Frank Elstner fühlt sich mit 70 Jahren zu jung für die TV-Rente

8
19
Bild: Destina - Fotolia.com
Bild: Destina - Fotolia.com
Anzeige

Frank Elstner ist der Vater von „Wetten, dass..?“. Mit der ZDF-Show hat er Fernsehgeschichte geschrieben. Im deutschen TV gehört Elstner zu den Urgesteinen. Ans Aufhören denkt er nicht, obwohl er am kommenden Donnerstag (19. April) seinen 70. Geburtstag feiert.

Frank Elstner sitzt im Fernsehstudio in Baden-Baden und bereitet sich auf seine Gäste vor. Die wöchentliche Talksendung „Menschen der Woche“ im SWR Fernsehen ist seine Bühne. „Meine absolute Lieblingssendung“, sagt Elstner. Seit zwölf Jahren moderiert er sie, jeden Samstagabend. Auch im Rentenalter steht Elstner vor der Kamera, entwickelt hinter den Kulissen neue Fernsehformate. Ans Aufhören denkt er nicht. „Für andere ist es Arbeit, für mich ist es Vergnügen.“
 
„Ich habe dem Fernsehen viel zu verdanken“, sagt der gebürtige Österreicher mit luxemburgischen Pass: „Fernsehen ist mein Leben, bis heute.“ Die ZDF-Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ ist sein Kind. Bei einem Glas Rotwein am Küchentisch hat Elstner sie erfunden. Am 14. Februar 1981 brachte er die TV-Show mit den Wetten und den illustren Gästen erstmals auf den Bildschirm. Elstner moderierte die ersten 39 Folgen. Er wurde einem Millionenpublikum bekannt.

Vor genau 25 Jahren, am 4. April 1987, nahm Elstner Abschied bei „Wetten, dass..?“, übergab die Moderation seinem Nachfolger Thomas Gottschalk. Er ging aus freien Stücken, weil er Lust auf Neues hatte. „Wetten, dass..?“ fühlt er sich bis heute verbunden. Wenn Gottschalk-Nachfolger Markus Lanz am 6. Oktober Europas größte Fernsehunterhaltungsshow übernimmt, wird Elstner zuschauen. „Ich bin mit Markus Lanz befreundet und ich glaube, dass er der Richtige für diese Sendung ist“, sagt Elstner. „Er wird das Kind gut schaukeln.“
 
Elstner, der in Baden-Baden aufgewachsen ist und in einem katholischen Internat im nahen Rastatt zur Schule ging, startete seine Karriere in den 1960er Jahren zunächst beim Radio: Im deutschsprachigen Programm von Radio Luxemburg wurde er zu einem der beliebtesten Moderatoren. Es zog ihn schnell zum Fernsehen, schon früh machte er sich selbstständig. Mit seiner Firma „Elstnertainment“ in Baden-Baden entwickelt er bis heute Fernsehsendungen für öffentlich-rechtliche und private Sender.
 
Entspannt vor den Fernseher sitzen kann Elstner nicht. „Ich kenne natürlich die Konzepte, die vielen Tricks und kleinen Geheimnisse“, sagt er. „Ich schaue immer als Fernsehmann, nicht als Konsument.“ Das TV-Gerät abschalten mag er dennoch nicht. Der sonntägliche ARD-Talk mit Günther Jauch sieht Elstner besonders gern.
 
Eine große Show macht Elstner aus seinem Geburtstag nicht. „Ich werde mit ein paar Freunden Essen gehen“, sagt er. „Ich bin kein Mensch, der sich gerne und groß feiern lässt.“ Die vertraute Runde im kleinen Kreis ist Elstner lieber als ein großes Fest.
 
Elstner hat in den vergangenen 40 Jahren zahlreiche TV-Shows entwickelt und moderiert: Mit der Quizsendung „Die Montagsmaler“ machte er in den 70er Jahren eine Millionenquote. Er präsentierte Spielshows wie „Spiel ohne Grenzen“, „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ und „Spectaculum“, für die ARD von September 2002 bis November 2009 die Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?“, er moderierte fürs ZDF und war Botschafter der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“. Auch „Die große Show der Naturwunder“ und „Das unglaubliche Quiz der Tiere“ in der ARD sind mit ihm verbunden.
 
Ob „Nase vorn“, „Koffer Hoffer“, „Elstner und die Detektive“, „Tele-As“ oder die deutsche Version der Quizsendung „Jeopardy“: Einige der Sendungen, die Elstner unter anderem für das ZDF und für den Privatsender RTL entwickelt und moderiert hat, wurden nicht zu Quotenknüllern. Seiner Beliebtheit schadete das nicht. Elstner blieb unter den Showmastern lange in der ersten Reihe.
 
Mit seiner Begeisterung fürs Fernsehen hat Elstner, der fünf Kinder von vier Frauen hat, auch seine Familie angesteckt. Sohn Thomas (41) arbeitet wie der Vater in Baden-Baden als Fernsehproduzent. Und seine jüngte Tochter Enya (14) spielt seit mehr als zwei Jahren die Hauptrolle in der ARD-Familienserie „Tiere bis unters Dach“. [Jürgen Ruf]

Bildquelle:

  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

8 Kommentare im Forum

  1. AW: Frank Elstner fühlt sich mit 70 Jahren zu jung für die TV-Rente Ich glaube der fällt im Studio mal einfach so um... Und das ist nicht abwertend gemeint, sondern in Anerkennung seiner Leistungen und das er sich das noch im Alter alles "antut". Von daher gilt es schon den Hut zu ziehen. Ich frage mich bloß manchmal, um welchen Preis!?
  2. AW: Frank Elstner fühlt sich mit 70 Jahren zu jung für die TV-Rente Ich habe wirklich nichts gegen Herrn Elstner, im Gegenteil, aber in dem Alter wird es wirklich mal Zeit, dass er seinen Hut nimmt ! Eine Verjüngungskur tut Not, der MDR macht es vor, Danke. Das Festkleben an den Stühlen nervt mich persönlich gewaltig.
  3. AW: Frank Elstner fühlt sich mit 70 Jahren zu jung für die TV-Rente Warum sollte er den seinen Hut nehmen, nur weil er 70 ist? Solange er noch kann und an dem was er macht Spaß hat soll er nur weiter machen. Mann muss nicht immer und überall alles verjüngen. Mir ist es lieber wenn ein Programm (besonders von den ÖR) ein Generationsübergreifendes Programm macht. Sowohl für Junge als auch für Alte. Ein Programm wo sowohl Junge Moderatoren als auch ältere Moderatoren wie Frank Elstner ihren Platz haben.
Alle Kommentare 8 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum