Studie: Negative News dominieren Nachrichtensendungen im TV

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Die Berichterstattung in den Fernsehnachrichten zur Prime-Time ist einer Studie zufolge deutlich negativ geprägt und nimmt damit Einfluss auf die Wahrnehmung der Zuschauer auf ihre eigenen Denkweisen und Lebensansichten sowie auf die Weltgeschehnisse.

Ein Team der SRH Fernhochschule hat die Tendenzen der Berichterstattung in den deutschen Prime-Time-Nachrichten untersucht. Dabei wollte man in einer Medienanalyse herausfinden, ob in den deutschen Prime-Time-Nachrichten eine überwiegend positive, neutrale oder negative Berichterstattung vorherrscht.
 
Für die Untersuchung wurde eine Woche lang in einer quantitativen Medieninhaltsanalyse die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten „Tagesschau“ und „heute“ sowie die privaten Sendungen „RTL Aktuell“ und „Sat. 1 Nachrichten“ analysiert. Dabei wurden die Beiträge auf ihre neutrale, negative oder positive Valenz sowie die Themenkategorien untersucht.

In der beobachteten Woche waren demnach 146 Beiträge negativ geprägt,123 waren neutral gehalten und neun waren positiv. Vor allem bei Gesellschafts- und außenpolitischen Themen war eine erhöhte negative Ausrichtung erkennbar, während innenpolitischen Nachrichten meist neutral gehalten wurden.

Studiengangsleiter Prof. Dr. Hermanni sind die innenpolitische Neutralität dadurch begründet, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk zur Ausgewogenheit verpflichtet ist und außerdem Parteienvertreter in den Aufsichtsgremien sitzen. Im Vergleich der öffentlich-rechtlichen mit den privaten Nachrichtensendungen war erkennbar, dass die „Tagesschau“ ein Gleichgewicht zwischen negativen und neutralen Beiträgen aufwies.

Bei der öffentlich-rechtlichen Sendung „heute“ und den „Sat. 1 Nachrichten“ überwog minimal die negative Valenz. In der RTL-Sendung „RTL Aktuell“ hatte die negative Berichterstattung einen größeren Anteil. In der Woche gab es insgesamt 50 negative, 36 neutrale und nur sechs positive Berichte.

Auch inhaltlich unterscheiden sich die Nachrichtensendungen deutlich. So erhielten In der Sendung „RTL Aktuell“ Gesellschaftsthemen die meiste Sendezeit – und zwar mit eindeutig negativer Ausprägung. Denn vor allem ging es in den Berichten über Unglücke, Diebstähle, Straftaten, Todesfälle und Umweltprobleme.

Nach Prof. Dr. Hermanni hat die Studie gezeigt, dass die Berichterstattung in den Fernsehnachrichten zur Prime-Time deutlich negativ geprägt ist. Damit wird auch Einfluss auf die Wahrnehmung der Zuschauer auf ihre eigenen Denkweisen und Lebensansichten sowie auf die Weltgeschehnisse genommen. Hermanni möchte, dass die Fernsehnachrichten positive Ereignisse in stärkerem Maße abbilden, die täglich weltweit eintreten. [jrk/fp]

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10 Kommentare im Forum

  1. Naja... Die meisten Nachrichten sind nun mal negativ. Staatlich vorgegebene Erfolgsmeldungen waren zuletzt in der Aktuellen Kamera zu sehen. Und dies will wohl keiner mehr.
  2. Deswegen schaue und höre ich Nachrichten ja auch kaum. Wenn ich morgens im Bad bin und mich für die Arbeit fertig mache, dann verzichte ich gerne auf Meldungen über Mord und Totschlag oder irgendeinen Mist den sich die Politiker haben wieder einfallen lassen. Ich gehöre zu den Leuten, die auch morgens gut gelaunt sind und will mir durch negative Nachrichten nicht meine gute Laune verderben lassen. Das gilt für den ganzen Tag.
  3. Was ist denn eine "Nachricht"? Letztendlich ist eine Nachricht doch eine Art Bericht über ein Ereignis. Und ich schätze mal es gibt mindestens genausoviel positive wie negative Ereignisse. Wenn ich nur den technischen und medizinischen Fortschritt sehe. Ein wenig mehr Ausgewogenheit wäre da vielleicht besser. Wenn eine Nachrichtensendung 15 Minuten dauert, dann reichen doch eigentlich 10 Minuten für verrückte Politiker und das Ende der Welt im allgemeinen, also Mord, Totschlag, Krieg, Umweltzerstörung usw...
  4. Na also das ist doch nun wirklich nichts Neues. Das ist vom ersten Tag von Nachrichten schon so!
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