„Die Chefin“: Doppelgleisige Krimi-Reihe [Serienstart]

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Am 24. Februar (Freitag) feiert das ZDF Premiere – und zwar doppelt. An diesem Tag beginnt der Mainzer Kanal nicht nur mit der Ausstrahlung der neuen Krimi-Reihe „Die Chefin“, sondern lässt mit Katharina Böhm alias Ermittlerin Vera Lanz auch erstmals eine weibliche Chefermittlerin im traditionellen ZDF-Freitagskrimi ermitteln.

Mord und privates Drama

Vera Lanz ist Hauptkommissarin in der Münchner Mordkommission und muss zu Beginn der neuen, vierteiligen ZDF-Reihe „Die Chefin“ ihre persönlichen Dramen verarbeiten. In ihrem Beruf ist die Ermittlerin ein Vollprofi – wortkarg aber exakt. Von lang hinaus gezögerten Entscheidungen hält sie wenig, sondern liebt schnelle Entschlüsse und handelt bisweilen sehr energisch. Wenn es sein muss, stellt sich die Hauptkommissarin auch über die Bürokratie und wägt ihre Entscheidungen nach moralischen Aspekten ab. Doch die Kriminalistin birgt ein Geheimnis, welches lange offen bleibt.

An die Seite von Lanz gesellen sich gleich zwei männliche Assistenten: der ehrgeizige Jan Trompeter (Stephan Rudolf) und der zynische Paul Böhmer (Jürgen Tonkel). In der Pathologin Heike Steinbeck findet die Ermittlerin eine enge Vertraute, die wiederum tiefere Gefühle für ihre ermittelnde Freundin hegt.



 



Während ihr beruflicher Weg klaren Regeln folgt, herrscht im Privatleben von Vera Lanz Unordnung. Sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Staatsanwalt und liegt mit ihre Teenager-Tochter Zoe (Olga von Luckwald) im Dauerclinch. Zudem fordert ihr Schwiegervater (Hermann Beyer) nachdrücklich, dass Vera den Tod seines Sohnes aufklärt. Dieser wurde von der italienischen Polizei erschossen, da er der Korruption bezichtigt wurde. Das Drama erstreckt sich über die gesamten ersten vier Episoden der neuen Krimi-Reihe.



 



In ihrem ersten Fall „Enthüllung“ muss die Kriminalhauptkommissarin den Tod der 24-jährigen Tochter eines prominenten Gastwirtes untersuchen, die nach einer durchtanzten Nacht vom Balkon ihrer Wohnung gestürzt ist. Auf den ersten Blick deutet die Szenerie auf einen Suizid hin, doch schon bald wird klar, dass sie ermordet wurde – von einem Täter, welchen das Opfer gekannt haben muss.




 Darsteller und Filmcrew

In der Hauptrolle von „Die Chefin“ ist die in der Schweiz geborene Schauspielerin Katharina Böhm zu sehen, die vor allem durch ihre Rolle in der ZDF-Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ bekannt wurde. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt am Theater machte sie auch international auf sich aufmerksam, unter anderem als Kinderärztin in der deutsch-italienischen Koproduktion „Die Kinderklinik“. Für Armin Mueller-Stahls Regiedebüt „Gespräch mit dem Biest“ stand sie ebenso vor der Kamera wie für Xaver Schwarzenbergers Film „Fesseln“. Erfahrungen als Ermittlerin bringt Böhm bereits mit, denn die Schauspielerin verkörperte in der ZDF-Krimireihe „Nachtschicht“ die Kommissarin Paula Blohm.
 
Jürgen Tonkel übernahm in „Die Chefin“ den Part des zynischen Assistenten Paul Böhmer, der sich bei jeder Beförderung übergangen fühlt. Tonkel verfügt über jahrelange Erfahrung als Theaterschauspieler und war gemeinsam mit Christoph Maria Herbst, Bastian Pastewka und Michael Kessler in dem Stück „Männerhort“ zu sehen. Kino-  und TV-Freunde dürften den Mimen vor allem aus Marco Kreuzpaintners „Sommersturm“ und Oliver Hirschbiegels Erfolgsfilm „Der Untergang“ kennen. Zudem hatte er Rollen in den TV-Reihen „Tatort“, Bella Block und „Unter Verdacht“. In „K3-Kripo Hamburg“ verkörperte er zwischen 2003 und 2007 den Hauptkommissar Reisinger.
 
Mit Stefan Rudolf alias Jan Trompeter unterstützt ein zweiter Assistent die Ermittlerin, allerdings nicht auf zynische Art und Weise, sondern ehrgeizig und lernwillig. Rudolf agierte vor allem in Fernsehproduktionen, darunter der Krimi-Reihe „Tatort“ und „Unter Verdacht“ sowie den Serien „Der Bulle von Tölz“ und „Dr. Psycho“. Im Kino war der ebenfalls theatererfahrene Darsteller zuletzt in der Komödie „Offroad“ zu sehen.
 
Die 1991 geborene Olga von Luckwald trotzt als Tochter im Teenager-Alter ihrer ermittelnden Mutter. Von Luckwald war erstmals 2009 in der Hape-Kerkeling-Verfilmung „Ein Mann, ein Fjord“ zu sehen. Seitdem wirkte die Newcomerin unter anderem in den Krimiserien „Alarm für Cobra 11“ und „Der letzte Bulle“ mit. Darüber hinaus war sie in den TV-Filmen „Dann kam Lucy“ und „Vater aus heiterem Himmel“ zu sehen.
 
Stephan Kampwirth darf als verheirateter Staatsanwalt und Liebhaber von Vera Lanz für Liebeswirrungen sorgen. Kampwirth war ebenfalls in mehreren Episoden des „Tatorts“ zu sehen. Darüber hinaus hatte er eine Vielzahl von Rollen in Fernsehfilmen, darunter „Liebe deinen Feind“, „Ein Dorf schweigt“, „Werther“ und „Das Leuchten der Sterne“. Auf der großen Leinwand durften Zuschauer Kampwirth unter anderem im Liebesfilm „Junimond“ und in „Halbe Miete“ erleben.
 
Der bereits seit 1969 im TV- und Filmgeschäft aktive Schauspieler Hermann Beyer erinnert in seiner Rolle des Schwiegervaters von Kommissarin Lenz die Ermittlerin erbarmungslos an den Tod ihres Mannes und fordert sie vehement auf, die Ursachen des Unglücks aufzuklären. Beyer spielte in zehn Folgen der Krimi-Reihe „Polizeiruf 110“ den Vater Hinrichs und war in zahlreichen weiteren TV-Produktionen zu sehen. Neben Fernsehfilmen wie „Der Tote im Spreewald“ und „Mörder auf Amrum“ wirkte er in den Serien „In aller Freundschaft“, „Großstadtrevier“ mit. Ins Kino schaffte er es unter anderem im Drama „Antonyma – Eine Frau in Berlin“ sowie den Streifen „Novemberkind“ und „Elementarteilchen“.
 
Nicole Marischka als Pathologin Heike Steinbeck ist die Vertraute von Vera Lanz, welche für die Ermittlerin tiefere Gefühle hegt. Marischka wirkte in dem 2009 mit einem Silbeneren Bären (Beste Hautdarstellerin) ausgezeichnete Film „Alle Anderen“ mit, der sich 2010 auch im Rennen um den Deutschen Filmpreis befand. Außerdem war spielte sie Rollen in TV-Filmen wie „Homevideo“, „Ein Dorf schweigt“ und „Tsunami – Das Leben danach“.
 
In weiteren Rollen spielen unter anderem Sophie von Kessel („Tatort“), Fritz Karl („Männerherzen…und die ganz große Liebe“), Alexander Held („Sophie Scholl“, „Der Untergang“), Juliane Köhler („Der Untergang“, „Aimée & Jaguar“), Götz Schubert („Tage die bleiben“), Inka Friedrich („Sommer vorm Balkon“), Harald Schrott („Tatort“, „Das Meer am Morgen“) und Melika Foroutan („Der Mann mit dem Faggott“).
 
Für das Drehbuch von „Die Chefin“ zeichnete Orkun Ertener verantwortlich, der bereits die Skripte zu zahlreichen TV-Filmen, Reihen und Serien verfasst hat. Dazu zählen Drehbücher zu verschiedenen „Tatorts“ und Episoden der Fernsehserie „KDD – Kriminaldauerdienst“. Für letztere erhielt Ertener auch den Adolf-Grimme-Preis.
 
Regie führten die in Sao Paulo und Frankfurt aufgewachsene Maris Pfeiffer und Michael Schneider. Die auch als Dozentin tätige Film- und TV-Regisseurin drehte unter anderem die Filme „Die Liebesdienerin“ und „Liebe Amelie“, inszenierte mehrere „Tatort“-Fälle und saß auch bei zehn Folgen der Krimiserie „SOKO Leipzig“ auf dem Regiestuhl. Wolfgang Schneider führte unter anderem in 16 Episoden der Serie „Kommissar Stolberg“ und in mehreren Folgen von „Der Alte“, „SOKO Köln“, „SK Kölsch“ und „Die Wache“ Regie. Wolfgang Schneider führte unter anderem in 16 Episoden der Serie „Kommissar Stolberg“ und in mehreren Folgen von „Der Alte“, „SOKO Köln“, „SK Kölsch“ und „Die Wache“ Regie.„Die Chefin“ als interaktive Serie

An „dramaturgische Grenzen“ soll sie gehen, die neue Krimiserie des ZDF, versprach der Sender im Vorfeld der Ausstrahlung. Hauptdarstellerin Katharina Böhm lobte die „Doppelgleisigkeit“ und das „leicht Schräge“ ihrer neuen Serie, in der auch mal ein „flapsiger Ton“ angeschlagen wird. Vor allem imponierte der Schauspielerin die Vorgeschichte der Hauptprotagonisten, die Brüche in ihrem Charakter, welche der Krimiserie eine zweite, tiefere Ebene verleihen sollen.
 
Damit Krimi-Fans noch stärker in diese zweite Ebene eintauchen können, verlagert das ZDF die Ermittlungen im Fall des erschossenen Ehemanns von Vera Lanz ins Internet und lässt Zuschauer interaktiv an der Aufklärung teilhaben. Dafür soll ein geheimer Ermittlungsraum zugänglich sein, in welchem Hobby-Kriminalisten recherchieren und ihre eigenen Schlüsse ziehen können. Nach jeder ausgestrahlten Episode sollen neue Dokumente, Notizen, Videos und Handy-Nachrichten zu entdecken sein. Mit dem interaktiven Kniff werden die Geschichte und die Figuren der Krimi-Serie vertieft.
 
Ab dem 24. Februar darf die Ermittlung starten, jedoch zunächst im ZDF, denn um 20.15 Uhr strahlt der Sender die erste Folge der vierteiligen Krimi-Reihe „Die Chefin“ aus.„Die Chefin“ in Kürze

Originaltitel: „Die Chefin“ | Produktionsjahr: 2012 | Erstausstrahlung:  24. Februar 2012 (ZDF) |Folgen: 4 Folgen in 1 Staffel | Genre: Krimi, Drama | Inhalt: Die Ermittlerin Vera Lanz ist in ihrem Beruf ein Ass und liebt es, ohne viel Bürokratie ihre Fälle zu lösen. Doch hinter der Kriminalistin steckt eine geforderte Frau, die mit dem Tod ihres Mannes und ihrer Teenager-Tochter fertig werden muss. 
 
DIGITAL FERNSEHEN stellt Ihnen an dieser Stelle immer am Sonntagvormittag die aus Sicht der Redaktion interessanteste TV-Serie vor, die innerhalb der kommenden sieben Tage im deutschen Fernsehen anläuft.
Serienstarts im Überblick
[Rayk Hoppe]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: "Die Chefin": Doppelgleisige Krimi-Reihe [Serienstart] Die Sendung ist gar nicht so verkehrt, warum der Chef (ebenso wie Der Ermittler) eine "körperliche" Beziehung zur Staatsanwaltschaft haben muss bleibt wohl das Geheimniss der Drehbuchautoren - nsonsten als kleiner Spoiler bitte beim Anschauen eine Grosspackung Erdnüsse bereithalten
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