Das macht Ingo Nommsen knapp ein Jahr nach seinem „Volle Kanne“-Abschied

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INgo Nommsen im Volle Kanne Studio © obs/ZDF/ZDF/Monika Baumann
© obs/ZDF/ZDF/Monika Baumann
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„Ich war viel zu lange viel zu nett“: Der ehemalige „Volle Kanne“-Moderator Ingo Nommsen hat einen selbstzerstörerischen Wesenszug an sich entdeckt: zu nett zu sein.

„Durch den Tod meines Vaters vor vier Jahren habe ich mich das erste Mal ganz bewusst gefragt: Wo stehe ich im Leben, und wo wollte ich eigentlich hin?“, sagte Nommsen den Zeitungen „Münchner Merkur“ und „tz“ (Dienstag). „Mir wurde klar, dass was schiefläuft – aber was? Dass mein Nettsein, der Hang zur Konfliktvermeidung und die Harmoniesucht der rote Faden in meiner Biografie ist, hat sich erst im Laufe der Zeit herausgestellt.“ Der 50-Jährige hat diese Woche ein Buch unter dem Titel „Hilfe, ich bin zu nett!“ veröffentlicht.

Sein Privatleben habe sich auf ein Minimum reduziert, sagte Nommsen. „Bei vielen Familienfesten fehlte ich, weil ich in der Arbeit total aufging und nichts absagen konnte. Drohende Konflikte vermied ich.“ Dann habe er begonnen zu üben. „Ich fing mit Kleinigkeiten an, sagte auch mal Nein. Ein Gedanke, den ich dabei hilfreich fand, war: Ein Nein zu anderen ist immer auch ein Ja zu mir selbst. Was interessant war: Je besser ich mich kennenlernte, umso entspannter konnte ich auch nach außen kommunizieren, was ich beruflich und privat will.“

Nach „Volle Kanne“ jetzt Stand-up-Comedy?

Es immer allen recht machen zu wollen, habe gesundheitliche Konsequenzen gehabt, so der Fernsehmann. „Ich war eine Zeit lang ständig erkältet und fühlte mich abgeschlagen. Es hat eine Weile gedauert, bis mir die Zusammenhänge klar wurden. Ich liebe meinen Beruf als Moderator, war sehr erfolgreich und immer glücklich, wenn ich vor der Kamera oder auf der Bühne stand. Komisch wurde es nur an freien Tagen. Wenn ich die Tür hinter mir zugemacht und mir auf dem Sofa Eis, Chips und Serien reingezogen habe. Dann kam die Leere.“

Auf die Frage, ob das Ende seiner Moderation beim ZDF-Magazin „Volle Kanne“ im Dezember damit zusammenhing, sagte Nommsen: „Ich glaube, der Blick auf mein Leben hat mir gezeigt, dass es noch viel mehr gibt, was ich beruflich erleben will. Die Beschäftigung mit dem Thema hat den Anstoß gegeben – für eine Auszeit in New York, wo ich Stand-up-Comedy gemacht habe, mein Live-Programm, dieses Buch, meinen Podcast. Das alles macht mir richtig viel Spaß.“

2 Kommentare im Forum

  1. Nett sein ist der einfache Weg. Nett zu sein bedeutet in der Regel das man lügt um nicht auf Konfrontation gehen zu müssen. Und gerade heute will das niemand mehr.
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