Die Deutsche Welle geht ins Darknet

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Bild: © Dreaming Andy - Fotolia.com
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Die Webseiten der Deutschen Welle sind in Ländern wie China oder dem Iran gesperrt. Um die Menschen in diesen Ländern dennoch zu erreichen, geht die DW neue Wege: ab sofort sind die Seiten der Deutschen Welle in 30 Sprachen über das Tor-Protokoll erreichbar.

Auf diese Weise können Menschen in Ländern, deren Regierungen den Zugriff auf unabhängige Nachrichten sperren oder überwachen, ab sofort sicher und anonym die Online-Inhalte der Deutschen Welle auf- und abrufen. Mit Unterstützung des OTF (Open Technology Fund) und dem Tor-Projekt hat die DW einen sogenannten Mirror Proxy installiert. So kann dw.com über eine TOR-Webadresse erreicht werden.

Seiten, die nur über Tor (The Onion Router) aufrufbar sind, erkennt man an der Endung .onion. Zum Aufruf benötigt man einen speziellen Browser, wie zum Beispiel den auf Firefox basierenden Tor-Browser. Neben der Deutschen Welle bieten bisher nur wenige bekannte Plattformen eine Onion Adresse an, darunter die New York Times und die BBC.

Wenn ein Nutzer auf eine Tor-Webseite zugreift, erstellt der Tor-Browser einen Pfad über mehrere anonyme Router in das Tor-Netzwerk, während die Webseite einen eigenen Pfad in das Tor-Netzwerk hinein aufbaut. Erst im Inneren des Tor-Netzwerks treffen diese beiden Pfade aufeinander. Somit bleibt der Tor-Benutzer (Client) anonym und der Webseiten-Betreiber (Server) auch. Weil die Kommunikation über mehrere Router erfolgt und jeder dieser Router eine eigene Verschlüsselung über die Verschlüsselung der anderen Router legt, entstehen mehrere Verschlüsselungs-Schichten.

Dieses Schichten erinnern an eine Zwiebel, woher Tor – The Onion Router – auch seinen Namen hat.

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  • Internet-Daten-Sicherheit-Vernetzung: © Dreaming Andy - Fotolia.com

6 Kommentare im Forum

  1. Tja, früher hatte man Kurzwelle. Ok, die konnte auch gestört werden. Aber im Gegensatz zu dem für Laien aufwendigen Darknet-Konstrukt war für Diktatur-Insassen leichter zu überblicken, auf welchem Wege sie trotzdem noch Spuren hinterlassen können. Spuren, die u.U. über Leben oder Tod entscheiden.
  2. Sehe ich auch so. Völlig spurlos geht das sicher nicht. Der gemeine Chinese, der sich einfach mal schnell unabhängig informieren möchte, kann das trotzdem nicht. Er muß sich das entsprechende Softwaregeraffel erst mal besorgen, und die Informationen die nötig sind haben. Im Vorfeld muß er schon mal wissen, daß es das Konstrukt überhaupt gibt. Kurzwelle ist auf jedem älterne Rundfunkempfäner drauf, ich denke auch in China. Das ginge übrigens heute noch wenn nicht gestört würde....
  3. Das sollte das kleinste Problem sein. Nur bei den heutigen Störungen wohl noch schlechter empfangbar wie in Deutschland.
  4. Ich habe dazu inzwischen aus dem Radioempfangs-/Technik-/Medienpolitik-Umfeld folgende Aussage bekommen: "Man erlernt was benötigt wird. Früher waren es Kenntnisse im Antennenbau, in letzter Zeit im Einrichten von VPN-Diensten und Tor-Software."
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