„Tina Mobil“ zeigt deutsche Armuts-Realität jenseits von Trash-TV

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Bild: rbb/Stefan Erhard
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Armut, Sorgen, Existenz-Probleme kommen in der oft reichen und heilen Welt vieler TV-Serien nicht vor: die RBB-Produktion „Tina mobil“ für ARD-Mediathek und das Erste will da einen Kontrapunkt setzen.

Das ostdeutsche Empfinden, das sich hier widerspiegle, habe sie an der Rolle interessiert, sagt die in Bautzen geborene Schauspielerin Gabriela Maria Schmeide. „Die Geschichte einer Frau, die partout nicht aufgeben will, in einem Milieu, das nicht allzu oft gezeigt wird“, umschreibt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) seine Miniserie „Tina mobil“ mit Schmeide in der Hauptrolle. Sie steht ab Donnerstag (16.9.) für sechs Monate in der ARD-Mediathek. Jeweils als Doppelfolge ist die Serie dann am 22. und 29. September sowie am 6. Oktober als „FilmMittwoch“ im Ersten (jeweils ab 20.15 Uhr) zu sehen. 

In sechs Folgen von je 45 Minuten wird die Geschichte einer dreifachen Mutter erzählt, die ihren Mann rausschmeißt, weil der wieder trinkt, und die nach dem Rausschmiss bei ihrem bisherigen Verkaufsjob bei der Konkurrenz anheuert. „Mit ihrem Bäckermobil klappert sie all die Nester im Norden von Berlin ab, die keinen Bäcker oder Konsum haben.“ Sie fährt ihre alte Strecke – nur eben fünf Minuten früher.

„Drehbuchautorin Laila Stieler, zuletzt für „Gundermann“ mit Preisen überhäuft, ist eine Spezialistin für exzellent recherchierte und milieugenaue Geschichten, die das Große im Kleinen, das Existenzielle im Alltäglichen erzählen“, sagt Martina Zöllner, die Film- und Kulturchefin vom RBB. Die Serie versuche wie schon die RBB-Regionalserie «Warten auf’n Bus» mit Ronald Zehrfeld die heutigen gesellschaftlichen Zerreißproben zu zeigen und zu verstehen: «die Spaltung zwischen oben und unten, Ost und West, Gewinnern und Verlierern, Stadt und Land, rechts und links».

Bildquelle:

  • tinamobil: rbb/Stefan Erhard

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