ESC 2016: ARD schickt Xavier Naidoo für Deutschland

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Gab es beim Eurovision Song Contest bisher stets eine Auswahl-Show, um zu ermitteln, wer für Deutschland antritt, wurde der Teilnehmer für 2016 nun einfach festgelegt: In Stockholm wird der teils umstrittene Sänger Xavier Naidoo für Deutschland beim ESC singen.

Beim Eurovision Song Contest wird im nächsten Jahr wieder einiges anders, denn nach dem Desaster von 2015 hat die ARD wieder am Konzept für die Vorauswahl geschraubt. Die entscheidende Neuerung: Nicht mehr der Zuschauer entscheidet via Voting, welcher Kandidat für Deutschland zum ESC fährt, sondern es wird von vornherein festgelegt. Die Wahl hat die Sendeanstalt dabei auch schon getroffen: Wie der verantwortliche NDR am Mittwoch mitteilte, wird Sänger Xavier Naidoo 2016 für Deutschland in Stockholm antreten.

„Xavier Naidoo ist ein Ausnahmekünstler, der seit knapp 20 Jahren seinen Platz im deutschen Musikleben hat. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ihn direkt zu nominieren“, erklärte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber zu dem Vorgehen. Und der Künstler ist motiviert: „Ich hab richtig Lust auf den ESC! Dieser völkerverbindende Wettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes“, so Naidoo. Er trete an, um das Ding nach Hause zu holen und verspricht dabei: „Ich will in den drei Minuten auf der Bühne zeigen, dass wir auch in Deutschland Musik mit Leidenschaft machen. Und zeigen, wofür ich stehe – für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander.“
 
Den Zuschauern wird damit die Option genommen, selbst zu wählen, wer Deutschland beim traditionsreichen Songcontest vertritt. Zumindest beim Song haben sie aber noch Mitspracherecht. Denn Naidoo wird insgesamt sechs Lieder in der Show „Unser Song für Xavier“ am 18. Februar 2016 vorstellen, die Zuschauer können dann für ihren Favoriten voten. Der Gewinner-Song wird dann der sein, mit dem Naidoo am 14. Mai in Stockholm antritt.
 
Die Entscheidung über die sechs Songs fällt am 15. Dezember eine Jury aus Musik- und Kompositionsexperten in Zusammenarbeit mit Naidoo. Inszeniert werden diese von Film- und Kunsthochschulen aus Deutschland, die aufgerufen sind, eine Performance für die einzelnen Songs zu konzipieren. Denn die „Erfolge von Lena, Loreen und Måns Zelmerlöw beim ESC in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass neben der Persönlichkeit des Künstlers und der Stärke der Lieder auch die Inszenierung bei der Punktevergabe eine wesentliche Rolle spielt“, so Schreiber weiter.
 
Dass die ARD nun das Konzept für die ESC-Auswahl ändern, kommt keineswegs überraschend. Immerhin war der Vorentscheid im vergangenen Jahr zum Desaster geworden. Denn eigentlich sollte 2015 Andreas Kümmert zum ESC fahren, er bekam den meisten Zuspruch der Zuschauer, doch der wollte plötzlich nicht mehr und nahm die Nominierung in der Sendung dann doch nicht an. Ann Sophie, die Zweitplatzierte, rückte nach und fuhr schließlich nach Wien, sorgte dort dann aber für die nächste Schlappe. Denn sie holte null Punkte.
 
Mit Naidoo erhofft sich die ARD nun wieder bessere Karten beim Songcontest. Immerhin hat der Sänger bereits einen international bekannten Namen und eine breite Fangemeinde, die wohl verhindern dürfte, dass Deutschland wieder als Schlusslicht hervorgeht. Doch ob Naidoo tatsächlich an die Erfolge von Lena anknüpfen und „das Ding nach Hause holen“ kann, bleibt abzuwarten. Auch andere namhafte Sänger wie die Band No Angels fuhren schon zum ESC, konnten dort aber dann gar nicht punkten. [fs]

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