„Big Brother“: Premiere will ins Guinness-Buch der Rekorde

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Berlin – Der Bezahlsender Premiere will mit seiner 24-Stunden-Übertragung der fünften Staffel von „Big Brother“ ins Guinness-Buch der Rekorde.

Der Kanal strahlt dann die „längste Live-Sendung der Welt“ aus, wie eine Sprecherin des Senders der Nachrichtenagentur ddp sagte. Der Antrag zur Aufnahme in das Sammelwerk der Superlative sei bereits gestellt.
 
Aber damit gibt sich Premiere nicht zufrieden. Wenn die nächste Staffel, die unbegrenzt laufen soll, am 1. März im Anschluss an „Big Brother V“ startet, will der Sender wieder mit dabei sein. Die Entscheidung liege „in den letzten Zügen“, die Verträge stünden „zu 99 Prozent“, betonte die Sprecherin.
 
Weltweit ist dieses „Big Brother“-Konzept einmalig. Zwar laufen in einigen Ländern die einst in Wohncontainern gestarteten Shows nach wie vor mit großem Erfolg. Doch die Sendungen blieben auf 100 Tage beschränkt, sagt „Big Brother“-Sprecherin Maren Mossig. In Deutschland habe sich hingegen gezeigt, dass die auf etwas über drei Monate begrenzte Show für die Zuschauer nach der dritten Staffel uninteressant wurde.
 
Mit der Quote der einjährigen „Big Brother“-Staffel sind die Sender mehr als zufrieden. Premiere verkaufte für seinen eigens eingerichteten BB-Kanal nach eigenen Angaben rund 500 000 so genannte Tickets als Tages- oder Monatsabonnements. Bei RTL 2 pendelte sich die Quote schnell auf durchschnittlich 1,6 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil um die zwölf Prozent bei den Sendungen in der Werbe-Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ein.
 
Trotz höherer Kosten für die neue Dauerstaffel geht die Leiterin Unterhaltung bei RTL 2, Katja Hofem-Best, davon aus, dass auch „BB6“ eine „lohnenswerte Investition“ bleibt. Der Sender habe mit „Big Brother“ ein „sicheres Pferd im Stall“. Die Sendung sei zu einer „Real-Daily-Soap“ geworden, die wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ eine feste Fan-Gemeinde anspreche. Weil die Charaktere aber echt und nicht fiktiv seien, kämen sie „noch näher an die Zuschauer heran“.

Der „Big Brother“-Fan ist zwischen 20 und 29 Jahren jung und lebt vor allem in großen Städten. Etwas mehr Männer als Frauen verfolgen täglich die Lieben und Intrigen hinter Gittern. Die „Hardcore User“ beäugen die Sendung akribisch, legen Tagebücher an und betrachten ihre Stars fast als Familienmitglieder. Aus dem Feedback der Zuschauer erfuhr Premiere, dass manche mit ihren Bezugspersonen aufstehen, zu Mittag essen und bei Konflikten für ihren Star streiten.
 
Für die Endlosstaffel bewarben sich Mossig zufolge bislang 26 000 Fans, 16 von ihnen werden in das Fernsehdorf bei Köln einziehen. Alle zwei Wochen entscheiden die Zuschauer dann, wer durch einen neuen Kandidaten ersetzt wird.
 
Längst geht es den Bewerbern nicht mehr nur um Publicity. Sie wollten ihre Grenzen austesten, sich in einer neuen Situation bewähren, betonte Hofem-Best. „Big Brother“ werde „als spontanes Spiel“ verstanden, bei dem die Kandidaten mit Menschen in Kontakt kämen, die sie sonst nie kennen lernen würden. Zudem erhielten sie durch die „Challenges“ Aufgaben, die sie als Abenteuer erlebten.
 
Bei Produzent Endemol laufen die Vorbereitungen für „Big Brother VI“ mittlerweile auf Hochtouren. Statt der 52 überwachen künftig etwa 100 Kameras das rund 5000 Quadratmeter große Areal der Bewohner in dem Dorf. Die Mitarbeiterzahl soll laut Mossig von 250 auf etwa 300 wachsen.
 
Für die Regisseure, Redakteure und Kameraleute bedeutet das noch mehr Arbeit. Bisher werden die Bilder der Kameras in einen Regieraum mit 52 Monitoren übertragen. Dort entscheidet ein diensthabender Regisseur im Sekundentakt, welche Bilder auf sechs Screens aufgezeichnet und für die Vertragspartner entsprechend aufbereitet werden. [fp]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

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