Autor gründet Initiative für „Casting-Show-Opfer“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Casting-Shows foltern ihre Kandidaten – dieser Meinung ist zumindest ein Autor aus Österreich. Um den Opfern dieser Methoden zu helfen, hat der Österreicher nun eine Initiative im Internet gegründet, an die sich ehemalige Teilnehmer wenden können.

Die Vorgehensweisen bei Casting-Shows stehen bereits seit Jahren in der Kritik, viele Teilnehmer halten dem enormen Druck nicht stand. Sie wagen sich mit ihren Träumen auf die Bühne und bekommen oftmals lediglich eine beißende Abfuhr verpasst – nicht selten werden sie zum bundesweiten Gespött gemacht. Haben sie es dann doch in die fortgeschrittenen Runden geschafft, warten zum Teil äußerst harte Wochen auf die Kandidaten. Für Autor Fabian Burstein unzumutbar, wie er gegenüber der „Hamburger Morgenpost“ am Mittwoch erklärte.

Daher hat er vor drei Wochen die „Castingshow Gewerkschaft“ im Internet gegründet, eine Plattform, an die sich die Betroffenen, die vor laufender Kamera fertig gemacht wurden, wenden können und die darüber informiert, wo man Hilfe bekommen kann. Die Idee dazu kam dem Österreicher bei der Recherche für sein neues Buch. Er sei schockiert gewesen, was ihm ehemalige Teilnehmer über ihre Erlebnisse erzählt haben. So habe man einem „Supertalent“-Kandidaten vor seinem Auftritt erzählt er sei weiter, doch auf der Bühne wurde er dann von Chefjuror Dieter Bohlen fertig gemacht.
 
Noch schlimmer sei da aber die ProSieben-Show „Popstars“, denn da werden nach Bursteins Meinung Foltermethoden angewandt. „Die Kandidaten werden kaserniert und abgeschottet. Dazu kommt Schlafentzug und Druck innerhalb der Gruppe. Und dieser Coach, der alle bestraft“, erklärte der Österreicher im Interview. Besonders schlimm: Sind die Kandidaten dann mit den Nerven am Ende, kommt der Coach zu ihnen und sagt, dass es ihm dabei am meisten wehtue. „Das ist vom psychologischen Prinzip her Folter“, so Burstein.
 
Bei den verantwortlichen Sendern will man von so etwas nichts wissen. Eine RTL-Sprecherin habe ihm sogar vorgeworfen, Folteropfer zu verhöhnen, so Burstein. Für den Österreicher unverständlich. Man müsse sich die Shows doch nur ansehen: „Da sitzt eine Jury aus ehemaligen Sternchen und urteilt – das ist eine Diktatur der Gescheiterten!“[fm]

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