„Die Borgias“ zum Zweiten: Jeremy Irons brilliert bei ProSieben

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Die Borgias waren ein mächtiger Clan, der zwei Päpste stellte. Nach dem ZDF-Erfolg „Borgia“ folgt nun die US-Serie „Die Borgias“ bei ProSieben – ihr Trumpf heißt Jeremy Irons.

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Ein Historienepos jagt das nächste: Die Fernsehmacher haben die Weltgeschichte als quotenträchtigen Erzählstoff entdeckt und produzieren eifrig Serien oder Filme: Ob „Die Wanderhure„, Mittelalterromane von Ken Follett oder auch Weltkriegsdramen wie kürzlich „Laconia“ – die Zuschauer lassen sich gern mit Geschichten, die auf historischen Fakten basieren, in ferne Jahrzehnte und Jahrhunderte entführen. In diesem Herbst steht die spanische Adelsfamilie Borgia und ihr Kampf ums Papstamt vor mehr als 500 Jahren gleich zweimal im Fokus: Nur zwei Wochen nach der erfolgreichen europäischen „Borgia“-Produktion im ZDF (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete) startet an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr die US-Serie „Die Borgias“ bei ProSieben.

Allein von den Namen und dem Produktionsbudget her hat der Neunteiler aus den USA die Nase vorn: Der Oscar gekrönte Hollywood-Star Jeremy Irons spielt den Borgia-Patriarchen Rodrigo, der als Papst Alexander VI. (1492-1503) in die Geschichte einging; Macher ist der irische Oscar-Preisträger Neil Jordan („The Crying Game“). Er hatte 40 Millionen Dollar (heute rund 29 Millionen Euro) zur Verfügung. Und der US-Bezahlsender Showtime, der schon die Reihe „The Tudors“ über den englischen König Heinrich VIII. im Programm hatte, war so überzeugt von der US-geführten internationalen Produktion (Originaltitel: „The Borgias“), dass bereits eine zweite Staffel gedreht wird; Jordan selbst hat die Story sogar auf vier Staffeln angelegt.

Die Ausstattung ist opulent, die Kostüme sind prächtig. Die Renaissance brilliert in ihrer ganzen Fülle. Die US-Kritiker waren großteils angetan – die Story über die „berühmt-berüchtigte Familie ist fast süchtigmachend unterhaltend“, schrieb die „USA Today“.

Doch ob ProSieben mit seinen „Borgias“ an den ZDF-Erfolg herankommen kann? Rund fünf Millionen Menschen sahen den Sechsteiler „Borgia“ im Schnitt beim ZDF; so viele Zuschauer hat ProSieben so gut wie nie. Noch dazu laufen „Die Borgias“ am Mittwochabend, an dem sonst US-Serien wie „Desperate Housewives“ oder „Grey’s Anatomy“ zu sehen sind – ob deren Fans auch bei einem Historienstoff rund um „Sex. Macht. Mord. Amen“ (so der Untertitel) einschalten? Der Privatsender dürfte aber ohnehin weniger die absoluten Zuschauerzahlen als vielmehr den Marktanteil des jüngeren Publikums zwischen 14 und 49 Jahren im Blick haben – denn das entscheidet gemeinhin über die wichtigen Werbeerlöse.

Mehr Zuschauer hätte man wahrscheinlich beim Schwestersender Sat.1 zählen können, dort kennt man sich aus mit historischen Epen: „Die Wanderhure“ und die Ken-Follett-Miniserie „Die Säulen der Erde“ waren im Herbst 2010 große Publikumserfolge. Doch die ProSiebenSat.1 Media AG verschob Ende September die „Borgias“-Serie kurzerhand von Sat.1 zu ProSieben aus „programmplanerischen Gründen“, wie es hieß. Und tatsächlich hat Sat.1 mit den Unwägbarkeiten der Champions League und auch der Europa League wenig Sendeplätze, die über Wochen für eine solche Serie freigeräumt werden könnten.

ProSieben hat diesen Platz und räumt ihn großflächig frei: Die ersten drei Teile werden gleich zum Start am 9. November verbraten, danach geht es mit Doppelfolgen jeweils mittwochs weiter – bis zum Finale am 30. November. [Patrick T. Neumann/ su]

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