Maischberger und Gäste diskutieren über das „Ende des Kapitalismus“

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Bild: Destina - Fotolia.com
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München – Am Dienstag, den 2. September um 22.45 Uhr lautet das Thema im Ersten: „Gier, Neid, Ungerechtigkeit: Scheitert der Kapitalismus?“

Sandra Maischbergers Gäste sind Herbert Ehrenberg (ehemaliger Bundesarbeitsminister) Hans Friderichs (ehemaliger Bundeswirtschaftsminister und Banken-Chef) Daniel Goeudevert (Unternehmensberater und Automanager) Karl-Heinz Grasser (bis 2007 österreichischer Finanzminister) und Gernot Pflüger (Unternehmer).

Unter Bundeskanzler Helmut Schmidt war Herbert Ehrenberg bis 1982 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Mit der Sozialpolitik der vergangenen Jahre geht das SPD-Urgestein hart ins Gericht. „Die Unternehmensgewinne steigen seit Jahren erheblich, doch Löhne und Renten stagnieren. Das kann doch kein Sozialstaat mehr sein“, meint Ehrenberg.
 
Der ehemalige FDP-Politiker Hans Friderichs war von 1972 bis 1977 Bundeswirtschaftsminister unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. Er gehört zu den wenigen Spitzenpolitikern, die in den 70er Jahren in die Wirtschaft wechselten; Friderichs wurde Vorstandschef der Dresdner Bank. Bis heute ist der 1931 geborene Jurist ein gefragter Ratgeber von Wirtschaftsunternehmen, u. a. als Aufsichtsrat.
 
Der gelernte Literaturwissenschaftler Goeudevert machte eine erstaunliche Karriere in der Autoindustrie bis in die Vorstandsetagen von Ford und VW. Daniel Goeudevert gilt bis heute als Querdenker unter den Managern Europas. Der Franzose warnt vor den Folgen einer von Gier geprägten Kapitalwirtschaft. Wenn die Jagd nach dem Profit alles andere überlagere und die Moral vergessen werde, drohten der Gesellschaft fatale Folgen, so der Bestsellerautor.
 
Karl-Heinz Grasser, der langjährige Finanzminister von Österreich, gilt als Vertreter einer liberalen Wirtschaftsordnung und plädiert für die Stärkung des Leistungsprinzips. Durch Ausgabenkürzungen und Steuersenkungen sanierte er den österreichischen Bundeshaushalt. Nach dem Ende seiner Amtszeit wechselte er in die Privatwirtschaft und ist heute Teilhaber eines Bankhauses.
 
„Gleicher Lohn für alle“, lautet der Grundsatz im Medienunternehmen von Gernot Pflüger. Bis auf die beiden Geschäftsführer und die Lehrlinge verdienen alle 24 Mitarbeiter ein Einheitsgehalt. Feste Hierarchien gibt es nicht. „Das könnte auch bei einem Weltkonzern mit 20 000 Angestellten funktionieren“, ist sich Pflüger sicher. [fkr]

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9 Kommentare im Forum

  1. AW: Maischberger und Gäste diskutieren über das "Ende des Kapitalismus" Wie, was? Der Kapitalismus ist doch gerade voll in und im Gange...
  2. AW: Maischberger und Gäste diskutieren über das "Ende des Kapitalismus" Das funktioniert nicht in jedem Betrieb. Gerade Arbeitsplätze die körperlich hohe Anstrengung erfordern ist das Leistungsgefälle zwischen jungen und alten Arbeitnehmer doch erheblich. Gleicher Lohn für unterschiedliche Arbeitsleistung ist nicht jedem verständlich. Generell zum Kapitalismus - Kapitalismus ist nur dann sinnvoll, solange jeder Arbeitnehmer welcher Vollzeit arbeitet mit seinem Lohn sein Leben finanzieren kann.
  3. AW: Maischberger und Gäste diskutieren über das "Ende des Kapitalismus" Ende des Kapitalismus? Seit wann? Seit heute?
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