Doku-Spezial zur DDR: Sozialismus, Stasi, Sex

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DDR-Doku-Spezial auf ZDFinfo
Bild: ZDF
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Wie war es, im Osten aufzuwachsen? Wo setzte die DDR Grenzen und wo konnten sich junge Menschen Freiräume erkämpfen? Die dreiteilige Reihe „Jugend in der DDR“ beleuchtet das Leben Jugendlicher in der DDR im Zeitraum 1949 bis 1989.

Zu sehen am Donnerstag, 30. September 2021, von 20.15 Uhr bis 22.25 Uhr in ZDFinfo und in der ZDFmediathek bereits ab Mittwoch, 29. September 2021, 5.00 Uhr. Rund um die Erstausstrahlung bietet ZDFinfo mit Blick auf den Tag der Deutschen Einheit fünf weitere Dokumentationen mit Erinnerungen an die DDR – beginnend am 30. September 2021 um 18.45 Uhr mit „ZDF-History: Alltag in Ost und West – Leben im geteilten Deutschland“ bis zu „Prostitution in der DDR – Sozialismus, Stasi, Sex“ ab 23.55 Uhr. Am Tag der Deutschen Einheit, am Sonntag, 3. Oktober 2021, sendet ZDFinfo von 6.45 Uhr bis weit nach Mitternacht noch mehr Erinnerungs-Dokus – dann aus der Nostalgie-Reihe „Das war dann mal weg“, die an Dinge erinnert, die in den Jahrzehnten des Ost-West-Gegensatzes das Alltagsleben geprägt haben: Um 21.45 Uhr geht es zum Beispiel um „Ostmark, Westsandmann & Transitstrecke“, um 22.30 Uhr um „Westpaket, Intershop und Kaderakte“.

„Jugend in der DDR“

Die erste Folge von „Jugend in der DDR“ beleuchtet „Aufbruch und Zwang“ bis zum Mauerbau 1961. Eben noch in der Hitlerjugend aktiv, sollten die Jugendlichen die Kampfreserve der sozialistischen Partei (SED) werden. Zeitzeugen berichten in dieser Folge über ihre Jugend: Manfred Haertel, ein überzeugter FDJler, der zu einem nicht systemkonformen Jugendlichen wurde, Schauspieler Winfried Glatzeder, Physiklehrerin Gabriele Jänig, die die Rechte junger Frauen in der DDR genoss, und Siegfried Buchholz, der als Jugendlicher in Berlin zwischen Ost- und Westsektor pendeln musste.

Die zweite Folge „Träume hinter Mauern“ schildert das Leben Jugendlicher in der DDR nach dem Mauerbau 1961 bis 1976. Wie fühlte sich Jungsein in der DDR in den 1960er- und 1970er-Jahren an? Verhielten sich die Teenager tatsächlich so systemkonform, wie der Arbeiter- und Bauernstaat seine Jugend gern gesehen hätte? Die Ost-Jugend liebte denselben Rhythmus, der auch westdeutsche Teenager in die Tanzlokale lockte und war inspiriert vom Sound der 1960er-Jahre.

Der dritte Teil „Vom Stillstand zum Widerstand“ spürt der Jugendkultur, den Sehnsüchten und Zwängen einer Generation nach, die der veraltete Staatsapparat nicht gewinnen konnte. Die „Freie Deutsche Jugend“, die größte Jugendorganisation des Landes, sollte die Heranwachsenden nicht nur zu „Kämpfern für den Frieden“ erziehen, sondern vor allem ihre Jugendkultur prägen – mit Musik, Filmen, großen und kleinen Veranstaltungen. In den letzten Jahren der DDR wandten sich immer mehr Jugendliche von Sozialismus und der SED ab. Manche stellten einen Ausreiseantrag, viele flohen im Sommer 1989 über Ungarn in den Westen. Andere wollten bleiben, in der Hoffnung, das Land von innen heraus verändern zu können.

Doku-Schwerpunkt am 30. September 2021 in ZDFinfo:

18.45 Uhr: ZDF-History: Alltag in Ost und West – Leben im geteilten Deutschland
19.30 Uhr: Immer bereit – Junge Pioniere in der DDR
20.15 Uhr: Jugend in der DDR – Aufbruch und Zwang
21.00 Uhr: Jugend in der DDR – Träume hinter Mauern
21.40 Uhr: Jugend in der DDR – Vom Stillstand zum Widerstand
22.25 Uhr: ZDF-History: Die großen Mythen der DDR – Wahrheit und Legende
23.10 Uhr: Fernsehen in der DDR: Sandmann, Propaganda und ein Kessel Buntes
23.55 Uhr: Prostitution in der DDR – Sozialismus, Stasi, Sex

Bildquelle:

  • ddr-doku-zdfino: ZDF

45 Kommentare im Forum

  1. Ich bin 1950 geboren und in der DDR aufgewachsen.Es war nicht alles schön,aber wir brauchten nicht hungern und jeder hatte seine Arbeit. Man mußte nicht in die FDJ oder zu den Pionieren.Auch die Ferienlager hatten zwar politische Vorgaben aber die wurden nicht so streng eingehalten.Jeder hatte einen Ausbildungsplatz und keiner mußte unter der Brücke schlafen oder Flaschen sammeln wie heute.Wenn ich solche Dokus sehe,muß ich schmunzeln was sie da für Leute fragen und was sie ertragen mußten um frei zu leben.Wir hatten zwar nicht so viel wie der goldene Westen,aber wer brauch schon 25 Käsesorten.Auch die Menschen konnten Nachts sicher durch die Straßen gehen was ja heute nicht mehr geht.Möchte nur sagen,daß sich in Deutschland vieles negativ entwickelt hat.Für das jetzige Deutschland wäre ich nicht auf die Straßen gegangen.Da werden mir viele recht geben die in der DDR aufgewachsen sind.Erst wenn den deutschen sein Lohn nur noch bis Monatsende reicht und sie können sich nichts mehr leisten wie es zum Schluss inder DDR war,gingen sie auf die Straße.Wenn es jetzt so weiter geht mit den Benzin und Energie Preisen sowie Mieten sind wir nicht mehr weit entfernt von den was in der DDR passierte.Ist nur meine Meinung.Schönen Tag noch.
  2. Es hilft eben erst in der DDR und dann im neuen System gelebt zu haben. Wer nur West sozialisiert war, sieht das anders, als der in der DDR gelebt hat. Was stimmt: Sicherheit aber auf sehr niedrigen Niveau. Es nützten keine Mieten von 40 M wenn dann der Putz bröckelt und das Klo halbe Treppe tiefer. Andererseits konnte da niemand obdachlos werden. Von Wasser und Brot wird man auch satt, ist leider nicht so lecker. Beide Teile sollten von einander lernen und das positive der anderen mal überlegen zu übernehmen. Der Westen die Ressourcenhaushaltung der DDR die das zwangsweise aufgrund schlecht verfügbarer Rohstoffe tun musste.
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