Private wollen weniger Olympia auf ARD- und ZDF-Digitalkanälen

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Berlin – 800 Stunden Olympia aus Turin, davon 320 im Hauptprogramm und der Rest live auf2 Digitalkanälen von 9 bis 23 Uhr – diese Pläne von ARD und ZDF rufen die Privatsender auf den Plan.

Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e. V. (VPRT) sieht in den Planungen der Öffentlich-Rechtlichen einen klaren Widerspruch zum Willen der Länder, die eine Situation wie bei Olympia in Athen 2004 vermeiden wollten.
 
Für VPRT-Präsident Jürgen Doetz (Bild) sind die Planungen „kein Fairplay, sondern ein böses Foul gegen die privaten Sender und die Länder“. Ohne dass es akzeptable Sublizenzierungsangebote gegeben hätte, würden sich die öffentlich-rechtlichen Sender über den im Oktober dokumentierten Willen der Länder hinwegsetzen und das europäische Einkaufskartell der öffentlich-rechtlichen EBU voll gegen die Privaten in Deutschland ausspielen, so Doetz. !Das Vorgehen unterstreicht die Notwendigkeit der VPRT-Beschwerde in Brüssel. Wir werden diesen Sachverhalt als Ergänzung unser Beschwerde der EU-Kommission vortragen und hoffen, das EU und Länder die rote Karte für diese Planungen zeigen.“
 
Der VPRT bemängelt insbesondere, das es keine akzeptablen Sublizenzierungsangebote von ARD und ZDF gegeben habe, da sich die Öffentlich-Rechtlichen vorbehalten haben, bis 24 Stunden vor der jeweiligen Übertragung zu entscheiden, ob sie auch live berichten. „Bei solchen Verhandlungspositionen fehlt den Privaten jegliche Planungssicherheit, da keinerlei Gewissheit über eine Exklusivität auf privater Seite möglich ist. Das ist eine reine Alibiveranstaltung, in der Gebührenmittel dafür verschwendet werden, den Markt leer zu kaufen“, so Doetz.
 
Die gleiche Marktbesetzungsstrategie wirft der VPRT ARD und ZDF bei ihren Planungen zu den neuen Übertragungsmöglichkeiten DMB und DVB-H vor, die die Übertragung von Multimediaangeboten, Datendiensten und Bewegtbildern auf mobile Empfangsgeräte ermöglichen. Auch hier wollen ARD und ZDF mit Gebührenmitteln einen Markt besetzen, der mit Grundversorgung nichts mehr zu tun hat. „Es kann nicht sein, dass ARD und ZDF mit Mitteln für digitale Infrastruktur versorgt werden oder diese eigenmächtig umwidmen, um sich so einen eklatanten Wettbewerbsvorteil gegen die Privaten verschaffen, die diesen Technikumstieg aus Werbeeinahmen nicht refinanzieren können. Hier muss der öffentlich-rechtliche Auftrag einschränkend konkretisiert werden und geeignete Finanzierungsmodelle für alle Marktteilnehmer gefunden werden“, so Doetz. [fp]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

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