Günther Jauch: keine „hektischen Neupositionierungen“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Günther Jauch schwimmt im deutschen Fernsehen seit Jahren auf einer Erfolgswelle, die ihresgleichen sucht. Auch mit den Sypathiewerten des 56-Jährigen beim Publikum kann kaum ein anderer Moderator mithalten. Im Interview spricht Jauch über das schwankende TV-Geschäft und den Tod des früheren „Wer wird Millionär“-Fragen-Experten Günter Schröder.

Herr Jauch, wie auch andere RTL-Programme leidet das Quiz „Wer wird Millionär?“ unter rückläufigen Marktanteilen unter jüngeren Zuschauern – Haben Sie eine Rezeptur, die der Entwicklung Einhalt gebieten kann?

Günther Jauch: Ich bin dagegen, eine Sendung wie „WWM?“ nur noch auf eine bestimmte Zielgruppe zuzuschneiden. Die Sendung ist ein Programm für die ganze Familie. Schwankungen hat es in 13 Jahren immer gegeben. Trotzdem gilt bis heute, dass fast jede „WWM?“-Folge die quotenstärkste Fernsehsendung des Tages überhaupt ist. Insofern besteht ein Grund zur Wachsamkeit, aber keiner zu hektischen Neupositionierungen.

Unterliegt das Genre Quiz ähnlichen Popularitätszyklen wie Casting, Daily-Talks oder Gerichtsshows? Oder bleibt es ewig populär?

Jauch: Ewig bleibt im Fernsehen, außer Sport und Nachrichten, gar nichts populär. „WWM?“ ist schon ein Fernsehklassiker, und es hängt allein vom Publikum ab, ob das noch lange so bleibt. Ich bin da aber sehr zuversichtlich.

Der Tod von Fragen-Erfinder Günter Schröder hat im Sommer in der Produktionsbranche Bestürzung ausgelöst. Haben Sie den Eindruck, dass das Team den Verlust verschmerzt hat?


Jauch: Den Verlust werden wir nie verschmerzen. Aber die Redaktion wird in seinem Sinne weiter die Fragen entwickeln. Noch haben wir viele Fragen, die seine ganz persönliche Handschrift tragen. Die Kollegen haben den „Günter-Schröder-Duktus“ zum Glück ganz gut drauf.

Sie machen jetzt schon ein Jahr lang den Spagat zwischen RTL und der ARD – ist dieses Modell für Sie eine langfristige Lösung nach den Erfahrungen einer TV-Saison?

Jauch: Das hoffe ich und daran arbeite ich weiter.

Manche ARD-Gremien – Sie sagten früher ja mal „Gremlins“ – haben Ihre ARD-Talkshow kritisiert. Sie betrieben „Stimmungsmache“, Einspieler „gaukeln eine vermeintliche Realität vor“, in den Fragen würden die Antworten vorweggenommen. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?


Jauch: Nein, aber es steht jedem frei, anderer Meinung zu sein.
 
 
Vielen Dank für das Gespräch![Carsten Rave/ps]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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