„Der Dino-Planet“: Größer, cleverer, gefräßiger

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Die Dinosaurier – eine Spezies, über die schon alles gesagt wurde? Keineswegs. Sie sind zwar schon seit Millionen von Jahren ausgestorben, dennoch begeistern sie die kleinen und großen TV-Zuschauer bis heute. Was es neues über die Giganten der Urzeit zu wissen gibt, zeigt der digitale Spartensender ZDFneo ab dem 16. Juni in der deutschen TV-Premiere „Der Dino-Planet“.

Denkt man an Dinosaurier, glaubt man schnell, so ziemlich alles über die Urzeit-Riesen schon einmal gehört und gesehen zu haben. Denn spätestens seit Steven Spielbergs „Jurassic Parc“ haben die Dinos wieder eine wahre Hochkonjunktur erlebt. Filme, Serien und vor allem die zahlreichen Dokumentationen scheinen bereits jeden Winkel dieser prähistorischen Lebenswelt beleuchtet zu haben. Doch nur, weil die Giganten seit mittlerweile 65 Millionen Jahren ausgestorben sind, heißt das nicht, dass die bereits gewonnenen Erkenntnisse universelle Gültigkeit beanspruchen können.

Im Gegenteil: Was die BBC vor mittlerweile zehn Jahren in ihrem erfolgreichen Beitrag „Walking With Dinosaurs“ konstatierte, muss heute bereits als überholt gelten. Der Fortschritt der Technik erlaubt den Forschern immer tiefere Einblicke in das Leben der Reptilien und immer mehr Thesen bedürfen einer Generalüberholung. So war der gefürchtete T-Rex beispielsweise entgegen der heutigen Annahme keineswegs das Nonplusultra unter den Saurieren. Er war zweifelsohne stark, doch es gab Andere, die noch größer, noch stärker und noch gefräßiger waren als er.

In ihrer neuen Doku-Reihe „Der Dino-Planet“ versucht die BBC daher, die gängigen Ansichten über die Urzeit-Riesen mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu harmonisieren und dabei zum Teil ganz praktische, aber doch oft vernachlässigte Fragen zu beantworten. Wieso brachen die zum Teil über 70 Tonnen schweren Giganten beispielsweise nicht unter ihrem eigenen Gewicht zusammen?Inhalt

 
Im ersten Themenblock widmet sich das BBC-Format dem „Kampf der Giganten“. Während das größte Landraubtier aller Zeiten, der Spinosaurus, sein Unwesen in den Sumpfgebieten Afrikas trieb, ging in den trockenen Regionen der Carcharodontosaurus auf die Jagd. Als die Sümpfe jedoch allmählich austrockneten, kamen sich die beiden Echsen zwangsläufig in die Quere. Doch die Fleischfresser bekämpften sich nicht nur gegenseitig, sondern gingen auch auf die zahlreichen Pflanzenfresser los. Es begann ein regelrechtes Wettrüsten, auf jeden noch so großen Pflanzenfresser folgte ein ihm überlegener Fleischfresser.

Die zweite Folge nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen der Ozeane, wo sich die gewaltigen Meeressaurier grausam bekämpften. Allen voran der 45 Tonnen schwere Predator X, der sich scheinbar konkurrenzlos durchsetzten konnte. Doch auch an Land geht es nicht friedlicher zu, denn der „T-Rex und seine Brüder“ eroberten als Killertyp der nächsten Generation die Landmassen.

Letztlich stehen die Flugsaurier, „Gefiederte Giganten“, im Fokus. Der Themenblock widmet sich ausgiebig der Entwicklung vom gefiederten, aber doch flugunfähigen Kletterkünstler bis hin zum Herrscher der Lüfte, der Hatzegopteryx, der mit einer Flügelspannweite von zehn Metern das größte flugfähige Tier aller Zeiten war. Die Crew

 
Inszeniert wurde „Der Dino-Planet“ von dem britischen Filmemacher und Produzent Nigel Paterson. Für ihn waren die Urzeit-Giganten keineswegs Neuland, denn bereits 2001 wirkte er an der BBC-Produktion „Die Erbe der Saurier – Im Reich der Urzeit“ mit, für den er 2002 mit einem Primetime Emmy Award geehrt wurde. Neben diversen anderen TV-Dokumentation, engagierte sich der Brite auch im Bereich der Serien.

Im englischen Original übernimmt der renommierte und zweifach Oscar-nominierte britische Schauspieler John Hurt („Der Elephantenmensch„, „Alien„, „V wie Vendetta“) die Rolle des Erzählers.
 
Als Synchronsprecher konnte der deutsche Schauspieler Michael Mendl gewonnen werden. Der gebürtige Westfale machte sich durch Auftritte in TV-Produktionen wie dem ARD-„Tatort“ oder durch Filme wie „Der Untergang“ einen Namen. Zudem arbeitet Mendl auch als Synchronsprecher und lieh unter anderem Stellan Skarsgard in „King Arthur“ und Rob Reiner in „Schlaflos in Seattle“ seine Stimme. Hintergrund

 
Die dreiteilige BBC-Dokumentation entstand zu 98 Prozent am Computer, lediglich für die Fundorte und die Quellen wurden reale Aufnahmen gedreht. Für die aufwendigen Animationsarbeiten standen dem Team insgesamt 60 Personen zur Verfügung, die parallel an dem Film arbeiteten. So viele Mitarbeiter sind normalerweise nur bei Spielfilmen üblich.

Um vor allem die Blut-Effekte so realistisch wie möglich umsetzen zu können, wurden simple Gipsmodelle in den entsprechenden Größen angefertigt und anschließend mit Tinte oder auch Milch übergossen. Am Computer wurde der Flüssigkeit dann das Aussehen von richtigem Blut gegeben.
„Der Dino-Planet“ in Kürze

 
Originaltitel: „Planet Dinosaur“ | Produktionsjahr: 2011 | Erstausstrahlung UK: 14. September 2011 (BBC) | dt. Erstausstrahlung: 16. Juni 2012 (ZDFneo) | Folgen: 3 | Genre: Dokumentation | Inhalt: Sie waren einst die kolossalen Bewohner der Erde: die Dinosaurier. Die BBC-Dokumentation zeichnet sowohl die Entwicklung der Land- als auch der Wasser- und Luft-Giganten nach und bringt gängige Ansichten mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang.

 
DIGITAL FERNSEHEN stellt Ihnen an dieser Stelle immer am Sonntagvormittag die aus Sicht der Redaktion interessanteste TV-Serie vor, die innerhalb der kommenden sieben Tage im deutschen Fernsehen anläuft.
Serienstarts im Überblick
[Frances Monsheimer]

Bildquelle:

  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

2 Kommentare im Forum

  1. AW: "Der Dino-Planet": Größer, cleverer, gefräßiger Ich freue mich schon auf diese neue Dino-Produktion aus dem Hause BBC. Mit seinen Dino-, Pre- und Post-Dino-Dokumentation ("Die Ahnen der Saurier", "Dinosaurier - Im Reich der Giganten", "Die Erben der Saurier", "Monster der Tiefe" und anderen) hat der Sender, gleichgültig, ob die zu Grunde liegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse heute noch gelten oder überholt sein mögen, Maßstäbe an Akurranz und Qualität gesetzt, an denen sich Andere, die nachfolgten, messen lassen müssen - und zumeist scheiterten. Und das von einem öffentlich-rechtlichen Sender, der seit vielen, vielen Jahren mit sinkenden Einnahmen und drastischen Einschnitten zu kämpfen hat! Wo sind ähnlich gute Produktionen aus den Häusern ARD und ZDF...?
  2. AW: "Der Dino-Planet": Größer, cleverer, gefräßiger BTW...DVD und Blu-Ray "Der Dino-Planet - Die faszinierende Welt der Dinosaurier" erscheint voraussichtlich am 16. Juli. Bei Amazon.de kostet die DVD 13,99 €, die Blu-Ray 16,99 €.
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