Eins Extra-Thema: Gorbatschow, Jelzin, Putin

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Leipzig – Am 2. Dezember 2007 finden die Russischen Parlamentswahlen statt, bei denen über die 450 zu vergebenen Sitze in der Staatsduma abgestimmt wird.

Präsident Wladimir Putin kandidiert als Spitzenkandidat der Partei „Geeintes Russland“ für einen Sitz im Parlament, seine Amtszeit als Präsident wird im Mai 2008 enden. Vor diesem Hintergrund befasst sich EinsExtra an drei aufeinander folgenden Tagen mit Russlands Präsidenten: vom im Westen verehrten und in Russland unbeliebten Gorbatschow über den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Jelzin bis hin zum machtbewussten Taktiker Putin.

Russische Präsidenten: Gorbatschow, Sendetermin: Mittwoch, 28.11.2007, 21:00 Uhr, Ein Film von Vitali Manskij
 
Hat Michail Gorbatschow heute noch etwas zu sagen? Im Westen wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt und glühend verehrt. In seinem eigenen Land ging er als meistgehasster Politiker in die Geschichte ein. Nach dem misslungenen Staatsstreich von 1991 verlor er die Präsidentschaftswahlen und fiel daraufhin allmählich der Vergessenheit anheim. Dieses Filmdokument gewährt Einsicht in das Leben des Mannes, der in der UdSSR umwälzende Veränderungen ausgelöst hat. Als Ergebnis eines überraschenden Wertewandels erfreut er sich heute allgemeiner Beliebtheit. Inmitten der Korruptionsskandale, die Russland in den letzten Jahren erschüttert haben, erscheint er als unbescholtener und ehrlicher Mann. Das omnipräsente Gesicht von Raissa, seiner geliebten Ehefrau, die 1999 an Krebs verstorben ist, beschwört vergangene Zeiten herauf. Der nostalgische Michail Gorbatschow ist ein trauriger und einsamer Mann, der die Freude am Leben verloren hat, wie man am Rande eines Gesprächs erfährt. Mit leichten Pinselstrichen und ohne jeden Kommentar zeichnet Vitali Manskij ein ergreifendes und feinfühliges Porträt dieses erstaunlich zugänglichen Mannes.

Russische Präsidenten: Jelzin, Sendetermin: Donnerstag, 29.11.2007, 21:00 Uhr, Ein Film von Vitali Manskij
 
Der Film beginnt mit einer Szene, die in den Nachrichtensendungen um die Welt gegangen ist: Auf dem Roten Platz tanzt die Moskauer Jugend frenetisch ins neue Jahrtausend. Der ohrenbetäubende Lärm vermag die Stimme des Präsidenten nicht zu überdecken. Auf riesigen Bildschirmen verliest Boris Jelzin die traditionelle Neujahrsbotschaft, während der er zur allgemeinen Überraschung seinen Rücktritt ankündigt. Was macht ein russischer Präsident in Russland? Ein Jahr nach diesem historischen Ereignis wird der Zuschauer in die Präsidentenresidenz eingeladen, wo Boris Nikolajewitsch sich anschickt, das Neujahrsfest im Familienkreis zu verbringen. Die Dokumentation zeigt die Ereignisse des Jahres: der Wahlsieg seines Günstlings Putin, eine Wallfahrt in seine Geburtsstadt Jekaterinenburg, die Promotiontour durch Deutschland. Wo immer dieser Mann auch hinkommt, schlägt ihm die Begeisterung der Massen entgegen. Und sein Hofstaat folgt ihm überall hin: Familie, Handlanger, Leibwächter. Seine allgegenwärtige Tochter wacht über den reibungslosen Ablauf der Auftritte und achtet darauf, dass sein Bild bis in die letzte Einzelheit stimmt. Es istzuweilen schwierig, einen Politiker zu porträtieren, denn mit Mediengeschäft kennen sie sich aus. Dennoch zeichnet Vitalij Manskij hier ein nuancenreiches Porträt: dem gesundheitlich angeschlagenen Mann, der Russland während mehr als acht Jahren regiert hat, fällt es schwer, seine Worte zu finden und sich zu bewegen. Ein scharfer Kontrast herrscht zwischen den aktuellen Bildern und den Archivaufnahmen, die seine glanzvollen Zeiten belegen, als er noch mit der unverbrauchten Arroganz und Ungezwungenheit eines jugendlichen Helden sprach.
 
Russische Präsidenten: Putin, Sendetermin: Freitag, 30.11.2007, 21:00 Uhr, Ein Film von Vitali Manskij
 
Der Film entstand ein Jahr nach Putins Präsidentschaftsantritt. Es war ein Jahr wichtiger und auch tragischer Ereignisse. Der Film zieht ein erstes Resümee. Vitalij Manski versucht sich dem eher kühlen, unnahbar erscheinenden und für russische Verhältnisse sehr jungen „Imperator“ auch persönlich und privat zu nähern. Aus dieser Perspektive wird es möglich, die Person Putin und den Staatsmann verständlicher, durchschaubarer und berechenbarer darzustellen. [mg]

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