Gottschalk gibt sein Debüt im ARD-Vorabendprogramm

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Am Montag soll das ARD-Vorabendprogramm gekrönt werden. Der ehemalige ZDF-Quotenkönig Thomas Gottschalk startet um 19.20 Uhr seine neue Show „Gottschalk Live“. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob er seine letzten Publikumserfolge am werktäglichen Vorabend fortsetzen kann.

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Gottschalk kommt – endlich… Dieser Stoßseufzer mag vielen ARD-Verantwortlichen in diesen Tagen über die Lippen kommen. Denn momentan dümpelt das Vorabendprogramm des Ersten trotz aller Reformversuche weiter vor sich hin. Nun startet der Entertainer am kommenden Montag (23. Januar) seine langerwartete neue Vorabendshow „Gottschalk Live“. Von 19.20 bis 19.50 Uhr will er fortan montags bis donnerstags über tagesaktuelle Themen reden, debattieren, streiten und quatschen. Das letzte Mosaiksteinchen in der großen Vorabendreform, die im Herbst 2011 begann, und nach ARD-Wünschen hoffentlich der krönende Abschluss.
 
Denn Gottschalk zieht immer noch das Publikum an. Das hat im zweiten Halbjahr 2011 eindrucksvoll seine „Wetten, dass..?“-Abschiedstournee bewiesen, die dem ZDF einen lange nicht mehr dagewesenen Quotensegen brachte. Und der Wechsel des 61-Jährigen vom ZDF zur ARD war immerhin, neben der Frage nach seinem „Wetten, dass..?“-Nachfolger, die meist diskutierte TV-Personalie des Jahres. Mit der Entscheidung für den ARD-Vorabend ging „Thommy“ nicht den einfachen Weg eines Engagements beim ZDF mit einigen Shows und Galas, sondern begab sich nach eigener Aussage bewusst in die „Todeszone“, wie er selber sagt. „Die Stunde vor acht gilt ja als Todeszone, in die sich ohnehin keiner traut. Da stehe ich jetzt als Desperado. Einer gegen alle!“ meinte er in einem Interview mit „GQ“ vom Dezember 2011.

Ein Risiko, gewiss. Aber auch eine Chance. Auf diesem ungewohnten Platz kann der Showmaster es vielleicht allen Kritikern noch einmal zeigen. Allen, die jahrelang geschrieben haben, er könne keine Interviews führen, sei schlecht vorbereitet, habe kein Interesse an Gästen und Themen, kann er jetzt das Gegenteil beweisen. Und das hat er anscheinend vor. Zwar nicht unbedingt kämpferisch, aber selbstsicher und extrem gut gelaunt präsentierte Gottschalk sich und seine Sendung Anfang Dezember einer großen Journalistenschar in Berlin-Mitte. Er kündigte eine „Wohlfühl-Halbe-Stunde vor der ‚Tagesschau'“ an. „Die Sendung ist nach hinten gezogenes Frühstücksfernsehen und eine vorgezogene Late-Night“.
 
Mit ungewohnter Offenheit präsentiert sich die Sendung seit Anfang Januar zudem im Netz: Es gibt Fotos aus dem Studio, von Redaktionssitzungen und sogar Chats mit dem Chef selbst – eine Premiere. „@Frank_Elstner war bei Wetten Dass vor mir und beim Twittern auch. Aber ich hoffe ich hole auch da noch auf, das ist my first tweet!“, schrieb Gottschalk am 10. Januar beim Kurzmitteilungsdienst Twitter und alberte einige Tage später schon mit Harald Schmidt (Twitter-Account: @patfan19801) herum: „Lieber Harald, spiele diese Woche nur vor Testpublikum, aber habe dabei immer noch mehr Zuschauer als Du. Gruß Thomas“.
 
„Thommy“ macht also ernst mit Gottschalk 2.0, wenn er auch kein Internet-Freak sei. Trotzdem: „Seit mein Sohn Tristan Ultraschallbilder vom Babybauch seiner Frau auf Facebook veröffentlicht hat, bin ich nahezu täglich auf Social-Media-Plattformen unterwegs“, gab er in einem Interview „TV Movie“ im Januar 2012 zu.

Ob das jedoch genügend Millionen ins Vorabendprogramm locken wird, bleibt abzuwarten. Die ARD hätte dies allerdings nötig. Der durchschnittliche Marktanteil zwischen 18 und 20 Uhr lag 2011 bei nur 8,4 Prozent und damit deutlich unter dem Senderschnitt von 12,4 Prozent. Selbst die Herbstreform mit einer nun fast doppelten Länge von „Verbotene Liebe“, der Einführung regionaler Krimis unter der Dachmarke „Heiter bis tödlich“ und dem neuen Kai-Pflaume-Quiz „Drei bei Kai“ am Freitag hat so gut wie nichts für die Quoten gebracht. Vor und nach der Reform unterscheiden sie sich kaum, wie es von Seiten der ARD heißt. Denn zu dieser Uhrzeit verweilen immer noch deutlich mehr Zuschauer bei den Privatsendern.
 
Doch dieses Zeitfenster ist nicht nur für die Gesamt-Marktanteile wichtig, sondern auch für die Senderkassen. Denn zwischen 18 und 20 Uhr liegt die Hauptwerbezeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Im Jahr 2010 verbuchte Das Erste netto 152,5 Millionen an Einnahmen aus der Fernsehwerbung. Mit steigenden Marktanteilen dürften die Werbepreise für die einzelnen Spots anziehen und sich diese Erlöse noch weiter erhöhen lassen. [Patrick T. Neumann/sv]

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6 Kommentare im Forum

  1. AW: Gottschalk gibt sein Debüt im ARD-Vorabendprogramm Wohnt Gottschalk dann in Berlin oder dort nur im Hotel?
  2. AW: Gottschalk gibt sein Debüt im ARD-Vorabendprogramm Hoffentlich fällt er auf die Quoten Nase und es ist wieder vorbei.
  3. AW: Gottschalk gibt sein Debüt im ARD-Vorabendprogramm Wohl letzteres, warum fragste? Eigentlich wurst, er könnte die Show genauso gut von Malibu aus machen. Die Uhrzeit wäre auch ideal.
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