Just Music TV: „Im Fokus steht der Start auf weiteren Pay-TV-Plattformen“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Leipzig – Für den TV-Musik-Sender Just Music TV war es ein spannendes Jahr.

Im Interview mit DIGITAL FERNSEHEN berichtet Geschäftsführer Heiko Scherer über die Herausforderungen des letzten Jahres und über die Ziele für 2009.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Herr Scherer, wie ist das Jahr 2008 für Just Music TV gelaufen?

Heiko Scherer: Wir blicken auf ein spannendes und erfolgreiches Jahr zurück. Die meisten Pay-TV-Plattformen hierzulande haben wenig neue Sender aufgenommen. Insofern mussten auch wir uns hier gedulden in Sachen Reichweitenausbau. Abgesehen davon sind wir mit der Entwicklung unserer Sender und des Programms allgemein sehr zufrieden. Das positive Feedback, welches wir sowohl von Zuschauern als auch der Musikindustrie regelmäßig bekommen, bestärkt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Vor welchen schwierigen Situationen stand der Sender und wie konnten Sie diese bewältigen (Veränderung der Lizenzrechtevergabe z.B)? (DF berichtete)
 
Heiko Scherer: Die veränderte Situation hinsichtlich der Lizenzrechtevergabe für Musikvideos ist natürlich eine zentrale Herausforderung für alle Musikfernsehsender. Da wir uns dieser Herausforderung jedoch bereits früh 2007 gestellt haben und gute Beziehungen zu allen Majors pflegen, sind wir zu ordentlichen Vereinbarungen gekommen. Und auch für nächstes Jahr machen wir uns da wenig Sorgen. Unser Geschäftsmodell ist solide und wir sind guter Dinge, uns langfristig als verlässlicher Partner der Musikindustrie zu etablieren, um den Zuschauer weiter die tollsten neuen Acts genauso wie die größten Klassiker präsentieren zu können. Abgesehen davon stand das erste vollständige Jahr des Sendebetriebs natürlich unter dem Motto der Optimierung und des Ausbaus der internen Organisation und Struktur.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Inwiefern hatte die Finanzkrise Auswirkungen auf den Sender?
 
Heiko Scherer: Als Pay-TV-Sender sind wir von der Werbekonjunktur weitgehend unabhängig, insofern hat uns das bislang nicht tangiert. Für nächstes Jahr erwarten wir jedoch eine Verlangsamung des Abonnenten-Wachstums der Plattformen, da viele Kunden in solchen Zeiten vorsichtig werden, langfristige Abo-Verträge abzuschließen. Da wir aber ohnehin sehr konservativ geplant haben, stellt dies für uns kein unmittelbares Problem dar. Erst wenn es zu einer langfristigen Stagnation des Pay-TV-Marktes kommen sollte, müssten wir unsere Planungen tiefgreifender anpassen. Aber das geht letzten Endes allen Pay-TV-Sendern so.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Wie sehen Ihre Pläne für 2009 aus?
 
Heiko Scherer: Absoluter Fokus für uns ist natürlich der Start unserer Sender auf weiteren nationalen und internationalen Pay-TV-Plattformen. Hier sind wir bereits in einigen vielversprechenden Gesprächen. Damit einhergehend ist ein weiterer Ausbau der redaktionellen und produktionstechnischen Ressourcen geplant. Dabei wollen wir speziell noch mehr auf Kooperationen setzen, denn gerade im Bereich Musikfernsehen gibt es im Web unglaublich viel kreatives Potenzial, dass wir gern nutzen und fördern wollen. Wir sehen Web-TV nicht als Bedrohung, sondern als großes Potenzial für spannende, inhaltliche Cross Media Konzepte.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Welche Neustarts und Programmhöhepunkte wird es geben?
 
Heiko Scherer: Es ist einiges in Planung. Absoluter Höhepunkt wird sicher wieder der fünfmonatige Festivalsommer mit einer umfassenden Berichterstattung von mehr als 15 der wichtigsten deutschen Musikfestivals. Wie in diesem Jahr werden wir dies gemeinsam mit dem Web-TV-Sender Bunch TV realisieren. Insgesamt werden wir den Produktionsaufwand und den Output dabei wesentlich ausweiten. Mit „Mixery Raw Deluxe“ wird die erfolgreichste Hip-Hop- Sendung im deutschen Fernsehen Ihren Weg zurück auf den großen Bildschirm finden. Außerdem werden wir bei weiteren Formaten mit führenden Labels kooperieren. Mit Road Rage TV in Kooperation mit Roadrunner haben wir das ja bereits erfolgreich vorgemacht. Hinzu kommt eine Menge an Specials zu Festival- oder Konzerthighlights, neue Folgen von „Artist’s Choice“, neue redaktionelle Formate innerhalb der unterschiedlichen Genres und vieles mehr…

DIGITAL FERNSEHEN: Wo sehen Sie dringenden Verbesserungsbedarf beim Sender?
 
Heiko Scherer: Als junges Unternehmen gibt es da im Detail natürlich einiges. Die stetige Ausweitung unseres Clip-Archivs natürlich ebenso wie das „Finetuning“ der Musikprogrammierung in der Clip-Rotation. Letzten Endes ist das alles Geschmackssache, aber der oft sehr sachkundige, konstruktive Input der Zuschauer hilft sehr, eine immer bessere Balance zu finden. Schließlich ist es unser Anspruch innerhalb der ja recht vielfältigen Genres für jeden etwas zu bieten, auch abseits der Top 100. Bedenkt man nun, wieviel Musikvideos jeden Monat national und vor allem international bereit gestellt werden, so wird deutlich, wie groß die Herausforderung ist, daraus immer das beste zusammenzustellen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Was können die Zuschauer zu Silvester erwarten?
 
Heiko Scherer: Eine sehr schöne Sonderprogrammierung wie es sich gehört sowie einige kleinere Überraschungen.
 
DIGITAL FERNSEHEN: Herr Scherer, vielen Dank für das Gespräch. [mw]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: Just Music TV: "Im Fokus steht der Start auf weiteren Pay-TV-Plattformen" fehlt nur noch Unitymedia, ArenaSat und Premiere
  2. AW: Just Music TV: "Im Fokus steht der Start auf weiteren Pay-TV-Plattformen" Auf die Just Music Sender können wir bei Unitymedia im Kabel und bei Arena Sat wohl lange warten, da die Verhandlungen gerade erst gescheitert sind, wie ich bereits in einem anderen Thread schrieb. Somit kommen höchstens noch Premiere/Sky, der Kabelkiosk, sowie die IPTV Anbieter: T-Entertain, Arcor Digital TV und Alice TV in Frage.
  3. AW: Just Music TV: "Im Fokus steht der Start auf weiteren Pay-TV-Plattformen" Premiere hat doch keinen Platz für vier Musikkanäle auf seinen Transpondern.
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