Das Eins-Extra-Thema im Dezember: Birma und Indien

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Saarbrücken – Im Dezember widmet sich Eins Extra den beiden asiatischen Ländern Birma und Indien.

„Birma, eingesperrtes Land“, so lautet der Titel einer Dokumentation des Eins-Extra-Themas. Eine Militärjunta beherrscht das Land, 1989 wurde es in Myanmar umbenannt. Bürgerrechte sind ein Fremdwort, die Opposition wird gewaltsam unterdrückt. 2007 kam es zu Massenprotesten, die blutig niedergeschlagen wurden. Sie wurden angeführt von buddhistischen Mönchen. Kann es eine demokratische Zukunft für Birma geben? Dieser Frage wird in einem Expertengespräch nachgegangen.

Hilfsorganisationen versuchen den bitterarmen Menschen jenseits aller Politik zu helfen. Neben den politischen Verhältnissen zeigen die Reportagen zum Eins-Extra-Thema aber auch die Schönheit des Landes mit seinen alten Traditionen und Bräuchen.
 
Indien ist ein Land der Gegensätze: High-Tech und Tempeltanz, Luxuskaufhäuser und endlose Slums. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Obwohl hinduistisch dominiert, gibt es immer wieder blutige religiöse Auseinandersetzungen in dem Vielvölkerstaat. Naturkatastrophen, wie beispielsweise Überschwemmungen suchen das Land regelmäßig heim und vernichten die Ernten. Die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich und das ungebremste Bevölkerungswachstum verschärfen die innenpolitischen Probleme. Reportagen und Dokumentationen zeigen diese vielen Gesichter Indiens.
 
„Eingesperrtes Land – Eine Reise ins unbekannte Birma“, Eine Weltweit-Reportage von Michael Wieseler, Sendetermin: 13. Dezember, 18.02 Uhr
 
März 2008: eine überraschende Einladung für den Kölner Zootierarzt Olaf Behlert und sein Team. Der Zoo in Birmas Metropole Yangon bittet um Hilfe. In drei Wochen soll der Tierpark umgestaltet werden: Gehege umbauen, Pfleger schulen, Tiere untersuchen. Die Mitarbeiter des Kölner Zoos sagen zu, machen ihren Job. Aber nach drei Wochen Arbeit im Zoo bei 40 Grad beginnt das große Abenteuer erst so richtig: Eine Expedition in die für Ausländer gesperrten Landesteile. Reporter Michael Wieseler und Kameramann Markus Dassel sind als Zoomitarbeiter getarnt mit auf diese Reise gegangen – denn Birma ist für ausländische Kameras verboten. Ihr Plan: Eine Reportage exklusiv aus dem Land, in dem noch vor einem halben Jahr die friedlichen Proteste buddhistischer Mönche blutig niedergeschlagen wurden.
 
„Eins Extra im Gespräch – Ulrich Timm im Gespräch mit Dr. Gerhard Will von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin“, Sendetermin: 13. Dezember, 18.30 Uhr
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„Asien-Express – Burma und Bangladesch: Die Furcht der Menschen“,Sendetermin: 13. Dezember, 18.50 Uhr, Ein Film von Rob Hof
 
Das Militärregime von Burma heißt seine Besucher immerhin herzlich willkommen. Die Grüße prangen auf einem prächtigen, goldverzierten Tor, das den Weg vom Flughafen in die Hauptstadt Rangoon weist. Rob Hof fährt von dort nach Mandalay bis hoch in den Norden nach Mytkyina. Von dort geht es über Bagan und Bago in Richtung Thanbyuzayat, zu jenem Bahnhof, in dem während des Zweiten Weltkrieges der japanische „Todeszug“ endete. Die Gespräche im Zug verstummen immer schnell aus Furcht vor der Geheimpolizei. Als niemand zuzuhören scheint, berichtet ein Journalist vom Widerstand buddhistischer Mönche, denen er selbst sein Leben verdankt.
 
„Die Kinder von Mingun – Saarländer helfen in Myanmar“, Sendetermin: 13. Dezember, 19.20 Uhr
 
Myanmar, das ehemalige Burma oder Birma, war Jahrzehnte von der Außenwelt abgeschnitten. Eine Militärdiktatur, eine machtlose Opposition im Gefängnis, Hunger und Krankheiten haben die Bevölkerung in besonderem Maße beeinträchtigt. Das saarländische Ehepaar Ilse und Dr. Christian Runge begann vor acht Jahren, Kindern in Myanmar zu helfen, sie von der Straße in Schulen zurückzubringen, sie zu Ausbildung und Beruf zu motivieren. Sie gründeten in Saarbrücken den „Förderverein Myanmar“ e.V., warben bisher über 100 Paten für burmesische Kinder an und bauen mit ihrem privaten Geld vor Ort Schulen und Brunnen mit dem Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.
 
Ein Kamerateam hat eine Delegation des Fördervereins Ende 2004 bei einer zweiwöchigen Reise durch Yangon, Mandelay und Bagan bis zum Indischen Ozean begleitet, um das Engagement und die Erfolge der Saarländer zu dokumentieren. Der Film zeigt die herzliche Aufnahme der Reisegruppe und die Dankbarkeit der Patenkinder, deren Leben sich durch die Hilfe aus Deutschland verändert hat. Schon haben die Saarländer neue Pläne: Sie wollen helfen, eine Klosterschule weiter auszubauen. Doch das Engagement ist nicht immer einfach: Denn es geschieht im Spannungsfeld kultureller und religiöser Unterschiedlichkeit.
 
„Schauplätze der Weltkulturen – Indiens Süden und der Tanz der Götter“, Sendetermin: 14. Dezember, 18.03 Uhr, Ein Film von Yasmina Bauernfeind
 
In Kumbakonam entstand die Welt aus einer Kumba, einem Gefäß, heißt es in einem uralten Mythos. Die Stadt im Süden Indiens beansprucht für sich der „Nabel der Welt“ zu sein, was nach hinduistischem Verständnis der heiligen Stadt Benares zusteht. Das ist einer von zahllosen Widersprüchen, die gerade den Süden Indiens kennzeichnen, wo Mythen, religiöse Traditionen und Alltag mehr als anderswo zu einem scheinbar unentwirrbaren Geflecht verwachsen. Doch alles hat eine innere indische Logik, einen gewachsenen Zusammenhang, der sich auf Jahrtausende alte Göttergeschichten und Götterwelten gründet. Vor diesem Hintergrund erklären sich die rätselhaften Tempel ebenso wie das Schicksal einer alten Frau, die ihr Leben dem Tanz der Götter widmete.
 
„Profile extra – Heute aus Indien – Chennai“, Moderation: Wolfgang Friedrich, Sendetermin: 14. Dezember, 19.02 Uhr
 
Indien in Stichworten:
Automarkt – Wie BMW den Einstieg versucht
Unternehmensgründung – Womit Mittelständler rechnen müssen
Müll-Berge – Der Subkontinent versinkt im Abfall
Arbeitsleben – Wie ein Nürnberger in Chennai zurecht kommt
Urlaubsfreuden – Was Touristen entdecken können
 
„Die Unberührbaren – Indiens Kastenlose wehren sich“, Ein Film von Mechthild Rüther, Sendetermin: 14. Dezember, 19.25 Uhr
 
Kutrabakam ist ein Dorf im armen indischen Bundesstaat Tamil Nadu. In Kutrabakam gibt es Streit. Die Dalits begehren auf, sie wollen Zutritt zum Tempel – wie alle anderen Dorfbewohner auch. Die Dalits sind Unberührbare, die am Rand des Dorfes in armseligen Hütten leben. Sie wollen Wasser zum Trinken und Kochen aus dem Dorfteich entnehmen. Dalit-Frauen wurden verprügelt, als sie dies versuchten. Ihre Krüge wurden zerstört. Fatima Burnad ist 53 Jahre alt und selbst eine Unberührbare. Sie ist aktiv bei SRED, einer unabhängigen Organisation für ländliche Entwicklung in Tamil Nadu. Oft besucht sie das Dorf und diskutiert mit den Dalits. Was können sie tun, um endlich ernst genommen zu werden, um Trinkwasser zu bekommen und ihr Vieh auch auf die saftigeren Weiden nahe am Dorf führen zu können?[cg]

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