Bitte hier entlang ins Verderben: Böse Arte-Mystery-Serie „Das Seil“

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Arte
© Les Films de l'Instant/G.Chekaiban
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Bei Arte wird es schaurig: Ein endloses Seil in der Landschaft, dem man Tage folgen kann. Was würden Sie an seinem Ende vermuten? Unser Rat: Besser liegen lassen.

Die besten Horrorfilme erzählen immer eine ganz einfache Geschichte. Und was könnte einfacher sein als dieser Plot: Sechs Wissenschaftler finden am Waldrand ein Seil, neugierig folgen sie dem nichtendenwollenden Tau und finden alle ihre ganz persönliche Hölle. Der schaurige Mystery-Dreiteiler „Das Seil“ – aktuell in der Arte-Mediathek – spielt gekonnt mit der großen Parabel und dem Motiv der Todessehnsucht, ohne dass es je billig oder platt gerät. Selten wurden Splatter-Elemente so liebevoll gekonnt am Bildrand eingesetzt wie in dieser neuen französischen Miniserie von Dominique Rocher.

Rocher hat zuvor nur einen längeren Film gedreht. In „The Night Eats the World“ (2018) wacht ein junger Mann nach einer Party morgens in Paris auf und muss feststellen, dass seine Stadt von Zombies überfallen wird. „Das Seil“ ist da ganz anders. Die Handlung spielt schließlich viele Kilometer abseits von jeder Zivilisation in einer Forschungsstation in Norwegen. Unter riesigen Parabolantennen steht im dichten Wald eine Siedlung mit Laboren und Wissenschaftlern des französischen Staats. Bernhardt Mueller, gespielt von dem deutschen Bond-Bösewicht Richard Sammel („Casino Royale“), und sein Team scheinen vor ihrem größten Triumph zu stehen. Sie horchen das Weltall ab, in dem sie nach besonderen Impulsen durch Strahlung suchen.

Arte-Serie „Das Seil“ basiert auf Roman von Stefan aus dem Siepen

Suzanne Clément in "Das Seil" auf Arte © Les Films de l'Instant/G.Chekaiban
Agnès (Suzanne Clément, Mi.), Ulrik (Jakob Cedergren, li.) und Liam (Gilles Vandeweerd, re.) beobachten die Schneeflocken. Die Zeit vergeht schnell und noch immer haben sie nichts von den anderen gehört. © Les Films de l’Instant/G.Chekaiban

In zwei Wochen wollen sie mit einem riesigen Radioteleskop, das über dem Forschungszentrum herausragt, Daten auslesen, „ernten“. Als das Team nach einer guten Nachricht der Pariser Geldgeber ausgelassen feiert, kommt man in Champagnerlaune auf das Mysterium vor der Haustür zu sprechen. Seit dieser Woche liegt am Straßenrand ein herrenloses Seil, das zwischen den unzähligen Birken endlos in den Wald hineinzuführen scheint. Der Weg ist tückisch: Ulrik (Jakob Cedergren, „The Guilty“) hat seine wissenschaftliche Neugier einen Tag zuvor mit einem durchbohrten Oberschenkel bezahlt. Jetzt sitzt er erstmal im Rollstuhl. Doch das Omen schreckt die anderen nicht ab.

Da ist die herrische Forscherin Sophie (Jeanne Balibar), die allen ihren Krebs im Endstadium verschweigt. Die schweigsame Leila (Christa Théret), die kein Gefühl mehr in ihrem Inneren spürt. Der treue Serge (Jean-Marc Barr), dem der den Unfalltod seiner kleinen Tochter auf dem Gewissen lastet. Sie alle gehören zu einem Trupp, der dem Seil folgt und dabei an ein gutes Ende für sich glaubt. Sie alle sollen sich täuschen.

„Das Seil“ beruht frei auf einem Roman des Deutschen Stefan aus dem Siepen, das 2012 ein großer Erfolg war und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Die Serie läuft am 27. Januar auch linear bei Arte.

[Christof Bock]

Bildquelle:

  • df-das-seil1: Arte
  • df-das-seil: Arte

3 Kommentare im Forum

  1. Da hatte ich mir einiges mehr von versprochen….. Außerdem bin ich wohl zu dumm, den tieferen Sinn der Serie zu verstehen…… falls mich da jemand aufklären könnte… :whistle:
  2. Ein wenig wird der Hintergrund im Interview klar, was die sich dabei gedacht haben. Aber keine Bange, aus ‘Mystery’ wird bestenfalls ’Filmkunst’ - kann man verstehen, muß man aber nicht
  3. Apropos Filmkunst. Ist schon einige Jahre her, da lief nach Mitternacht, ein wirklich spannender Film im TV. Ich habe mich richtig bemühen müssen, nicht einzuschlafen, da es schon sehr spät war. Und dann war der Film zu Ende. Open End. Erst hatte ich gedacht, ich wäre doch eingeschlafen, aber nein. Der Film endete praktisch mittendrin. :devilish:
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