Thema des Monats: Weihnachts-TV-Hits der Öffentlich-Rechtlichen

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Das Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu Weihnachten wird hauptsächlich von Märchen und Shows getragen. Die ganz großen Hollywood-Blockbuster wird es nicht geben. Zu den Highlights bei den Eigenproduktionen gehören wie schon in den Vorjahren die ARD-Märchenverfilmungen unter dem Motto „Sechs auf einen Streich“.

Filmhighlights an den Festtagen bei den Öffentlich-Rechtlichen

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Am heiligen Abend bieten die öffentlich-rechtlichen Sender vier besondere Filme und zudem gibt es einen Geheimtipp von DIGITALFERNSEHEN.de. Mit „Oh Tannenbaum“ zeigt die ARD eine Komödie, in der Anwalt Dr. Wagner, gespielt von Günther-Maria Halmer, frei nach Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ für niemanden ein gutes Wort übrig hat – schon gar nicht zu den Festtagen. Als er jedoch versehentlich das halbe Mietshaus unter Wasser setzt, nisten sich die Nachbarn bei ihm ein. Für den sonst allein lebenden Rechtsverbieger eine ganz neue Lebenssituation.
 
Im Anschluss zeigt das Erste ab 21.45 Uhr das TV-Melodrama „Stürme in Afrika“. In dem deutschen Kinofilm aus dem Jahr 2008 spielt Katja Flint die Fotografin Eva, die auf dem Urkontinent ihr persönliches „Jenseits von Afrika“ erlebt. Im NDR hingegen gibt der unvergessende Komödiant Heinz Erhardt eine seiner Paraderollen zur Primetime zum Besten. In „Der Haustyrann“ peinigt Paul Perlacher (Erhardt) seine Mitmenschen.
 
Ein Klassiker des Fernsehens ist zudem bei 3Sat zu sehen. Um 20.15 Uhr flimmert „Ein Hauch von Nerz“ über die Bildschirme. In der US-amerikanischen Filmkomödie von 1962 überredet Philip (Cary Grant) die arbeitslose Sekretärin zu einer gemeinsamen Geschäftsreise. Doch denkt die junge Frau gar nicht daran sich von dem Frauenheld verführen zu lassen. Als besonderen DF-Filmtipp sollte sich jeder, der um 0.35 Uhr noch nicht schlafen kann, den ZDF-Film „Ist das Leben nicht schön?“ ansehen. Die Tragikomödie mit um den lebensmüden Bankangestellten George Bailey (James Stewart) und den unerfahrenen Engel Clarence (Henry Travers) steckt voller Emotionen und gilt unter Kritikern als einer der besten Filme aller Zeiten.
 
Am ersten Feiertag sind die Primetime-Kinohighlights jedoch eher bei den Dritten zu finden. In Gedanken an den Meister des Humors – und weil Loriot einfach bei vielen zum Weihnachtsfest dazugehört – sendet der NDR um 20.15 „Loriots Ödipussi“. Der von Vicco von Bülow (Loriot) verkörperte Paul Winkelmann, ist bereits 56 Jahre alt und wohnt noch immer bei seiner herrischen Mutter. Als er Margarethe Tietze (Evelyn Hamann) kennenlernt, kommt es im Hause Winkelmann zum humorvollen Ausnahmezustand.
 
Als weiteres kleines Highlight zeigt 3Sat um 22.05 Uhr „Elizabeth – Das goldene Königreich“. Das britisch-französische Filmdrama aus dem Jahr 2007 ist die Fortsetzung des Films „Elizabeth“ aus dem Jahr 1998. Hauptdarstellerin Cate Blanchett erhielt für den ersten Teil den Oskar in der Kategorie Drama.
 
Am zweiten Weihnachtsfeiertag steht trotz des Feiertags bei der ARD der „Tatort“-Fall „Spargelzeit“ mit dem Münsteraner Ermittler-Duo Axel Prahl und Jan-Josef Liefers zur Primetime auf der Programmliste. Bei den Dritten ist das Alltagsprogramm jedoch noch nicht zurück. In dem Drama „Bergblut“ im Bayerischen Rundfunk heiratet Katharina (Inga Birkenfeld) den armen Südtiroler Bauernsohn Franz (Wolfgang Menardi). Als dieser bei einer Rangelei einen deutschen Soldaten erschlägt, muss das frisch vermählte Ehepaar Deutschland verlassen. Der Film ist eine deutsche Erstausstrahlung. Shows an Weihnachten

Zur Weihnachtszeit gehört André Rieu zur festen Größe im  öffentlich-rechtlichen Programm. Mit seiner Show „Weihnachten bin ich Zuhaus“ lädt er alle Klassikfans am heiligen Abend im Zweiten ab 20.15 Uhr zum Genießen ein. Wer möchte, kann sich schon eine Stunde zuvor ebenfalls im ZDF bei der Show „Ich schenk´ dir Deinen Star“ auf den musikalischen Abend einstimmen. Auch der „Großstadtrevier“-Bulle mit dem typischen norddeutschen Humor bekommt im Ersten am 24. Dezember eine eigene Show. Bei „Weihnachten mit Jan Fedder“ lädt der Schauspieler Prominente und Kabarettisten zum Talk ins Studio ein und zaubert zusammen mit Tim Mälzer eine Weinhachtsgans.
 
Wer kein Fan von Rieu ist, kann sich den Abend mit Shows bei den Dritten vertreiben. Im WDR kommt ab 20.15 Uhr das Showhighlight „Zirkus von Morgen“ zur Ausstrahlung. Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung aus den besten Auftritten des gleichnamigen Festivals. Unter andrem erzählt Dagmar Berghoff von ihren Erlebnissen hinter den Kulissen, von den persönlichen Eindrücken, die sie sammeln durfte, sowie einer Liebesgeschichte.
 
Im RBB lädt Maxi Arland die Zuschauer ab 20.15 Uhr zur Show „Sind die Lichter angezündet“ ein. In der Musiksendung werden klassische Weihnachtslieder gesungen und Arland nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise über den Gendarmenmarkt und raus auf das Brandenburger Land. Wer neben der eigenen Bescherung auch noch eine im Fernsehen miterleben will, der kann „Die große Fernseh-Bescherung 2011“ ab 20.45 Uhr im MDR verfolgen. Andrea Ballschuh erinnert in ihrer Sendung an die schönsten weihnachtlichen Momente im Fernsehen.
 
Am ersten Weihnachtsfeiertag kommen die Helene-Fischer-Fans auf ihre Kosten. Ab 20.15 Uhr lädt die Sängerin ihre Fans zur gleichnamigen ARD-Show ein. In der Sendung erfüllt sich Fischer langersehnte Träume und lässt die Zuschauer an diesen Bildern teilhaben. Natürlich kommt dabei der Schlager nicht zu kurz. Unter anderen wird Andrea Berg in der Show zu Gast sein. Wer sich jedoch nicht ganz so in der Volksmusik zu Hause fühlt, kann sich zeitgleich im SWR von der Sketchshow „Wenn älles z’viel wird“ zum Lachen bringen lassen.
 
Am 26. Dezember finden die Shows bei den Dritten Programmen statt. Im WDR führt der humorvollste Arzt des deutschen Fernsehens Eckart von Hirschhausen durch die Sendung „Das fantastische Quiz der Menschen“. Hinter dem Namen verbirgt sich, wie nicht anders zu erwarten, eine Spielshow, in der unter anderem Prominente Wissensfragen beantworten und an Spielrunden teilnehmen. Zu den Gästen gehören Jan Hofer, Sven Plöger, Cornelia Poletto und Dennis Wilms. Außerdem kehren die Artisten vom „35. Zirkusfestival Monte Carlo“ in die Manege zurück. Im SWR und MDR können die Kunststücke der Akrobaten am zweiten Weihnachtsfeiertag ab 20.15 Uhr bestaunt werden.Märchen an Heiligabend

Die HD-Märchenstunde im öffentlich rechtlichen Rundfunk beginnt ebenfalls an Heiligabend. Erzählungen, die mit „Es war einmal“ beginnen und mit „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ enden, erwärmen jährlich die Herzen von Jung und Alt. Die meisten dieser rührenden und lehrreichen Geschichten zeigt die ARD und das ZDF in diesem Jahr im hochauflösenden Bildformat.
 
Zu einer der beliebtesten Geschichten gehören ganz sicher „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Der 1973 von DDR und Tschechoslowakei koproduzierte Märchenfilm ist nicht nur am 24. Dezember, um 11.50 Uhr in der ARD in HD und im WDR, um 14.35 Uhr, sondern auch am 1. Weihnachtsfeiertag, um 11.20 Uhr im SWR sowie am 26. Dezember um 10.20 Uhr im RBB zu sehen. Auch „Der kleine Lord“ mit Alec Guiness als britischer Allzeit-Klassiker darf im Ersten nicht fehlen und läuft an Heiligabend direkt im Anschluss um 13.15 Uhr.
 
Im ZDF geht dann die Märchenzeit weiter. Mit Astrid Lindgrens Kinderbuch-Klassiker „Michel in der Suppenschüssel“ und dem Grimm’schen Märchen „Der Eisenhans“ zeigt das Zweite ab 13.55 Uhr zwei Geschichten, die das Herz berühren. Dabei ist die Märchenverfilmung ein Neuproduktion aus diesem Jahr. 
 
Damit ist die Märchenstunde an Heilgabend bei den öffentlich-rechtlichen Sendern doch noch nicht ausgereizt. Der Bayerische Rundfunk (BR) zeigt am 24. Dezember, um 10.00 Uhr, das Märchen vom „Schneewitchen“. Der MDR wird zu gleichen Zeit die Geschichte „Die Mühlenprinzessin 2″ ausstrahlen. Und gegen 15.00 Uhr wird die Märchenstunde mit dem „Rotkäppchen“ fortgesetzt. Natürlich darf das Märchen von „Goldmarie und Pechmarie“ im Märchenportfolio der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht fehlen. Der RBB zeigt mit „Frau Holle“ und „Die Gänsehirtin am Brunnen“ gleich zwei Märchen ab 14.10 Uhr am Stück und rundet den Märchentag mit „Das kalte Herz“ um 22.40 Uhr ab.Noch mehr Märchenhaftes am 1. Feiertag

Am ersten Weihnachtsfeiertag geht es jedoch mit „Schneeweißchen und Rosenrot“ um 11.30 Uhr als HD-Version im Ersten wieder zurück in die Märchenwelt. Wer zudem von der Geschichte vom verlorenen, gläsernen Schuh nicht genug bekommen kann, der bekommt mit „Aschenputtel“ eine moderne Variante geboten. Die ARD überträgt die Eigenproduktion, um 15.00 Uhr, ebenfalls als HD-Version. Eine Stunde zuvor (14.00 Uhr) zeigt das Erste mit „Jorinde und Joringel“ eine weitere Neuverfilmung eines grimmschen Märchens. Beide Neuauflagen der klassischen Märchen gehören ebenfalls zum „Sechs auf einen Streich“-Projekt, das mittlerweile seit vier Jahren die Geschichten der Brüder Grimm in die Moderne holt (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). 
 
Auch aus dem Programm der Dritten sind die Märchen am ersten Weihnachtsfeiertag nicht wegzudenken. Im NDR geht „Der gestiefelte Kater“ ab 11.00 Uhr auf Reisen und gleich im Anschluss (ab 12.00 Uhr) können jung und alt die Tricks des Meisterdiebes im gleichnamigen Märchen „Der Meisterdieb“ bewundern. Ein weiter Klassiker der Märchen, der zu Weihnachten ganz sicher nicht fehlen darf ist „Dornröschen“. Der SWR zeigt die Geschichte vom schlafenden Mädchen am 25. Dezember, 10.15 Uhr. Der MDR hingegen steuert am zweiten Weihnachtsfeiertag das eher unbekannte Märchen „Die feuerrote Blume“, um 10.00 Uhr, und ebenfalls einen Klassiker mit „Die Schneekönigin“ um 17.30 Uhr bei.
 
Wer die Worte „Rapunzel, Rapunzel lass dein Haar herab“ hören will, muss am ersten Weihnachtsfeiertag ab 16.45 Uhr den RBB einschalten. Und wer lieber die schöne Prinzessin im „Eisbärkönig“ begleitet, kann das um 15.50 Uhr in 3Sat erledigen. Märchen zum Dritten – Finale am 26. Dezember

Wer jetzt noch immer nicht genug von der Märchenwelt hat, der findet am zweiten Weihnachtsfeiertag noch weitere Highlights. Mit den zwei TV-Märchen-Premieren „Die Sternentaler“ und „Die zertanzten Schuhe“ zeigt die ARD zwei weitere modernisierte Märchen-Klassiker in HD-Qualität. Ab 14.20 Uhr werden die Erzählungen nacheinander gesendet. Im Zweiten hingegen tanzt ab 11.35 Uhr „Das Rumpelstilzchen“ und verrät keinem, wie es heißt. Auch nicht dem „Teufel mit den drei goldenen Haaren“, der gleich im Anschluss in HD-Auflösung zu sehen sein wird.
 
Im NDR hingegen ziehen ab 10.35 Uhr ein Hahn, eine Katze, ein Hund und ein Esel in den hohen Norden, um ihre Gesangskünste darzubieten. Gleich im Anschluss der „Bremer Stadtmusikanten“ könne sich Märchenfans auf „Das tapfere Schneiderlein“ freuen. Damit ist der zweite Weihnachtsfeiertag zwar nicht so gut bestückt wie die anderen Programmtage zuvor, doch lassen sich zwischendurch oft noch weitere Wiederholungen der klassischen Geschichten im Programm der öffentlich-rechtlichen Sender aufspüren.
 
DIGITAL FERNSEHEN stellt Ihnen an dieser Stelle immer am Montag das aus Sicht der Redaktion interessanteste Thema des Monats vor. Im November stand der Jugendschutz im deutschen Fernsehen im Mittelpunkt. Im Dezember widmen wir uns den Höhepunkten des diesjährigen TV-Programms zu Weihnachten bei Öffentlich-Rechtlichen, Privaten und im Pay-TV.Thema des Monats: Weihnachtliche TV-Höhepunkte

Thema des Monats im Überblick
[Marcel Hornburg]

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16 Kommentare im Forum

  1. AW: Thema des Monats: Weihnachts-TV-Hits der Öffentlich-Rechtlichen Hm.. Von Ödipussi abgesehen wieder mal nichts sehenswertes dabei... die Märchenfilme, so gut sie teilweise auch sind, sind in meinen Augen nicht wirklich eine Meldung wert. Diese Filme kommen schon seit ich denken kann jedes Jahr an Weihnachten, das ist so sicher wie die nächste Gebührenerhöhung beim ÖRR. Sissi fehlt allerdings noch...
  2. AW: Thema des Monats: Weihnachts-TV-Hits der Öffentlich-Rechtlichen Ist doch jedes Jahr das selbe Spiel.
  3. AW: Thema des Monats: Weihnachts-TV-Hits der Öffentlich-Rechtlichen läuft dieses Jahr in kabel eins.
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