Gesellschaftskritik beim Kölner „Tatort“: Trauma Afghanistan

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Schwere Kost beim Kölner „Tatort“: Traumatisierte Afghanistan-Soldaten, Familienstreitigkeiten und Drogenschmuggel mit tödlichen Folgen – die Kommissare wagen sich in dieser Woche an einige heikle Themen heran. Mit gesellschaftlicher Kritik wird dabei keineswegs gespart.

Im neuen „Tatort“ aus Köln wird an diesem Sonntag 20.15 Uhr) mal wieder kräftig Gesellschaftskritik geübt – an Klischees kommen die Drehbuchautoren dabei nicht ganz vorbei. Dafür trauen sie sich an ein schwieriges Thema: Die Ermittler Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) beschäftigen sich unter anderem mit traumatisierten Afghanistan-Soldaten, die nach ihrer Heimkehr nach Deutschland nirgendwo mehr reinpassen. Die Folge „Fette Hunde“ (20.15 Uhr, ARD) ist so auch ein Lehrstück darüber, was Krieg aus Menschen macht. Schon die melancholische Eingangsmusik lässt keinen Zweifel: Dieser Film wird schwere Kost.

Es sollte ein rauschendes Willkommensfest werden für den Mann von Ballaufs und Schenks Ex-Kollegin Lissy (mit tiefen Furchen unter den Augen: die grandiose Anna Loos). Sebastian Brandt (Roeland Wiesnekker) ist mit seinen Kameraden gerade vom Hindukusch zurückgekehrt. Dort hat er für die Bundeswehr als Übersetzer gearbeitet. Doch die feucht-fröhliche Party, die Familie und Freunde für ihn schmeißen, überfordert ihn – er haut ab. „Der hat sich doch verdrückt, weil’s ihm hier viel zuviel ist“, stellt Ballauf scharfsinnig fest.

Brandts Kameraden geht es nicht besser. Den einen hat in seiner Abwesenheit die Frau verlassen, der andere bereitet mutlos schon seine Rückkehr ins Kriegsgebiet vor („Wir werden hier nicht mehr gebraucht.“). Brandt hat sich vor allem von seinem Sohn entfremdet, der der Party fernbleibt, weil er „keinen Bock auf die ganzen Ballerärsche“ – die Soldaten – hat. „Wer schießt, hat unrecht“, klärt der Teenager (Theo Trebs) seinen Vater auf. Dessen Antwort ist eine schallende Ohrfeige.

Die Busenfreunde Ballauf und Schenk haben mit dem unbeschwerten Feiern kein Problem. Im unaufgeräumten Partyzimmer schlafen die Kommissare später eng aneinandergekuschelt auf einer Ein-Mann-Matratze zwischen leeren Sektpullen ihren Rausch aus. Schenks Schnarchen übertönt fast den Dienstanruf, der die Polizisten in Katerstimmung ereilt.

Denn eigentlich ist die düstere Realität der innerlich zerrissenen Heimkehrer in der „Tatort“-Folge „Fette Hunde“ nur Kulisse für ein noch düstereres Schicksal: das afghanischer „Bodypacker“, Heroinschmuggler, die im Flugzeug nach Deutschland pures Gift in ihren Körpern transportieren. Einen von ihnen finden die Kommissare tot im Bunker eines alten Truppenübungsplatzes auf. Der Darm mit den Drogen ist sorgsam aus der Leiche geschnitten.

Durch die Suche nach dem Mörder zieht sich eine schaurige Atmosphäre, immer wieder untermalt von den Erinnerungen, von denen Heimkehrer Brandt eingeholt wird: rennende Hunde in gleißendem Licht, Tiere mit blutiger Schnauze, die sich an Leichen zehren. Und als Brandt und seine Bundeswehr-Kollegen am Ende wieder Richtung Flieger laufen, bleibt der Zuschauer mit einem mulmigen Gefühl zurück.

[Julia Wäschenbach/fm]

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22 Kommentare im Forum

  1. AW: Gesellschaftskritik beim Kölner "Tatort": Trauma Afghanistan Soldaten sind Mörder und wenn die in Afghanistan sind ist das ihre eigende schuld die sind freiwillig dort und lassen sich dort kapput machen ! Aber trotzdem freue ich mich endlich wieder einen richtig neuen deutschen Tatort zusehen frankkl
  2. AW: Gesellschaftskritik beim Kölner "Tatort": Trauma Afghanistan Lernt man sowas bei RTL oder bei Sat1 ????? Tatort ist doch sicher nichts für Dich!
  3. AW: Gesellschaftskritik beim Kölner "Tatort": Trauma Afghanistan Nein das ist so, übrigens Sat1 schaue ich recht selten und RTL nur gelegendlich ! Heute war es einer der schlechtesten Kölner Tatorte frankkl
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