„Polizeiruf“-Kommissar zwischen Wahn und Wirklichkeit

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Eine Krankenhausstation, auf der die Patienten reihenweise sterben – und Meuffels mittendrin. Doch auf seinen Verstand kann sich der „Polizeiruf“-Kommissar diesmal nicht verlassen, denn nach einer Schussverletzung erkrankt der Ermittler an einem Fieber, das ihn kaum noch zwischen Realität und Fieberfantasien unterscheiden lässt.

Ein Kommissar im Fieberwahn: Im neuen Münchner „Polizeiruf 110“ landet Fernsehermittler Hanns von Meuffels mit einer Schusswunde im Krankenhaus. Er wundert sich, warum so viele Menschen auf seiner Station sterben. Zwischen klarem Bewusstsein und Delirium fängt er an, zu ermitteln. Sein Verdacht: Todbringende Keime, die hohes Fieber verursachen und deren Existenz die Klinikleitung vertuschen will.
 
Während von Meuffels Beweise sucht, steigt auch bei ihm die Temperatur. Immer schwerer fällt es ihm, zwischen Wirklichkeit und Fieberfantasie zu unterscheiden. Am Sonntag (4. November) um 20.15 Uhr zeigt das Erste den mutigen und ungewöhnlichen Krimi „Fieber“, den Hendrik Handloegten für den Bayerischen Rundfunks  (BR) inszeniert hat.
 
Zum vierten Mal spielen Matthias Brandt und Anna Maria Sturm als Ermittlerduo. „Fieber“ weicht dabei weit von dem ab, was sonst auf diesem Sendeplatz zu sehen ist, allerdings vor allem durch die Machart, weniger durch seine Geschichte. Es ist ein dramatischer Psychotrip in die Gedankenwelt des Kommissars von Meuffels (Brandt), unheimlich und bedrückend, aber auch skurril und mitunter sogar komisch.
 
Brandt ist in seiner Kommissarsrolle endgültig angekommen, so scheint es. Sein Spiel ist unaufdringlich und trotzdem packend. Sein Kommissar ist ein nach außen eher nüchtern und zurückhaltend wirkender Polizist, der aber eine große Intuition besitzt und diese auch geschickt einsetzt.

Gemeinsam mit Kameramann Philipp Haberlandt schickt Handloegten („Fenster zum Sommer“) die Zuschauer auf eine mysteriöse Reise durch die heruntergekommenen, dunklen Gänge eines Krankenhauses, das von der Pleite bedroht ist. Verschwommene Eindrücke, blitzlichtartige Erkenntnisse und psychedelische Farbspiele wechseln einander ab. Die Welt ist grau, schwarz und weiß, so wie der Schnee in der winterlich tristen Berglandschaft, die das Krankenhaus umgibt.
 
Die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verwischen im Laufe des Films. Handloegten nutzt das geschickt aus, etwa mit der Figur des Junkies Jürgen (Georg Friedrich). Der ist Täter und Opfer zugleich – er hat von Meuffels in die Brust geschossen, wurde aber auch selbst von Kugeln getroffen und liegt eigentlich im Koma. Doch warum sucht er den Kommissar dann immer wieder heim, wie eine gepeinigte Seele, die keine Ruhe findet?
 
Jürgen steigt aus der Badewanne, er liegt plötzlich neben von Meuffels im Bett oder grüßt ihn grinsend vom Fensterbrett aus. Das bestärkt den Kommissar in dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Doch keiner glaubt ihm. Nur eine Assistenzärztin fasst Vertrauen und erzählt von den gefährlichen Keimen. Doch bald darauf ist sie tot – angeblich Selbstmord. Das lässt endlich auch von Meuffels Kommissarkollegin Anna Burnhauser (Sturm) aufhorchen.
 
Link zur Bildquelle: www.pixelio.de

[Cordula Dieckmann/fm]

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8 Kommentare im Forum

  1. AW: "Polizeiruf"-Kommissar zwischen Wahn und Wirklichkeit Klingt irgendwie nach einem Tatort-Plot, den es mit Schenk und Ballauf schon gab.
  2. AW: "Polizeiruf"-Kommissar zwischen Wahn und Wirklichkeit Ist das jetzt eine "News" oder ein Programmhinweis für ein Degeto-Format?
  3. AW: "Polizeiruf"-Kommissar zwischen Wahn und Wirklichkeit Dass die Degeto den "Polizeiruf 110" produziert wäre mir neu.
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