Rückkehrer „Lenßen“ soll ab Montag Sat.1-Vorabend aufpeppen

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Ende 2009 verschwand der Privatdetektiv Ingo Lenßen bei Sat.1 aus dem Programm. Da der Privatsender jedoch mit großen Quotenproblemen am Vorabend zu kämpfen hat und sich kein neues Zugpferd findet, soll es jetzt „Lenßen & Partner“ wieder richten.

Mit „Gottschalk live!“ wollte die ARD sich aus dem Quotentief am Vorabend katapultieren – es hat nur nicht geklappt. Doch der öffentlich-rechtliche Sender steht mit diesem Problem nicht alleine da. Auch Sat.1 befindet sich im vorabendlichen Quotenloch, zumal erst kürzlich das einstige Zugpferd „Anna und die Liebe“ weggefallen ist, nachdem das Format regelmäßig von immer mehr Zuschauern abgeschaltet wurde. Sat.1 braucht neuen Auftrieb und den soll ein alter Bekannter bringen: Ingo Lenßen war in der Soap „Lenßen & Partner“ bereits zwischen 2003 und 2009 im Programm und soll nun als Retter zurückkehren.

Der Abschied Lenßens war 2009 nicht reibungslos über die Bühne gegangen. Der Anwalt und TV-Detektiv zeigte auch öffentlich seinen Unmut, nicht mehr die Fernsehgemeinde mit seinen emsigen Ermittlungen beglücken zu dürfen. „Es handelte sich 2009 um eine senderstrategische Entscheidung um den damaligen Geschäftsführer Guido Bolten“, sagt der 51-Jährige heute. „Er wollte lieber eine Telenovela am Vorabend. Jetzt ist er nicht mehr am Drücker, und auch die Serie gibt es nicht mehr.“

Zwar hat Zwirbelbartträger Lenßen auch heute noch Partner, die mit ihm detektivisch ermitteln, doch im Titel seiner werktäglichen 19-Uhr-Sendung tauchen sie nicht mehr auf, weil er, der Hauptdarsteller, stärker ins Bild gerückt werde. Der Standort seiner Sendung ist nunmehr auch nicht das feine München, sondern die Ruhrpottstadt Essen, „wo die Typen vielfältiger“ seien und somit auch die Zahl der Geschichten. „Lenßen“, sagt Lenßen, rücke außerdem vom reinen „Crime“ ab und kümmere sich auch um Alltagsgeschichten.

Das können Dramen um Hooligans sein, Tragödien um Mietnomaden oder auch ein Phänomen wie „Feeding“, bei dem im Web dickleibige Menschen bezahlt werden, noch mehr in sich hineinzustopfen, damit Voyeuristen an diesem Ereignis teilhaben können. Die Fälle sind wie auch früher alle gestellt, erdacht oder, wie die Branche es formuliert, „gescripted“ – was vielfach öffentliche Kritik ausgelöst hat.

Damit hat die Hauptfigur aber keine Probleme: „Der Zuschauer weiß genau, was echt ist und was nicht echt ist.“ Noch kurz nach dem Start von „Lenßen & Partner“ 2003 hatte sich der Bundesverband Deutscher Detektive beschwert, dass die TV-Sendung nichts mit der wirklichen Arbeit zu tun habe.

Lenßen, gebürtiger Krefelder, wird jetzt nicht wieder zurück in den Westen ziehen, nur weil seine TV-Sendung dort ihren Standort hat. Seine Frau und Kind bleiben am Bodensee, der Vater weilt von Montag bis Freitag beim Dreh in Essen. Lenßens zwölfjähriger Sohn möchte auch, sagt der TV-Mann, Schauspieler und Anwalt werden. Ob dieses ein lohnendes Ziel ist? Darüber kann sich der Sohn jetzt noch bis zumindest Dezember allabendlich informieren. Denn Sat.1 hat Lenßen zunächst für 175 Folgen eingekauft. Fortsetzung möglich. [Carsten Rave/fm]

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11 Kommentare im Forum

  1. AW: Rückkehrer "Lenßen" soll ab Montag Sat.1-Vorabend aufpeppen Kann mir einer den Kommentar von "Purzel 360" übersetzen? Danke Sorry unter dem DF-Artikel sah das Bild nur in Buchstaben und Zahlensalat.
  2. AW: Rückkehrer "Lenßen" soll ab Montag Sat.1-Vorabend aufpeppen Sat.1 ist offenbar sehr verzweifelt. Es findet sich kein anderes Zugpferd für das auch dort darbende Vorabendprogramm, also soll diese realitätsfremde, von Fachleuten kritisierte, Sendung zumindest weitere 175-mal über die Mattscheibe flimmern. Es zeichnet deutsche Programmverantwortliche aus, dass sie weitgehend am Zuschauer vorbei Sendungen plazieren. Und diejenigen, die sich den Schund anschauen, schalten entweder reflexmäßig ein oder können mit ihrer Zeit sonst nichts anfangen.
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