Ehrlich jetzt? Heike Makatsch wird 50

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Filmfrau Heike Makatsch ©ZDF / Marc Vorwerk
©ZDF / Marc Vorwerk | hier fotografiert für die der ZDFkultur-Webserie "FilmFrauen"
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Als Heike Makatsch im Fernsehen anfing, wurde noch gefaxt. „Darf ich auch noch jemanden grüßen?“, fragten die Anrufer bei Viva damals. Jetzt wird Makatsch 50.

Nicht nur für Heike Makatsch war das eine ziemlich große Sache. Anfang der 1990er legte der Musiksender Viva mit seinem mutig-grellen Durcheinander los. Makatsch begann als Moderatorin und arbeitet heute als Schauspielerin. Diesen Freitag wird sie 50 Jahre alt.

Makatsch gehörte zum Viva-Startaufgebot

Die einstigen Teenies, die nach der Schule den Fernseher einschalteten, sind mit Makatsch erwachsen geworden. Haben ihre Interviews gehört und auf ihre Tipps gehofft. „Alle haben das Gleiche zur gleichen Zeit geguckt“, sagte Makatsch nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ im Herbst 2020. „Das wirkt heute anachronistisch. Jeder guckt sein eigenes Ding auf seinem Smartphone – I guess!“

Während der Erfolg von Viva irgendwann verpuffte und mit dem Abschalten des Senders schließlich ein Stück Fernsehgeschichte zu Ende ging, hat sich Makatsch viel erarbeitet. Sie spielte die Sängerin Hildegard Knef, störrisch und überzeugend. Oder sang und tanzte vor einer Weile im Musicalfilm „Ich war noch niemals in New York“ zur Musik von Udo Jürgens.

Auftritte in „Resident Evil“ und „Tatsächlich Liebe“

Und Moment, da ist auch noch „Tatsächlich… Liebe“. Ein Episodenfilm, den viele regelmäßig zu Weihnachten wieder hervorholen. Erzählt werden verschiedene Geschichten aus London. Makatsch spielt die schöne Mia, die ihren Chef verführen will („Harry Potter“-Star Alan Rickman). Wer den Film kennt, weiß, dass das Ganze für die Ehefrau mit einer traurigen Szene endet.

Bei Instagram teilt Makatsch manchmal Ausschnitte von früher. Einen alten Clip mit Autor und Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre zum Beispiel. Darin soll das Publikum Lieder erraten – „Glückwunsch, Heike bringt den Sekt“. Oder sie postet Bilder von heute, wie sie beim „Fridays for Future“-Protest unterwegs ist und bei Fotoshootings oder zu Spenden für geflüchtete Menschen aufruft.

In Windeseile vom Girlie zur Goldie Hawn des deutschen Films

„Es passen so viele Leben in ein einziges Leben. Ich denke oft, dass es ein ganz anderer Mensch war, der mit 20 gemacht hat, was ich gemacht habe“, sagte Makatsch in dem Interview des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Geboren in Düsseldorf, probierte sich Makatsch nach dem Abitur in einem Studium aus, brach ab und begann eine Schneiderlehre. Dann landete sie bei Viva und später bei „Bravo TV“.

Wenn man Berichte von damals liest, scheint es, als sei mit ihr und anderen Frauen aus der Zeit eine neue Spezies erfunden worden. Das „Girlie“. „Doch während das Girlie in Rekordgeschwindigkeit zur Unperson erklärt wurde, war Heike Makatsch plötzlich begehrt“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ 1996. Makatsch sei in knapp zwei Jahren „zu jedermanns Lieblingsfrau aufgestiegen“, „zu einer Art weiblichem Jürgen Klinsmann“. Der „Spiegel“ befand, sie habe das Zeug, die „Goldie Hawn des deutschen Films zu werden“.

Liaison mit Bond-Darsteller Daniel Craig

Nunja, mit Vergleichen ist das so eine Sache. Makatsch hatte damals mit „Männerpension“ gerade ihren ersten großen Film gedreht. Dafür gewann sie einen Bayerischen Filmpreis. Es folgten viele Filme. Die Romanadaption „Die Häupter meiner Lieben“ zum Beispiel und der Blockbuster „Resident Evil“. Sie lebte zwischenzeitlich in London. Eine Zeit lang war sie mit Schauspieler Daniel Craig („James Bond„) zusammen. Heute lebt sie mit Familie in Berlin.

Wenn Makatsch einen öffentlichen Auftritt hat, folgen ihr die Kameras bis heute sehr zuverlässig. Ein Interview klappt nicht, zeitliche Gründe, heißt es beim Management. Also, bemühen wir nochmal ein älteres Zitat. Makatsch hat dem „Tagesspiegel“ 2018 etwas gesagt, was sich heute noch gut und weise auf Post-its notieren lässt. Die Unbekümmertheit von damals, hieß es im Text, wünsche sich Makatsch nicht zurück. „Mit den Jahren lernt man dazu, und Dazulernen bedeutet auch: etwas verlieren“, wurde sie zitiert. „Man verliert eine gewisse Form der Naivität. Aber man gewinnt dafür eine entschiedenere und bewusstere Herangehensweise an Dinge.“

[Julia Kilian]

Bildquelle:

  • df-heike-makatsch: ZDF

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