„Die Toten vom Bodensee – Die vierte Frau“: vier Leichen

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Am Bodensee sind drei Frauen offenbar einem Serienmörder zum Opfer gefallen. Jetzt wird eine vierte weibliche Leiche gefunden.

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Ob tatsächlich ein einziger Mörder serienweise Frauen am Bodensee umbringt, muss im siebten Fall in der Reihe „Die Toten vom Bodensee“ mit dem Titel „Die vierte Frau“ geklärt werden. Er ist an diesem kommenden Montag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen.

In einem Hopfenfeld hängt die Leiche einer Frau – wie in einem Spinnennetz war sie in den sieben Meter hohen Gerüsten des Hanfgewächses drapiert worden. Sie scheint das vierte Opfer eines Serienkillers zu sein, der seine blonden Opfer stets vier Tage lang gefangen hält, ihnen den Kopf schert, ehe er sie schließlich mit einem Rasiermesser umbringt – drei Morde in drei Jahren, immer zur selben Jahreszeit, im Spätsommer.
 
Die Kommissare Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) aus Lindau und Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) aus Bregenz stellen jedoch rasch fest, dass die Tat so gar nicht in das bisherige Muster des Täters hineinpasst, wurde die Frau doch erwürgt.
 
Kurz darauf wird – mitten auf dem See – ein Schwimmer brutal von einem Motorboot überfahren. Die Ermittler finden im Wagen des Mannes einige Indizien dafür, dass es sich bei dem Toten um den gesuchten Serienkiller handelt. Bei der Hausdurchsuchung werden zudem Trophäen der vier ermordeten Frauen entdeckt – die des vierten Opfers ist allerdings gefälscht. Neben dem Mörder ist wohl noch ein Trittbrettfahrer am blutigen Werke. Gleichzeitig muss ein guter Freund von Oberländer, Tobias Vogel (Alexander Khuon), um seine verschwundene Frau Maike (Verena Altenberger) bangen.
 
Diese Folge – Regie führt, wie in den letzten drei Fällen, Hannu Salonen (46, „Die Hebamme II“) – wirkt etwas konstruiert und lebt einmal mehr von den beiden Hauptfiguren. Koeberlin spielt seinen Part fast schon etwas zu routiniert und als einen Mann, der sich gerne mal aufbrausend gibt und mit seiner gescheiterte Ehe auseinandersetzen muss.
 
Waldstätten hingegen überzeugt erneut mit differenziertem Spiel. Ihre Figur der Kommissarin ist eine unterkühlte Einzelgängerin, die sich nur auf logische Dinge verlässt, und angesichts des scheußlichen Verbrechens ungerührt in ihr Butterbrot beißen kann.
 
Gerade sie, die zu jeglicher zwischenmenschlichen Beziehung unfähig zu sein scheint, musste sich in den vergangenen sechs Folgen einem Familientrauma stellen, bis sie selbst herausfand, dass ihr Vater keineswegs bei einem Segelunfall ums Leben kam, sondern ermordet wurde. Im Gesicht von Nora Waldstätten kann der Zuschauer, wenn er denn genau hinschaut, ganz viel ablesen: Skepsis, Ungläubigkeit, Sarkasmus – und vieles mehr.
 
Nachdem alle privaten Dinge rund um die Urnenbeisetzung ihres Vaters erstmal geklärt sind, mögen die Ermittlungsarbeiten für sie und ihren auch nicht gerade vor Fröhlichkeit überbordenden Kollegen hoffentlich bald deutlich realistischer gelingen.

[Klaus Braeuer]

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1 Kommentare im Forum

  1. Nora Waldstätten sehe ich persönlich sehr gern. Die Rolle ist vorsichtig ausgedrückt etwas sehr bierernst angelegt. Werde aber sehr gern reinschauen. Habe die Folgen davor alle gesehen. Gewisse Handlungsstränge ziehen sich durch die Folgen durch.(y)
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