terrestrische Übertragungen und Satelliten. Beide Systeme stoßen jedoch an ihre Grenzen. So haben terrestrische Übertragungen eine begrenzte Reichweite und können nur begrenzte Datenkapazitäten abdecken, während die Kommunikationssatelliten ihre Umlaufbahn über dem Äquator haben und den hohen Norden damit nur unzureichend abdecken können. Diesen Umstand möchte die norwegische Forschungsorganisation Sintef jedoch gemeinsam mit dem Satellitenbetreiber Telenor ändern.
 
„Die Systeme, mit denen wir derzeit arbeiten, funktionieren bis zu einem Breitengrad von 75 Grad Nord relativ gut“, so Beate Kvamstad, Projekt-Managerin bei der Sintef Tochterorganisation Marintek. Eine ausreichend leistungsfähige Infrastruktur würde nördlich davon jedoch nicht zur Verfügung stehen. Des Problems Lösung sollen zwei neue Satelliten bringen, die anders als normale Kommunikationssatelliten nicht auf einer Umlaufbahn über dem Äquator stationiert werden sollen, sondern in einem hochelliptischen Orbit über der Polarregion.
 
Ein kostspieliges Unterfangen, wie Hege Lunde, Managerin des Arktik-Breitband-Projekts beim Satellitenbetreiber Telenor, vorrechnet. So dürfte der Aufbau eines solchen Kommunikationsnetzes nach konservativen Schätzungen zwischen umgerechnet 260 Millionen und 400 Millionen Euro kosten. Laut Marimtek befinden sich die Planungen derzeit noch in einem relativ frühen Stadium. [ps]

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  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. AW: Norweger wollen Breitbandnetz via Satellit in die Arktis bringen Da begrüße ich in diesem Zusammenhang aber nicht.
  2. AW: Norweger wollen Breitbandnetz via Satellit in die Arktis bringen Satelliten mit hoch elliptischem Orbit, damit haben die Sowjets bereits einiges an praktischer Erfahrung gesammelt. Wie mit nur zwei Satelliten eine dauerhafte Übertragung möglich sein soll ist mir allerdings nicht schlüssig. Die Satelliten befinden sich doch beim HEO ca. 80% der Zeit ausserhalb des Funkversorgungsgebietes.
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