Rosat-Absturz: Trümmerteile könnten in Deutschland landen

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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Der Röntgensatellit Rosat kommt der Erde immer näher. „Rosat hat eine unglaubliche Geschwindigkeit von 28 000 Kilometern pro Stunde und fällt in diesem Tempo um die Erde herum“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Montag in Köln.

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Nach derzeitigen Berechnungen sei weiter davon auszugehen, dass der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zwischen diesem Donnerstag (20. Oktober) und dem 25. Oktober erfolgt. Der knapp 2,5 Tonnen schwere Röntgensatellit wird dabei wohl in Trümmerstücke zerbrechen und teilweise verglühen. Bis zu 30 Trümmerteile mit einem Gesamtgewicht von 1,7 Tonnen könnten – mit dann noch 400 Kilometern pro Stunde – auf die Erde treffen.
 
Die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Trümmer auf Deutschland herabfallen, liegt laut DLR bei nur 1 zu 580. Den Prognosen zufolge ist es extrem unwahrscheinlich (1:700 000), dass hierzulande jemand zu Schaden kommt. Termin und Ort lassen sich zwar weiterhin nicht exakt vorhersagen. Aber je näher der Termin rücke, desto genauer könnten die Experten das Zeitfenster des Wiedereintritts berechnen, erklärte DLR-Sprecherin Sabine Göge. In Kürze würden dazu neue Daten erwartet. Sowohl das amerikanische Weltraum-Überwachungssystem SSN als auch eine Großradaranlage bei Bonn verfolgen den Abstieg des Satelliten.

Vor allem Schwankungen der Sonnenaktivität sind Grund dafür, dass der Termin so schwer kalkulierbar ist. Selbst einen Tag vor dem voraussichtlichen Eintrittsdatum bleibt eine Unsicherheit von rund fünf Stunden. Für eine Erdumkreisung braucht Rosat nur 90 Minuten.
 
Ab 1990 scannte das damals größte Röntgenteleskop den gesamten Himmel systematisch nach Röntgenstrahlenquellen ab und lieferte Daten, die die Röntgenastronomie revolutionierten. Mit Rosat ließen sich Galaxien und Galaxiehaufen, Neutronensterne, Kometen, Mond oder Planeten beobachten. Das deutsch-amerikanisch-britische Projekt war laut DLR bis zum Abschalten des Satelliten im Februar 1999 eine große Erfolgsgeschichte und wurde von rund 4 000 Forschern aus 26 Ländern genutzt. [Yuriko Wahl-Immel]

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  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com
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13 Kommentare im Forum

  1. AW: Rosat-Absturz: Trümmerteile könnten in Deutschland landen Der Satellit kann jeden Punkt der Erde mit gleicher Wahrscheinlichkeit treffen. Mit Ausnahme der Polregionen. Jetzt kann man ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass er überhaupt Land trifft. Beim letzten Satelliten hatte man auch gehofft und dann fiel er in de Ozean. Und niemand wußte wo genau. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt. Nun, wenn dt. Ingenieurskunst dafür sorgt, dass dieser Satellit irgendwo Schaden anrichtet, hätten wir zumindest was zum lachen.
  2. AW: Rosat-Absturz: Trümmerteile könnten in Deutschland landen Nur mal am Rande, dass eine DLR Sprecherin, den wörtlich zitierten Satz sagt, finde ich unglaublich! Nicht, dass ich die Wortwahl nicht glaube, aber, dass eine DLR Sprecherin so formuliert ist doch, na ja ... unglaublich! Das ist ja schlimmer, als beim "Erklär-Bär".
  3. AW: Rosat-Absturz: Trümmerteile könnten in Deutschland landen Warum? Sonst kommen Pressemeldungen: "Weltuntergang! Horror-Satellit rast mit 28.000 km pro Sekunde auf Deutschland zu. Tausende Tote erwartet." Und dann wird der Erich nochmal zu Wort gelassen.
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