Erstmals in Filmlänge: „Die Kanzlei“ mit Ostsee-Serienspecial

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Die Kanzlei
© NDR/ARD Degeto/Sabine Rösing
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Kein Gerichtssaal, dafür Insel-Intrigen: Das ist der Plot für den ersten Fernsehfilm zur Erfolgsserie „Die Kanzlei“. Auch an der Ostsee wartet auf die Anwälte Arbeit. Und eine Reise in die Vergangenheit.

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Die letzte Staffel der ARD-Serie „Die Kanzlei“ war mit durchschnittlich mehr als fünf Millionen Zuschauern die bisher erfolgreichste des Formats. Damit ist die Reihe reif für die Insel, dachten sich die Macher. Sie haben der resoluten Anwältin Isa von Brede (Sabine Postel) und dem Kollegen Markus Gellert (Herbert Knaup) einen Ausflug auf die malerische Ostsee-Insel Fehmarn spendiert. Doch statt Urlaub wartet dort – wie sollte es anders sein – ein Fall, und der wird erstmals im Rahmen eines 90-minütigen Fernsehfilms erzählt. Dieser läuft an diesem Freitag, um 20.15 Uhr, im Ersten.

„Frech“ nennt Hauptdarsteller Knaup im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die Idee des Autoren Thorsten Näter, dem ersten „Kanzlei“-Fernsehfilm nicht einen riesigen Prozess zugrundezulegen, sondern einen Betriebsausflug. Wie seine Schauspielpartnerin Postel der dpa sagt, hätte eigentlich auch auf Gran Canaria gedreht werden sollen. Doch Corona machte dem Team einen Strich durch die Rechnung.

In der letzten Staffel war „Die Kanzlei“ bisher am erfolgreichsten

Im Film eilt von Brede trotz eines auf den Kanaren geplanten Betriebsausflugs an die Ostsee, weil sich ihre Mutter dort in einem Hotel einquartiert hat und sich dem Alkohol hingibt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Haus „Seeblick“ vor der Zwangsräumung steht.

Der Besitzer ist ein alter Bekannter der Anwältin, die hier als Kind regelmäßig Urlaub gemacht hat. Schnell wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Von Brede entschließt sich, vorerst zu bleiben. Ohne sie treten auch die anderen Kanzleimitglieder Gellert, Yasmin Meckel (Sophie Dal) und Gudrun Wohlers (Katrin Pollitt) die geplante Reise in den Süden nicht an, sondern kommen ihrer Kollegin zu Hilfe.

An der Ostsee kam laut Postel zumindest ein wenig Urlaubsstimmung auf: „Das Highlight waren diese fünf Tage, wo wir wirklich in diesem reetgedeckten Hotel waren.“ Dieses stehe aber nicht auf der Insel, sondern an der Hohwachter Bucht. Daneben wurde etwa in Heiligenhafen und Hamburg aber auch auf Fehmarn gedreht. Die Dreharbeiten im Spätsommer 2020 seien ein Neustart nach dem Lockdown gewesen. „Wir haben uns alle unheimlich gefreut, wieder arbeiten zu können.“ Drehs unter Corona-Bedingen seien damals Neuland gewesen. Sie hätten teils mit halbierten Masken gedreht, damit diese nicht im Bild waren.

Urlaubs-Special in Filmlänge war anstrengend zu drehen

„Es war anstrengend“, erinnert sich Knaup mit Blick aufs Darstellen von Nähe. Da sei die Emotionalität des Films nun doch überraschend.

Und tatsächlich kauft man Gellert und der Ehefrau des örtlichen Bürgermeisters ihre Romanze ab. Der gewalttätige Gatte scheint unterdessen besonders interessiert daran, dass das Hotel „Seeblick“ geräumt wird – angeblich um Platz für einen Flugplatz zu machen, damit Touristen besser auf die Insel kommen. Schließlich stellt sich heraus, dass der touristische Flugplatz nur ein vorgeschobener Grund für die Räumung des Hotels ist. Dunkle Machenschaften zeichnen sich ab – vor idyllischer Kulisse. Ein bewährtes Rezept deutscher Fernsehproduktionen. „In der Idylle, da kann eben auch eine Gefahr lauern“, sagt Knaup. „Ich kenn’s vom Allgäu. Da komme ich her.“

Für Postel ist „Die Kanzlei“ ein Format, „wo man ein bisschen Crime hat, man aber danach dann doch beruhigt ins Bett gehen kann, weil die Welt in Ordnung ist“. So löst die Kanzlei auch diesen Fall am Ende des etwas konstruiert wirkenden Krimi-Strangs. Und letztlich kehrt die Mannschaft von ihrem Betriebsausflug zurück auf das Festland und das Publikum hat viel über die Figur der Isa von Brede dazugelernt.

[Christopher Hirsch]

Bildquelle:

  • diekanzlei: © NDR/ARD Degeto/Sabine Rösing
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