„Tatort“: Abrechnung im Berliner Drogen-Millieu

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Die Hauptstadt-Kommissare Ritter und Stark müssen im neuen „Tatort“ tief in die Welten des Berliner Drogen-MIllieus abtauchen, denn die aufgefunden Toten haben alle eines gemeinsam: Die Partydroge „Heaven“ hat ihr Leben beendet. Doch nicht nur das Millieu hat seine Geheimnisse, sondern auch ihre Kollegin von der Drogenfahndung, die bei dem Fall einspringt.

Ein Mann haucht im Drogenwahn sein Leben aus, dann noch einer und noch einer. Für Till Ritter und Felix Stark (Dominic Raacke und Boris Aljinovic) bekommt der Fall bald Konturen: Im Berliner Milieu wird abgerechnet. Für den „Tatort“ tauchen an diesem Sonntag (18. November, 20.15 Uhr) die beiden Kommissare in eine Welt, in der sich Rausch, Sucht und Gier zum tödlichen Cocktail vermischen. „Heaven“ heißt der Stoff, eine synthetische Partydroge, mit der die Hintermänner in gestylten Büros am Potsdamer Platz und die Giftmischer in den Drogenküchen ihr Geld machen. Soweit, so „Tatort“.



 



Aber dann ist da noch Melissa Mainhard (Ina Weisse). Die Drogenfahnderin springt im Fall ein, sie hat die Kontakte zur Szene, kennt Hintermänner und „Teaser“, wie sich die Kuriere nennen, die ihre Klientel zuerst kostenlos und dann gegen Geld in die Abhängigkeit treiben. Melissa Meinhard trägt ein Geheimnis und führt eine Liste: „Dinge, die noch zu erledigen sind.“



 



Am Anfang reißt sich Melissa Mainhard ein Pflaster vom Körper, wirft es ins Klo. Seitdem sie vor drei Jahren an Brustkrebs erkrankt ist, sind die Morphium-Aufkleber ihre stillen Begleiter. Die Streifen lindern einen Schmerz, der sonst unerträglich wäre. Nur damit kann die Alleinerziehende von zwei Töchtern ihr Leben aushalten und ein Bild der Normalität aufrechterhalten.



 



Der neue Berliner „Tatort“ ist Teil der ARD-Themenwoche zum Tabuthema Tod. Das Sterben wird von diesem Samstag (17. November) auf allen ARD-Kanälen und in vielen Formaten abgehandelt – von Comedy, Talkshow und Spielfilm bis eben zum „Tatort“.



Die Verbindung zum Leitthema erschließt sich nicht auf den ersten Blick in diesem „Tatort“. Klar, in jedem „Tatort“ wird getötet und gestorben, die erbauliche Botschaft ist beim Krimi-Dauerbrenner auch diesmal dabei. Denn tatsächlich verbergen sich hinter Fantasienamen wie „Heaven“ oft gefährliche Drogen. „Legal Highs“ nennen sich die Stoffe, die als Badesalz, Lufterfrischer oder Räuchermischung angeboten werden und meist Betäubungsmittel enthalten. Erst seit Juli 2012 sind Herstellung, Handel und Besitz dieser Suchtmittel verboten.



 



Erstes „Heaven“-Opfer ist Christoph Gerhard (Stefan Kreißig), der gleich zu Beginn am Handy mit einem verzweifelten Hilferuf seine letzten Worte spricht. Gerhard ist an einer Überdosis gestorben. Ritter und Stark finden in der Wohnung das Drogenlabor und zweifeln: Hat sich Gerhard den letzten Schuss selber verpasst oder gab es einen Täter?



 



Infrage kommen einige: Der gerissene Dirk Regler (Barnaby Metschurat), der das Geschäft seines nun toten Partners fortsetzen will. Oder Ivo Kaminsky (Gerdy Zint), der als Kurier und Zwischenhändler Regler unter Druck setzt. Oder der „Teaser“ Tom Hartmann (Leonard Carow), der mit viel Geld seiner Freundin imponieren will. Tom ist mit Anny (Johanna Ingelfinger) befreundet, der Tochter der Drogenfahnderin.



 



Nur in kleinen Dosen gibt dieser „Tatort“ seine Geheimnisse preis. Das Drehbuch von Jörg Tensing fordert Geduld ab. Denn erst in der letzten Szene wird dem Zuschauer klar, welche Dinge noch vom wem zu erledigen waren. Und sie werden mit der Darstellung von Ina Weisse belohnt, die als Krebspatientin zwischen Mut und Verzweiflung diesem „Tatort“ eine berührende Wendung gibt. Ritter, der sich nur kurz zum Techtelmechtel mit der Kollegin verleiten lässt, und Starck müssen dabei alle Augen zudrücken – nur einmal. Denn Melissa Meinhard will mit ihren Töchtern auf Italien-Urlaub. Es könnte der letzte sein.



[Esteban Engel/fm]

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15 Kommentare im Forum

  1. AW: "Tatort": Abrechnung im Berliner Drogen-Millieu Letzte Woche Dortmund habe ich sausen lassen, heute schaue ich mal wieder rein in den Tatort.
  2. AW: "Tatort": Abrechnung im Berliner Drogen-Millieu Passte zur ARD Themenwoche, konnte man fast vermuten. Schwer krebskranke Kollegin der beiden Berliner Ermittler ..... Mittelmäßiger Tatort aus der Hauptstadt.
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