„Das soll Recht sein?“ – Ingo Zamperoni moderiert Gerichtsformat

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Vier Schöffen und ein Moderator: „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni knüpft sich in der ARD-Themenwoche „Gerechtigkeit“ gemeinsam mit ehrenamtlichen Richtern drei Gerichtsprozesse vor.

Umstrittene Urteile in Strafrechtsprozessen beschäftigen „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni bei seinen Stippvisiten in deutsche Gerichtssäle. Die neue Sendung „Das soll Recht sein?“ erzählt von diesem Montagabend (22 Uhr) an im NDR Fernsehen drei Fälle: Ein Mann landet unschuldig hinter Gittern, weil die Nachbarstochter ihn der Vergewaltigung bezichtigt. Eine Frau, die von ihrem Mann über Jahre brutal misshandelt wird, erschießt ihren Peiniger, wird zur Haft verurteilt, dann aber doch freigesprochen. Den Mörder einer 17-Jährigen fasst die Polizei schnell, letztlich kommt er aber doch auf freien Fuß.

Jeweils einen Prozess analysiert Zamperoni in jeder 45-minütigen Folge – im Mix aus Doku und Gespräch – mit vier Schöffen aus Norddeutschland. „Es geht um die Frage, die sich jeder mal stellt: Was ist Recht und was ist gerecht?“, sagte der 44-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Das Wesen eines Rechtsstaates ist es nun mal, bisweilen dem subjektiven Rechtsempfinden der Bevölkerung zu widersprechen, er darf nicht Schwankungen und Stimmungen unterliegen.“ Rechtsstaatlichkeit sei ein hohes Gut, betonte er und sagte aber auch: „Unser Rechtssystem ist sicher nicht perfekt, auch bei uns gibt es Menschen, die daran verzweifeln.“

So wie im Fall von Ralf Witte, um den es in der ersten Ausgabe geht. Die 15-jährige Nachbarstochter behauptete, der Straßenbahnfahrer habe sie brutal vergewaltigt. Obwohl er Alibis für die angeblichen Tatzeiten vorlegen konnte, verurteilte ihn das Landgericht Hannover 2004 zu zwölf Jahren und acht Monaten Haft. Fünf Jahre sitzt der Mann im Gefängnis, bevor der Fall wieder aufgerollt und es Wittes inzwischen neuem Anwalt gelingt, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen.

Zamperoni spricht mit den Schöffen, die schon seit Jahren im Einsatz sind, über den jeweiligen Fall und versucht zu verstehen, warum zwischen Rechtsprechung und unserem Gerechtigkeitsgefühl mitunter Welten liegen. „Diesem Thema jetzt mal nachzugehen, ohne es zu sensationalisieren, sondern es ausgeruht von allen Seiten zu betrachten, nicht belehrend, sondern spannend und zum Nachdenken anregend, fand ich sehr reizvoll“, sagte der Journalist, der einst im Nebenfach Jura studierte.

Stück für Stück erfährt die Schöffenrunde, wie sich die Prozesse weiterentwickelt haben. Die Sendung soll zeigen, wie Einschätzungen vor Gericht entstehen, welche Faktoren eine Rolle spielten, welche Fehler passieren und welche Wendungen entstehen könnten, erklärte Christoph Bungartz vom NDR der Deutschen Presee-Agentur. „Es sollte keine Unterhaltungsshow sein und wir wollten auch nicht einfach nur „Skandal“ brüllen, sonst hätten wir auch Fälle erfinden, nachspielen und eine Gerichtsshow daraus machen können.“

Die weiteren Ausgaben folgen am 13. und 14. November (22 Uhr). [dpa]

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