Hunderte Anzeigen wegen WDR-„Umweltsau-Lied“

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Das umstrittene „Umweltsau“-Lied des WDR-Kinderchors hat zu unzähligen Strafanzeigen geführt.

Es handele sich um ein „massives Anzeigenaufkommen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Dienstag in Köln der Deutschen Presse-Agentur. Die insgesamt rund 200 Anzeigen stammen aus dem ganzen Bundesgebiet, würden aber wegen des WDR-Sitzes zentral an die Staatsanwaltschaft Köln weitergeleitet. „Es wird im Moment ein bisschen weniger»“, sagte Willuhn. Über die Vorwürfe werde in Kürze entschieden. „Wir werden recht bald eine Entscheidung treffen“, kündigte er an.

Man könne grob sagen, das sich etwa ein Drittel der Anzeigen auf das „Umweltsau“-Lied selbst beziehe. Ein weiteres Drittel richte sich gegen den Tweet eines freien WDR-Mitarbeiters, der die Kritik an dem Lied von seinem privaten Account aus kommentiert hatte. Ein weiteres Drittel kritisiere den öffentlich-rechtlichen Rundfunk allgemein. Es komme nicht nur aus der rechten Ecke, betonte Willuhn: „Es sind auch viele ehrlich erzürnte Senioren und deren Kinder und Enkel dabei.“

Das Lied des WDR-Kinderchors auf die Melodie von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ hatte mangelndes Umweltbewusstsein älterer Menschen angeprangert. Es löste Ende des vergangenen Jahres eine breite Debatte aus. Das entsprechende Video wurde vom WDR gelöscht.

Intendant Tom Buhrow, der seit Jahresbeginn auch ARD-Vorsitzender ist, bat um Entschuldigung für den Clip.

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58 Kommentare im Forum

  1. Hat es das? Das Lied hat den gleichen Fehler gemacht, wie unsere Politiker. Ein Auto setzt nur soviel CO2 frei, wie es auch bewegt wird. Der SUV, der im Vorgarten steht, verbraucht keinen Sprit. Der Kleinwagen der täglich hundert Kilometer fährt schon. Daher ist die KFZ Steuer auch völlig falsch bemessen. Sie bemisst sich nicht am wirklichen Umweltschaden den ein Auto verursacht, sondern am potentiellen. Das ist falsch. Nicht die Größe eines Autos macht die "Umweltsau", sondern die Größe des Autos multipliziert mit der Strecke die es täglich zurücklegt, macht die "Umweltsau"! Und die "Oma" die im SUV beim Arzt vorfährt, fährt da vielleicht alle paar Wochen mal hin, und das meist über Kurzstrecke. Dafür kann "Oma" in dem hohen Auto leichter Ein- und Aussteigen. Das hat "Oma" sich vielleicht verdient?
  2. ...die 25-Jährige, die täglich 2 x mit dem SUV die 300 m zum Kindergarten fährt ist keine Umweltsau, nur die Oma.
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