Vorteile von Sat-Empfang nutzen: Workshop Antenne einrichten

6
18
Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
Bild: © twobee - Fotolia.com
Anzeige

Mehr Sender empfangen, bessere Bildqualität nutzen und dabei auch noch Geld sparen? Das ist möglich, dank Satellitenempfang! Kein anderer Übertragungsweg bietet so viele frei empfangbare deutsche TV-Programme wie Astra auf 19,2 Grad Ost.

Anzeige

Der Vorteil liegt auf der Hand: eine einmal installierte Satellitenantenne kostet keine monatlichen Gebühren und schon damit den Geldbeutel, denn schon nach wenigen Monaten haben sich die Ausgaben für die zu installierende Technik amortisiert. Dank zahlreicher Hilfsmittel wie beispielsweise der Ausrichtung mittels Smartphone ist die Installation einer Satellitenanlage heutzutage auch für technisch nicht so versierte Zuschauer problemlos möglich. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie es funktioniert.
 
Freie Sicht nach Süden
 
Zuerst muss sichergestellt werden, dass eine Installation der Satellitenantenne mit freier Sicht nach Süden möglich ist. Näher gelegene Hindernisse wie Häuser oder Bäume können den Empfang stören. Hier gilt die Faustregel: Das Hindernis darf nur halb so hoch sein, wie es entfernt steht. Ein 10 Meter entferntes Haus darf also maximal 5 Meter hoch sein um den Empfang nicht zu stören.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch sein Smartphone zu Hilfenehmen. Sowohl für Geräte von Apple als auch Android gibt es denSat-Finder. Dieses nützliche Tool nutzt die eingebaute Kamera, um diefreie Sicht zur Position von Astra auf 19,2 Grad Ost zu prüfen. Außerdemhilft die App bei der anschließenden Justage der Satellitenanlage. Istder Montageort geklärt, geht es an den Kauf der Technik. Zum Empfangbenötigen Sie natürlich zuerst einmal eine Satellitenantenne. Diehierzulande gebräuchlichen Antennen sind entweder Parabolantennen oderdie unauffälliger zu montierende Flachantennen.

Schlechtwetterreserve
 
Beim Kauf einer Offsetantenne sollten Sie, wenn es der Montageort zulässt, nicht an der Größe sparen. Wir empfehlen eine Antenne aus Aluminium mit mindestens 65 Zentimetern Durchmesser – besser noch 80 Zentimeter. Denn auch wenn bei normalen Wetter der Empfang bereits mit deutlich kleineren Anlagen möglich ist, fehlt diesen eine ausreichende Schlechtwetterreserve bei Regen oder Schneefall. Soll die Antenne wie zu empfehlen an der Hauswand montiert werden, brauchen Sie noch einen passenden Antennenhalter. Dieser besteht zumeist aus einem gebogenen massiven Rohr mit einer Montageplatte, welche mit vier großzügig dimensionierten Schrauben und Dübeln an der Wand befestigt wird. Dann benötigen Sie Antennenkabel in der passenden Länge bis zum Fernsehgerät. Hier empfehlen wir zum störungsfreien Empfang hochwertiges, vierfach geschirmtes Koaxialkabel.
 
Sollen mehrere TV-Geräte im Haus versorgt werden, müssen Sie bei der Kabellänge natürlich die Länge zu den einzelnen Empfangsstellen zusammenrechnen und auch ein paar Meter Kabel als Reserve einplanen. Zum Kabel benötigen Sie noch die passende Menge an F-Steckern. Es gibt auch vorkonfektioniertes Kabel, auf welchem bereits Stecker montiert sind. Wollen Sie dieses verwenden, brauchen Sie eine entsprechend große Bohrung durch die Wand. Bei selber zu montierenden Steckern kann dieser „Durchbruch“ hingegen etwas kleiner ausfallen. Benötigt wird außerdem ein LNB. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen vom Single-LNB für einen Einzelanschluss bis hin zum 8-fach-Quad-LNB, mit welchem Sie bis zu 8 Receiver bzw. TV-Geräte versorgen können.
 
Receiver auswählen
 
Schließlich benötigen Sie noch die notwendige Anzahl Satellitenreceiver. Diese gibt es in verschiedensten Ausführungen und Komfortvarianten – vom Einstiegsgerät für reinen Empfang von freien TV-Programmen bis hin zur Luxus-Aufnahmemaschine mit Pay-TV-Empfang. Haben Sie bereits einen modernen Flachbildfernseher, so können Sie bei Geräten mit eingebautem Sat-Tuner auch auf einen zusätzlichen Receiver verzichten. Zum bequemen Einrichten der Satellitenantenne empfehlen wir auch den Einsatz eines Sat-Finders oder Messempfängers. Während für die einmalige Einrichtung sicherlich ein Sat-Finder und dann der Receiver zur Feinjustierung ausreicht, lohnt sich bei häufigeren Aufbauten auch die Investition in einen Messempfängers. Hier fangen die Preise bei etwa 70 Euro an.

Antenne ausrichten
 
Nachdem das Equipment zur Verfügung steht, geht es an die Ausrichtung der Antenne. Zuerst muss der Wandhalter befestigt und die Antenne zusammengebaut werden. Auch eine Montage am Mast ist möglich. Wir empfehlen die Montage im Schutzbereich des Hauses, da dann keine spezielle Erdung erforderlich ist. In diesem Fall muss sich die Antenne mindestens 2 Meter unterhalb der Dachkante befinden und darf maximal 1,5 Meter von der Hauswand entfernt sein. In allen anderen Fällen wäre eine Erdung nach DIN EN 60728-11 durch ein zertifiziertes Unternehmen erforderlich.
 
Neigung einstellen
 
Ermitteln Sie zuerst die Elevation – also die Neigung der Antenne – für Ihren Standort. Das geht vollautomatisch über den bereits empfohlenen Sat-Finder auf dem Smartphone. Aber auch im Internet gibt es zahlreiche Seiten, auf denen die Elevation der Antenne ermittelt werden kann. So bietet beispielsweise www.sat-zentrale.de ein solches Berechnungstool. Stellen Sie nun die Antenne auf die ermittelte Neigung ein. Hierfür bieten viele Modelle eine Elevations-Skala zur Ausrichtung an. Nun wird der Sat-Finder oder Messempfänger am bereits montierten LNB angeschlossen und die Antenne langsam gedreht.
 
Am besten orientieren Sie sich an bereits montierten Schüsseln, dann können Sie die Position von Astra ungefähr einschätzen. Sobald das Messequipment ein Signal anzeigt, überprüfen Sie den Empfang am TV-Gerät. Ist einer der vorprogrammierten Sender empfangbar, haben Sie Astra lokalisiert. Bleibt der Bildschirm schwarz, haben Sie vermutlich einen falschen Satelliten erwischt. In diesem Fall müssen Sie weiter suchen. Ist Astra dann korrekt gefunden wurden, kann noch eine Feinjustierung nötig sein.
 
Feintuning
 
Behalten Sie die Signalstärke im Auge und richten die Satellitenantenne auf maximalen Empfang ein. Hier nützt ihnen ein einfacher Sat-Finder wenig, dazu benötigen Sie einen Messempfänger oder die Signalstärkenanzeige des Receivers oder TV-Gerätes. Tipp: deutliche Verbesserungen der Empfangsstärke erreichen Sie auch durch optimale Drehung des LNB’s (Skew), auch der richtige Abstand des LNB’s zum Spiegel wirkt manchmal Wunder. Behalten Sie die Signalstärke im Auge und drehen Sie das LNB leicht nach rechts und links und verändern Sie den Abstand im LNB-Halter, indem Sie den LNB vorsichtig vor- und zurückziehen.
 
Haben Sie die optimale Position gefunden, können alle Schrauben festgezogen werden. Schließlich müssen noch alle Kabel zu den Empfangsstellen verlegt werden. Geschafft! Ab sofort genießen Sie rund 300 deutschsprachige Sender, über 80 davon in HD-Qualität. In einer der nächsten Ausgaben erfahren Sie dann, wie Sie mit einfachen Mitteln noch mehr HD-Programme über Astra empfangen können.
[Ricardo Petzold]

Bildquelle:

  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com
Anzeige

6 Kommentare im Forum

  1. AW: Vorteile von Sat-Empfang nutzen: Workshop Antenne einrichten ALLES ausser SAT Empfang sind NOTLÖSUNGEN. LINUX SAT Receiver am Flachmann mit mindestens 60 Zoll und geniessen, was die WELT bietet. !!!!!!!
  2. Du hast wohl etwas viel vom Flachmann genippt. Zumindest lassen das die Anzahl Ausrufezeichen vermuten... PS: Die Welt bietet mehr als im TV kommt! Probier's aus und geh nach Draussen. Es ist Sommer!
  3. AW: Vorteile von Sat-Empfang nutzen: Workshop Antenne einrichten Wozu Smartphone? Geht doch auch ohne!
Alle Kommentare 6 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum