„Alltag unterm Hakenkreuz“: N-TV arbeitet dunkles Kapitel auf

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Der RTL-Nachrichtensender N-TV schickt Ende März seine bislang aufwendigste Eigenproduktion ins Rennen. Die zehnteilige Dokumentation „Alltag unterm Hakenkreuz“ soll mit überwiegend privaten Aufnahmen „einen neuen, unverstellten Blick auf den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg“ ermöglichen.

Namhafte Wissenschaftler analysieren die Amateuraufnahmen von der Front und aus der Heimat und ordnen diese in den historischen Kontext ein, kündigte der Sender am Dienstag an. Als Moderator konnte der Schauspieler Friedrich von Thun („Das Erbe der Guldenburgs“, „Liebe und weitere Katastrophen“) gewonnen werden, der sich bereits 1993 mit seiner Rolle in Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ mit der Thematik auseinandersetzte.

In der Auftaktfolge am 24. März um 20.15 Uhr stehen die privaten Aufnahmen eines jungen Panzerjägers im Mittelpunkt. Wilhelm Emmerling hat die Freizeit der Soldaten eingefangen, aber auch Grauen, Leid und Tod. Bis zum Ende des Krieges im Mai 1945 war er mit seiner Kamera an der West- und an der Ostfront und hat dabei einzigartige Bilder gedreht, die den Krieg zeigen wie er war – jenseits der Propaganda.
 
Ganz egal, ob es sich um einen pompösen Massenaufmarsch der NSDAP, ein Meer aus Hakenkreuzflaggen oder um eine Weihnachtsfeier im Kreise der Familie handelt – spannende Motive mussten Amateurfilmer in den 30er und 40er Jahren in Deutschland nicht lange suchen. Seine Erlebnisse im besetzten Polen und während des grausamen Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion hat der damals 21-Jährige Götz Hirt-Reger mit der Kamera festgehalten. Seine Aufnahmen, die heute zu den wichtigsten Filmquellen aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs zählen, liefern Stoff für gleich drei Folgen der Reihe.
 
In den weiteren Folgen von „Alltag unterm Hakenkreuz“ werden unter anderem die Hitlerjugend, der so genannte Anschluss Österreichs im Jahr 1938 oder der Krieg der Extreme und Hitlers Geliebte Eva Braun thematisiert und zudem der Soldatenalltag abseits des Kampfgeschehens beleuchtet. „Alltag unterm Hakenkreuz“ wird jeweils samstags ab 20.05 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt und sonntags ab 15.10 Uhr sowie montags ab 16.10 Uhr und ab 21.05 Uhr wiederholt. [ar]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

23 Kommentare im Forum

  1. AW: "Alltag unterm Hakenkreuz": N-TV arbeitet dunkles Kapitel auf Wusste gar nicht das es N-TV damals schon gab.
  2. AW: "Alltag unterm Hakenkreuz": N-TV arbeitet dunkles Kapitel auf Nu macht mir mal nicht den Guido Knopp arbeitslos.
  3. AW: "Alltag unterm Hakenkreuz": N-TV arbeitet dunkles Kapitel auf Nanu, n-tv zeigt eine Doku über die NS-Zeit? Damit wagen sie sich ja auf ein ganz neues Terrain! Wobei ich die Alltagsperspektive schon spannend finde - genau das ist es, was mich an Geschichte schon immer am meisten interessiert hat: Wie hat die Durchschnittsbevölkerung die jeweilige Zeit erlebt, wie konnten die Leute auf einen brüllenden Postkartenmaler reinfallen, wie groß war die Angst vor der Gestapo, usw. Man könnte zwar meinen, dass zum Thema III. Reich schon alles gesagt und abgefilmt wurde, aber irgendwie finde ich in jeder Doku doch wieder neue Apekte und Facetten. Könnte also das allererste Mal werden, dass ich eine Serienaufnahme für n-tv programmiere...
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