Kika: „Krimi.de“-Premiere thematisiert Kindervernachlässigung

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Erfurt – Eine weitere „Krimi.de“-Premiere aus Erfurt trägt den harmlosen Titel „Nebenan“ und nimmt sich kommenden Montag dem aktuellen und schwierigen Thema der Vernachlässigung von Kindern an.

Im Premierenfilm „Nebenan“ aus der Reihe „Krimi.de/Erfurt“ hat Conny seit Neuestem einen Job als Babysitter. Schon bei seinem ersten Einsatz erzählen ihm seine Schützlinge etwas von einem „Geisterkind“, das im Haus wohnt und viel weint. Durch den Briefschlitz der Nachbarwohnung nimmt Conny Kontakt zu einem etwa vierjährigen Jungen auf, der stark vernachlässigt wirkt.

Leider können Conny und seine Freunde nichts beweisen. Erst als Kommissar Meininger eine Bekannte vom Jugendamt auf den Fall aufmerksam macht und selbst die Geschichte der Familie recherchiert, stößt er auf einige Ungereimtheiten. Conny, Lukas und Julia geht die behördliche Ermittlung nicht schnell genug, und sie verfolgen auf eigene Faust die Spur einer Halbschwester des vernachlässigten Jungen.
 
Im Film „Nebenan“ steht ein schwieriges und brisantes Thema auf der Agenda: die Vernachlässigung von Kindern durch ihre Eltern sowie die Hilflosigkeit und Passivität des nachbarlichen Umfeldes. In der sensibel umgesetzten Geschichte zeigen die Autoren Mario Giordano und Andreas Schlüter sowie Regisseur Christoph Eichhorn die Vielschichtigkeit dieses Problems: die Überforderung der Eltern, das Wegschauen und das daraus resultierende schlechte Gewissen der
Nachbarn, die Doppelmoral einiger weniger Zeugen, die Hilflosigkeit derer, die versuchen, sich zu engagieren und das Misstrauen den Menschen gegenüber, die es wagen, Fragen zu stellen und tiefer zu bohren.
 
Für Kinder und Jugendliche deutlich gemacht wird dieses Phänomen am Beispiel Connys: er engagiert und interessiert sich für das „Geisterkind“. Bei seinen Nachforschungen wird er von den Nachbarn der Familie des Geisterkindes genau beobachtet und einer sorgt sogar dafür, dass Conny seinen Job als Babysitter verliert. Doch auf das Geisterkind angesprochen äußert derselbe Nachbar, dass er sich nicht „in fremde Privatangelegenheiten“ mische.
 
Den schmalen Grat zwischen überzogener Neugier und Denunziantentum auf der einen Seite sowie sozialer Verantwortung und Engagement auf der anderen Seite zu bebildern und bei Kindern eine Sensibilität für dieses Thema herauszubilden, sind Ziel und Anspruch dieses besonderen Filmes in der Reihe „Krimi.de“.
 
Die Fernsehfilm-Reihe „Krimi.de“ greift die Lebenswelt und die Konflikte im Alltag von Kindern und Jugendlichen auf und verpackt sie in mitreißende Geschichten. Vier Teams an vier verschiedenen Orten ermitteln in „Krimi.de“:Julia, Conny und Lukas mit Kommissar Meininger (Dominique Horwitz) in Erfurt; Ben und Sophie in Jena; Coco und Amelie in Hamburg und in Leipzig Mandy, Tom und Louis mit Unterstützung von Kommissar Bruno Ehrlicher (Peter Sodann).
 
Sebastian Debertin und Tina Sicker sind die verantwortlichen Kika-Redakteure für die Reihe „Krimi.de“. Für MDR- und NDR-„Krimi.de“-Filme sind Ralf Fronz bzw. Ole Kampovski verantwortlich.
 
Insgesamt 15 Folgen der Reihe „Krimi.de“ sind noch bis 21. November, montags bis freitags um 15.05 Uhr im Kika zu sehen. [cg]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

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