Arte widmet Freitagabend dem schwul-lesbischen Kino

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Hamburg – Wenn an diesem Freitag auf der Berlinale die Teddys für die besten Filme mit schwul-lesbischem Hintergrund verliehen werden, widmet der Kultursender Arte dem „queer cinema“ einen Themenabend.

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Unter dem Dachtitel „Das Coming-out des Kinos“ werden zunächst in der Dokumentation „Schau mir in die Augen, Kleiner“ über 30 Jahre schwul-lesbischer Kinogeschichte erzählt. Danach wird der Oscar-prämierte Spielfilm „Gods and Monsters“ mit Ian McKellen in der Hauptrolle ausgestrahlt. Die Höhepunkte der Teddy- Gala zeigt Arte am Sonntag, dem letzten Tag der Berlinale, um 14.50 Uhr.

„Schau mir in die Augen, Kleiner“ (22.15 Uhr) erzählt von der Geschichte und der Rolle des schwul-lesbischen Films, vom Coming-out dieses Genres anhand zahlreicher Beispiele von Anfang der 70er Jahre bis heute. Lange Zeit erschien es vielen Filmemachern unmöglich, Schwule und Lesben als glückliche Menschen in einem selbst bestimmten Leben zu zeigen. Das Leben eines Homosexuellen im Film konnte nur leer, einsam, jämmerlich und tödlich sein. Doch inzwischen gibt es auch schwule Filme, die an einfachere Zeiten glauben lassen.
 
Der Dokumentarfilm zeigt Ausschnitte aus über 30 Spielfilmen – von Rosa von Praunheims „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ aus dem Jahr 1970 bis zum Kassenschlager des Jahres 2006: „Brokeback Mountain“ von Ang Lee.

Die Filme werden kommentiert und eingeordnet durch mitunter sehr persönliche Gespräche, die der homosexuelle Autor und Regisseur André Schäfer in Europa, Asien und Amerika geführt hat. Zu Wort kommen Regisseure wie die Amerikaner Gus Van Sant („My Own Private Idaho“) oder John Waters („Pink Flamingos“), der Brite Stephen Frears („Mein wunderbarer Waschsalon“) und der Deutsche Rosa von Praunheim. Auch Schauspieler wie Jeroen Krabbé, Ingrid Caven oder Tilda Swinton erzählen von ihren Erfahrungen auf der anderen Seite der traditionellen Geschlechterrolle.
 
Der Spielfilm „Gods and Monsters“ erzählt die Geschichte des britischen Regisseurs James Whale, der in den 30er Jahren Riesenerfolg mit „Frankenstein“ und „Frankensteins Braut“ hatte. Nach einem Schlaganfall wird Whale, dargestellt von Ian KcKellen, von quälenden Erinnerungen geplagt, die auf Erlebnissen im Ersten Weltkrieg zurückgehen. Zugleich sieht sich der alte Mann zu einem jungen Gärtner hingezogen, in dem er den im Krieg auf tragische Weise verlorenen Geliebten wieder zu erkennen glaubt. Regisseur Bill Condon erhielt 1999 für sein Drehbuch einen Oscar, die Schauspieler Lynn Redgrave und Ian McKellen wurden für den Oscar nominiert. Lynn Redgrave erhielt für ihre schauspielerische Leistung einen Golden Globe. [sch]

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