Buhrow: „Umweltsau“-Lied hat auch wohlmeinende Hörer verärgert

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© WDR/Herby Sachs
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In der Debatte um das „Umweltsau“-Lied des WDR hat Intendant Tom Buhrow den Vorwurf zurückgewiesen, vor rechten Kreisen eingeknickt zu sein.

„Nein, bin ich nicht“, sagte der Chef des größten ARD-Senders dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Der WDR habe durchaus die Mechanismen der rechten Mobilisierung im Internet erkannt. Daneben habe es aber auch eine echte, nicht gesteuerte Empörung von ansonsten wohlmeinenden Hörern gegeben. „Da hatten wir wirklich Hunderte Seniorinnen und Senioren und deren Enkel am Telefon. Uns war sofort klar, diese Menschen waren nicht Teil einer orchestrierten Sache“, sagte Buhrow.

In dem Lied des WDR-Kinderchors hatte es unter anderem geheißen: „Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau.“ Dies hatte rund um den Jahreswechsel einen Shitstorm im Internet ausgelöst. Buhrow hatte umgehend für das Lied um Entschuldigung gebeten. Daraufhin wurde ihm vorgehalten, er spiele rechten Aktivisten in die Hand, die die Empörungswelle im Internet großenteils künstlich erzeugt hätten.

Buhrow verteidigte im „Spiegel“ seine Entscheidung, das Video zu sperren und um Entschuldigung zu bitten. „Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant? Wir können uns doch nicht hinter der Satirefreiheit verstecken und sagen: Wir haben recht, lieber Hörer, und dass du so empfindest, das ist eben falsch.“

Auch den Vorwurf des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU), der WDR habe Kinder für politische Zwecke instrumentalisiert, wies Buhrow zurück. „Das ist doch lächerlich. Dem schließe ich mich überhaupt nicht an.“

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  • WDR-Koeln-Dom: © WDR/Herby Sachs

153 Kommentare im Forum

  1. Buhrow sagte im Spiegel: Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt. Soll ich denen sagen: Sie sitzen einer rechten Instrumentalisierung auf, und Ihre Gefühle sind deshalb irrelevant? Wir können uns doch nicht hinter der Satirefreiheit verstecken und sagen: Wir haben recht, lieber Hörer, und dass du so empfindest, das ist eben falsch." Das gefällt mir, daß Buhrow erkannte, daß auch Zuhörer anriefen um ihren Unmut kund zu tun, die nicht aus der ideologisch verblendeten Szene stammten. Ich schreibe bewußt nicht rechts, weil nicht alle die rechts stehen auch gleichzeitig ideologisch verblendet sind. Es gibt eben sonne und Sonne.
  2. Na da ist die Fahrt zur Schule, mit dem SUV, jetzt aber gestrichen....Natürlich auch der Fernseher, Computer und die Stereoanlage im Kinderzimmer und bevor ich es vergesse, auch das eigene Handy. Diese Sachen werden ja schließlich mit dem Frachter um die halbe Welt geschiffert.Natürlich ist auch der nächste Auslandsurlaub gestrichen. Flugzeuge stoßen schließlich Unmengen von CO2 aus. Huch, was habe ich für rechtsextremes Gedankengut aber auch.
  3. Das politische Klima in Deutschland ist vollkommen vergiftet. Die örA haben, indem sie die Position vom Berichterstatter zum Meinungsmacher gewechselt haben, gewaltigen Anteil daran. Dieser "Satire"-Song ist einfach zu früh gestartet worden. Die Masse war noch nicht bereit, sich das Gehirn mit Burow, Kleber, Roth, Restle, Reschke, Schwesig, ... zu teilen.
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