ARD: „Beckmann“ über „Gewalt im Namen der Ehre“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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München – Zu Gast bei „Beckmann“ ist heute Abend u. a. die gebürtige Türkin Aylin Korkmaz, die von ihrem Ex-Mann durch 26 Messerstiche schwer verletzt wurde.

Weitere Gäste um 22.45 Uhr sind Rahel Volz, Leiterin des Referates „Gewalt im Namen der Ehre“ der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ und Wolfgang Clement, der vor Kurzem aus der SPD ausgetreten ist.

Als Aylin Korkmaz 1991 – von ihrer Mutter arrangiert – verheiratet wird, zieht sie von der Türkei nach Baden-Baden zu dem ihr fast unbekannten Ehemann. Zunächst verstehen sich beide gut, doch dann verändert sich ihr Mann: Er wird krankhaft eifersüchtig und verprügelt sie immer wieder.
 
1998 flüchtet Aylin Korkmaz für einige Monate zu ihrer Familie, die zur Scheidung rät. Doch sie vertraut den Reueschwüren ihres Mannes und kehrt zu ihm zurück – vor allem wegen ihrer drei gemeinsamen Kinder.
 
Nach der endgültigen Trennung im Sommer letzten Jahres eskaliert im November 2007 die Gewalt: Der Ex-Mann überfällt Aylin Korkmaz auf ihrer Arbeitsstelle und sticht 26 Mal auf sie ein. Wie durch ein Wunder überlebt die schwerstverletzte Aylin Korkmaz die Messerattacke, wird in einer achtstündigen Notoperation gerettet. Bis heute sind die Narben an ihrem Körper nicht verheilt, von den nicht sichtbaren Verletzungen ganz zu
schweigen.
 
Bei „Beckmann“ spricht sie über das vergangene Jahr und möchte damit anderen Opfern Mut machen. Außerdem zu Gast ist Rahel Volz, die mit der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ Opfern von Gewalt im Namen der Ehre hilft.
 
Wolfgang Clement war SPD-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und „Superminister“ unter Kanzler Schröder. Anfang des Jahres warnte Wolfgang Clement indirekt vor der Wahl der hessischen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti – und sollte deshalb aus der Partei ausgeschlossen werden.
 
Es folgte ein monatelanger Rosenkrieg in der SPD, den Clement vor zwei Wochen mit seinem Parteiaustritt nach 38 Jahren Mitgliedschaft beendete. Jetzt spricht der frühere Reformpolitiker Wolfgang Clement bei „Beckmann“ erstmals im Fernsehen darüber, warum er erst das Parteiausschlussverfahren abwartete, um dann freiwillig aus der SPD auszutreten. Er kritisiert den Linksruck seiner ehemaligen Partei und benennt in Zeiten der drohenden Rezession die Fehler der Bundesregierung. [ar]

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD: "Beckmann" über "Gewalt im Namen der Ehre" Schlimm genug, dass man diese Problematik immer häufiger thematisieren muss.
  2. AW: ARD: "Beckmann" über "Gewalt im Namen der Ehre" In jedem Land gibt es Gesetze! Wer dagegen verstösst wird dementsprechend zur Verantwortung gezogen! Egal welcher Herkunft oder Relegion!
  3. AW: ARD: "Beckmann" über "Gewalt im Namen der Ehre" Dem kann man nur uneingeschränkt zustimmen. Ich finde halt nur schlimm, dass es so viele Menschen gibt, die nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Tatsache zu akzeptieren und zu befolgen.
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