[Hintergrund] Bartl: Sat.1 als Qualitätsalternative zu RTL

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Zum Tag der Deutschen Einheit tritt Andreas Bartl die Geschäftsführung des Privatsenders Sat.1 an Joachim Kosack ab und zieht eine positive Bilanz seiner Arbeit: „Als ich Sat.1 übernommen habe, habe ich versprochen, ein bestelltes Haus zu übergeben“.

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Die Tätigkeit von Andreas Bartl endet am kommenden Dienstag. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe) sprach er über Sat.1, deutsche Serien und Konkurrenten wie RTL. „Die Weichen sind gestellt, und von daher ist es auch für mich Zeit, mein Interim zu beenden“, äußerte der TV-Manager. Für seinen Nachfolger sei es jetzt wichtig, ein klares Programmschema aufzustellen und die richtigen Genres hervorzuheben. Im Falle von Sat.1 seien das zuletzt deutsche Serien und Shows gewesen.
 
Den Posten von Bartl übernimmt Joachim Kosack. Für den Medienmanager die richtige personelle Entscheidung: „Joachim Kosack ist einer der besten Fernsehmacher in Deutschland, sehr charismatisch, sehr kreativ, sehr erfahren“. Durch seine Hilfe habe der Sender auch das Kerngenre der deutschen Serien wiederbelebt. „Joachim Kosack schwor von Beginn an auf diese Serien, was kein Wunder ist, er hat sie ja beauftragt“, so Bartl.

Bartl erklärte weiter: „Jeder Abend braucht bei jedem Sender seine eigene Tonalität. In diesem Punkt sind wir bei Sat.1 gut weitergekommen“. Auf das Reality-Fernsehen von RTL mit Formaten wie „Frauentausch“ und „Ich bin ein Star holt mich hier raus“  angesprochen, stellte er klar: „Es ist eine Geschmacksfrage. Wir haben bei Sat.1 immer Wert darauf gelegt, auch eine Qualitätsalternative zu RTL darzustellen“. Er räumte aber auch ein, es gebe aktuell zwei boomende Programmgenres weltweit: Casting-Shows und Reality-TV.
 
Der neue Geschäftsführer muss ferner den Verlust der Champions League verschmerzen, die ab der kommenden Saison beim öffentlich-rechtlichen ZDF zu sehen ist. „Die haben wir ungern verloren“, erklärte Bartl. „Den Rahmen der wirtschaftlichen Vernunft können wir eben nicht verlassen“. Der scheidende Geschäftsführer merkte kritisch an, die Öffentlich-Rechtlichen, in diesem Fall das ZDF, hätten „in ihrer Verzweiflung, überhaupt noch junge Zuschauer zu erreichen, jeden Preis“ geboten.
 
Vom digitalen Zeitalter sieht sich Sat.1 nicht bedroht. „Das zeitversetzte Fernsehen ist für uns weniger eine Bedrohung, sondern eine Chance – auch zur Vermarktung“, sagte Bartl. Wenn der Sender es klug anfange, könne man gar Umsätze steigern. „Wir müssen eben auch unser Programm den Sehgewohnheiten im Internet und auf mobilen Geräten anpassen“. 
 
Bartl stellte abschließend fest, er führe die deutsche Sendergruppe mit dem Herzen eines Unternehmers. Das wichtigste Kapital seien ohnehin die Kreativen und die Mitarbeiter. Es sei ihm wichtig, mit den rund 700 Leuten das Kreativzentrum des deutschen Fernsehens zu sein. Bartl war seit dem Oktober 2000 Geschäftsführer bei des Privatsenders Kabel Eins, seit September 2006 von ProSieben und seit Januar 2010 interimistisch auch von Sat.1. [nn]

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8 Kommentare im Forum

  1. AW: [Hintergrund] Bartl: Sat.1 als Qualitätsalternative zu RTL Die Aussage in der Überschrift ist ja wirklich lächerlich, ausgerechnet Sat.1.
  2. AW: [Hintergrund] Bartl: Sat.1 als Qualitätsalternative zu RTL In wie fern ist das SAT.1 Tagesprogramm eine QUALITATIVE Alternative zu RTL??? Beide Sender sind Schrott-TV!
  3. AW: [Hintergrund] Bartl: Sat.1 als Qualitätsalternative zu RTL Auf RTL Pseudo Doku, auf Sat1 Pseudo Richter... Qualität ? Ha Ha Ha.
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