Darstellung Homosexueller im Fernsehen ist realitätsfern

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Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland kritisiert die Darstellung Nicht-Heterosexueller im deutschen Fernsehen.

„Die Lebensrealität von Lesben, Schwulen und Trans kommt so gut wie gar nicht vor“, sagte Verbandssprecher Markus Ulrich der Deutschen Presse-Agentur. Neben der Frage nach der allgemeinen Sichtbarkeit gehe es um die Fragen, wann und wie Themen und Personen gezeigt würden. Oft würden entsprechende Formate erst spät abends gesendet, kritisierte Ulrich.

Selbst bei Soaps entspreche die Darstellung oft nicht dem Leben beispielsweise Homosexueller. „Da gibt es dann einen Schwulen, der vielleicht noch einen Partner hat, aber mitten in der Großstadt ansonsten keine schwulen Freunde.“ Die Serien erzählten zum Beispiel nichts vom schwulen oder lesbischen Ausgehen. Wichtig sei darüber hinaus, ganz verschiedene Typen abzubilden, sagte Ulrich.

Natürlich könne eine Serie nur bedingt Diversität zeigen, räumte er ein – wenn sie etwa auch Menschen mit Behinderungen, Übergewicht, Migrationshintergrund oder anderen Glaubens berücksichtigen soll. „Das kann man nur lösen, wenn man das über mehrere Serien streut“, sagte Ulrich. „Oder über rein homosexuelle Formate wie „L-World“.“[dpa]

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43 Kommentare im Forum

  1. Die Darstellung von allem im Fernsehen ist realitätsfern. Leben, Familie, Arbeit, Alltag... ich kenne nicht eine Person, die von sich sagen würde, "Toll, mein Leben ist so wie es im Fernsehen dargestellt wird, ich bin also normal."
  2. Es gelingt im deutschen Fernsehen eher schlecht als recht. Aus Übersee und GB kommen und kamen fantastische Queere Serien und Filme. Wenn ich da an "Queer As Folk" denke oder aktuell die "Stadtgeschichten" (Netflix) oder "Love Simon" (aktuell bei Sky).
  3. Du hast schon Recht, nur....einige Klischees müssen halt erfüllt werden. Auch in "Queer As Folk". Ich mag die Serie wirklich. Aber da gabs auch den "süßen Bengel", die "Tunte", den "Macho" usw. Es wäre einfach schön, wenn die sexuelle Ausrichtung nicht immer so großartig im Mittelpunkt stehen muss bzw deren "Minderheiten in einer Minderheit". Stellt sie einfach als ganz normale Menschen dar, wie die meisten Schwulen und Lesben auch sind und auch so leben. Ja, ein bisschen "interessant" sollte man es natürlich machen, irgendwas muss ich ja erzählen. Aber es muss nicht immer nur klischeebehaftet sein. Da brauch man sich nur GZSZ oder ähnliches ansehen. Die wohnen alle super, neueste Klamotten und Technik aber arbeiten sieht man die kaum - würde aber auch kaum jemand interessieren.
  4. Aber wenn wir ehrlich sind, die Community erfüllt selbst auch ein bißchen diese Klischees. Man braucht nur Freitags weggehen in den entsprechenden Klubs, und Du triffts all diese Typen. Auf dem CSD werden ebenso genau diese Rollen gespielt. Ich weiß gar nicht wie ich mich da einordnen würde...
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