„Razor Ramon“: TV-Star und Wrestling-Legende Scott Hall ist tot

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Scott Hall, auch bekannt als Razor Ramon
Bild: WWE via Twitter, SScreenshiot
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Er war einer der größten Stars der glamourösen und durchgedrehten TV-Ära des Wrestlings: Nun ist der als auch als Razor Ramon bekannte Athlet und Darsteller Scott Hall im Alter von 63 Jahren gestorben.

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Scott Hall war ein Baum von einem Mann: Zwei Meter groß, breitschultrig und bärtig. Dass der in Maryland geborene Wrestling-Star und TV-Darsteller jenseits seiner Macho-Bühnenpräsenz ein sensibler und zerbrechlicher Mensch war, war nach seinen Seelen-Stripteases und Rehabiltationsanläufen in den Filmen „Living on A Razor’s Edge“ und „The Resurrection of Jake the Snake“ auch längst kein Geheimnis mehr. Psychische Probleme, Alkohol- und Tablettensucht prägten Halls Karriere und dominierten sein Leben über Jahrzehnte gnadenlos. Bis er sich mithilfe von Wrestling-Legende Diamond Dallas Page vor laufenden Filmkameras aus der Krise kämpfte. Doch dem Hünen, der so beeindruckend die Kurve kriegte, war kein großes Happy End und ruhiges Altenteil vergönnt.

Dabei überlebte Scott Hall, der nun infolge mehrerer Herzinfarkte verstarb, zuvor zahlreiche seiner legendären Ring-Kollegen: Ikonische Athleten wie der „Macho Man“ Randy Savage, „Mr. Perfect“ Curt Hennig, Eddy Guerrero und Chyna sind längst tot – in den meisten Fällen dahingerafft vom Lebensstil einer Branche, die aus heutiger Betrachtung völlig surreal wirkt.

Scott Hall: Ein Leben auf Messers Schneide

So reisten die Wrestler selbst als Millionen weltweit bei ihren Shows zusahen und die Arenen mit Live-Zuschauern bis zum Bersten gefüllt waren, wie fahrende Rummelboxer mit dem Auto durch die USA von Stadt zu Stadt. Steroide für die aufgepumpten Körper, Alkohol und Beruhigungsmittel für den aufgeriebenen Geist: Die TV-Schausteller vollbrachten Höchstleistungen, hatten keinerlei gesundheitliche und psychologische Betreuung – und ließen deshalb reihenweise viel zu früh das Leben.

Scott Hall stach unter den zahlreichen Paradiesvögeln der Wrestling-Branche durch seine enorm starke Ausstrahlung hervor: Erst als „Scarface“-inspirierter Razor Ramon, dann unter seinem bürgerlichen Namen als Teil der „NWO“ (New World Order) und „Outsiders“ mit seinem noch hünenhafteren Partner in Crime und besten Freund Kevin Nash. Letzterer äußerte sich, wie der gesamte Wrestling-Verband WWE, bestürzt zum Tod der Legende Scott Hall.

Als Hall 2014, nach langen Problemen mit Alkohol und Drogen, endlich in die WWE Hall of Fame aufgenommen wurde, gab er folgendes kleine Gedicht zum Besten, das mittlerweile ein Klassiker in der Wrestling-Welt ist: „Hard work pays off. Dreams come true. Bad times don’t last – but bad guys do“. Und der sensible Entertainer Scott Hall hat deutlich länger durchgehalten, als ihn die meisten auf der Rechnung hatten.

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9 Kommentare im Forum

  1. Möge er in Frieden ruhen, mir hat er in den Neunzigern mit seinen Auftritten viel Freude gebracht.
  2. Ruhe in Frieden Chico und mögest du noch viele Razors Edge im Himmel verteilen. Er war immer ein Kämpfer und hat auch bis zuletzt gekämpft. Machs gut Bad Guy:cry:.
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