Arena: „Fußball ist für alle“ – auch für Premiere?

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Arena, der neue Inhaber der Bundesligarechte, will die deutsche Kickerliga nicht als Premiumprodukt vermarkten.

„Deutschland sollte sich Fußball wieder leisten können“, sagt Arena-Sprecher Bernard de Roos und schließt auch Premiere als Partner nicht aus. Ansonsten schweigt sich de Roos jedoch über das weitere Vorgehen von Arena aus. Informationen über das Geschäftsmodell will die 100-prozentige Tochter des Kabelnetzbetreibers Unity Media, in dem Ish und Iesy vereint sind, erst im März 2006 bekannt geben. Auch dann wird erst bekannt, ob neue Decoder notwendig sind. Zu der Frage, ob die Kosten der Bundesligarechte durch eine Erhöhung der Kabelgebühren refinanziert werden sollen, sagte de Roos lediglich, er könne sich nicht vorstellen, dass die Bundesliga über eine Basisgebühr vermarktet wird.
 
Ebenso ließ de Roos im Unklaren, ob Kabel Deutschland Partner von Arena wird. „In den letzten Monaten wurden intensive Gespräche geführt“, kommentiert der Niederländer die Gerüchte. Auch Premiere kommt als potenzieller Partner in Frage. „Wir schließen nichts aus“, so de Roos weiter. Sicher ist nur, dass die Bundesliga über Kabel und Satellit verbreitet werden soll. „Die Zielgruppe von Arena sind sechs bis zehn Millionen Fußallinteressierte, die regelmäßig die Bundesliga schauen“, erklärt de Roos. Für den Aufbau einer neuen Redaktion bleibt Arena seinem Standort München treu.
 
Bernard de Roos ist kein Unbekannter in der Branche. Er wirkte bei der Entwicklung der Champions League mit und war unter anderem lange Jahre für den Sportrechtevermarkter ISL tätig. Als Geschäftsführer besaß er die Hälfte am Unternehmen AIM, als die andere Hälfte dem Filmhändler Herbert Kloiber gehörte, der die Anteile jedoch wieder an de Roos verkaufte.
 
Wie die übrigen Unternehmen, die als Gewinner der Rechtevergabe durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hervorgingen, bedankte sich de Roos bei der Liga und den anderen Rechteinhabern. Eine Konstellation der Rechtevergabe sei nur durch die Partnerschaft der jeweiligen Unternehmen bzw. Sender zustande gekommen. „Es gäbe keine Sportschau vor 20.00 Uhr, wenn sich die jetzigen Rechteinhaber nicht für dieses Modell entschieden hätten“, erklärt auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. „Wir haben gestern einen guten Tag gehabt“, freut sich ARD-Intendant Thomas Gruber über den Verbleib der Sportschau. Die vom WDR-Intendanten Fritz Pleitgen genannten Kosten für die Rechte an der Erstverwertung im Free-TV in Höhe von 97 Millionen Euro will Gruber indes nicht bestätigen. Umstrukturierungen im Sportangebot der ARD wird es nicht geben, da nach den Worten des ARD-Programmdirektors Günther Struve die Planzahlen aufgegangen seien. „Sie werden auch weiterhin bei der ARD nicht auf Boxen und Dressurreiten verzichten müssen“, so der ARD-Prgorammchef und bekennende Fan von Hertha BSC Berlin. [fp]

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