TV-Jahr 2014: Rekord-Quoten und der schleichende Tod der Show

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Das TV-Jahr neigt sich dem Ende und hinterlässt eine gemischte Bilanz. Während neben dem ein oder anderen guten Film vermutlich den meisten Zuschauern die Fußball-WM und ihre Rekord-Quoten im Gedächnis geblieben sind, ist 2014 aber auch das Jahr des schleichenden Tods der TV-Show. Denn es scheint, als habe das Format ausgedient.

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Adé, du große Show. Das Jahr 2014 steht im deutschen Fernsehen für das langsame Sterben einer großen Unterhaltungsform, deren Geburtsstunde irgendwann in den 50er und 60er Jahren anzusiedeln ist. Allen voran steht für dieses Genre natürlich der fast 34 Jahre gelaufene ZDF-Klassiker „Wetten, dass..?“, dessen Zeit angesichts stark sinkenden Interesses ablief. Doch auch Neuentwicklungen auf dem Showsektor kassierten herbe Rückschläge. Andere TV-Sendungen litten ebenso unter Desinteresse, aber auch Rekorde fielen im Jahr 2014. Ein Überblick:

WETTEN, DASS.. ?: Noch einmal mehr als neun Millionen Zuschauer beim Abschied von und mit Markus Lanz am 13. Dezember – dennoch: Wegen der zuletzt dramatisch gesunkenen Einschaltwerte beschloss das ZDF, sich vom einstigen Unterhaltungsdampfer Nummer eins zu verabschieden.

RISING STAR: Die große RTL-Showhoffnung entpuppte sich als Bauchlandung. Das Publikum wollte nicht noch eine neue Castingshow, auch wenn sie innovativ mit App-Nutzung daher kam. RTL reduzierte von 10 auf 7 Ausgaben, 1,11 Millionen Zuschauer waren der Tiefpunkt.

MILLIONÄRSWAHL: ProSieben trommelte gleich zu Jahresbeginn eine Netz-Community zusammen, die unter sich einen Millionär ausmachen sollte. Die Verbindung von Internet und klassischem TV ging schief: Die Quote fiel rasch unter die Millionengrenze.

KEEP YOUR LIGHT SHINING: ProSieben legte nach: Nach dem Reinfall mit der „Millionärswahl“ setzte es mit der app-gestützten Castingshow „Keep Your Light Shining“ eine zweite Pleite mit weniger als einer Million Zuschauern beim Finale am 5. Juni.

SING WIE DEIN STAR: Mit dieser Show wollte Jörg Pilawa eigentlich ursprünglich bei der ARD neu starten. Doch die Produktion verzögerte sich. Die Idee, Promis ihre Lieblingsmusik nachsingen zu lassen, enttäuschte: nur etwa zweieinhalb Millionen schalteten ein.

DIE GROSSE ÜBERRASCHUNGSSHOW: Etwa 3,3 Millionen Zuschauer waren dem ZDF für die schöne Michelle Hunziker am 26. März zu wenig. Eine zunächst geplante zweite Ausgabe der recht bieder anmutenden Sendung wurde nicht mehr realisiert.

DEUTSCHLANDS BESTE: Der Zweiteiler im Sommer hatte sogar passable Einschaltquoten, doch die von Johannes B. Kerner moderierte ZDF-Show entpuppte sich als Betrug am Zuschauer, stellten sich doch die Rankinglisten der „besten“ Deutschen als manipuliert heraus.

Doch nicht nur im Showsektor verbuchten die Sender Rückschläge, auch andere neue Formate unterboten die angepeilte Flughöhe.

DIE STAATSAFFÄRE: Der Name Veronica Ferres allein ist kein Erfolgsgarant. Die blonde Solingerin in der Rolle der Kanzlerin, die ein Techtelmechtel mit dem französischen Präsidenten hat, interessierte nur etwa 2,7 Millionen Zuschauer auf Sat.1.

MISSION FREUNDLICHKEIT – MEIN 100 TAGE EXPERIMENT: Der Start des frei empfangbaren Disney Channel im Januar verlief gut, die erste für den deutschen Markt produzierte Reihe mit Jan Köppen funktionierte aber nicht. Der Name Disney steht eben für Cartoon und Serienimport.

CHECK: Mit dem Abschied von den altgedienten „Ratgebern“ am Sonntag wollte die ARD im Netzzeitalter ein Zeichen setzen. Der „Check“ am Montag ersetzte den „Ratgeber“, was auch generell ganz gut klappte. Der Rechts-Check mit Frank Bräutigam fiel jedoch deutlich ab.

FILME: ARD und ZDF setzten gute Marken, vor allem am Montag oder am Mittwoch. Zum Beispiel der Improvisationsfilm „Altersglühen“ (ARD) in der ARD mit gut 6,5 Millionen Zuschauern oder die neuen ZDF-Krimireihen am Samstag wie „Helen Dorn“ mit rund 8 Millionen.

TATORT ist kein Film, er ist Kult und erreichte zum Beispiel mit seinem beliebtesten Gespann aus Münster (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) mit mehr als 13 Millionen Zuschauern einen Spitzenwert. Für die zwei ist möglicherweise immer noch Luft nach oben.

FUSSBALL-WM: Der populärste Sport der Welt ist keine Erfindung des TV oder für das TV, das Fernsehen aber profitiert davon: Die ARD verbuchte beim deutschen Finalsieg gegen Argentinien mit etwa 34,7 Millionen Zuschauern die höchste je gemessene Quote.

QUIZDUELL: Ein Auf und Ab der Gefühle für Moderator Jörg Pilawa am ARD-Vorabend: Erst nach zehn Tagen funktionierte die App, Pilawa spielte mit den Studiokandidaten zunächst „offline“. Die Quoten waren passabel, deswegen geht es im Februar in die Fortsetzung – mit App.

SCHLECKER: Doppelt hält besser. Sat.1 und das ZDF lieferten sich ein Wettrennen mit zwei Filmen um die Drogeriemarktpleite. „Die Schlikkerfrauen“ auf Sat.1 schnitten mit 3,05 Millionen Zuschauern passabel ab, auch der ZDF-Zweiteiler „Alles muss raus“.

RTL UNDERCOVER: Mit neuen Reportageformaten und mit dem guten alten Aufdecker Günter Wallraff fährt RTL gut. Zumindest das Image wird aufpoliert, der Sender bleibt im Gespräch, das Publikum interessiert sich fürs Aufklärungs-TV jedoch nicht immer über die Maßen.

MORD MIT AUSSICHT: Eine deutsche Serie mit regelmäßig mehr als sechs Millionen Zuschauern. Und das bei starker internationaler Konkurrenz – so etwas kann sich sehen lassen und gibt den TV-Machern vielleicht Mut, mit eigenen Stoffen, gerne aus der Provinz, am Ball zu bleiben.

DANNI LOWINSKI: Nach dem „letzten Bullen“ machte auch die Anwältin für Arme bei Sat.1 die Lichter in ihrer Kanzlei aus. Ausgerechnet mitten in die Diskussion um die Qualität deutscher Serien beendete der Münchner Sender eines seiner Erfolgsformate.

GESCHICHTE IM TV: Die großen historischen Ereignisse im TV im Wohnzimmer? Schwer vereinbar. Ganz nüchtern nach Quoten gemessen haben fast alle Beiträge zum 100. Jahrestag des Ausbruchs vom Ersten Weltkrieg und der 25. Jahrestag des Mauerfalls nicht viel gebracht.

DANIELA KATZENBERGER: Ihr Sternchen verglüht, blonder geht es eh nicht mehr, die aktuelle Staffel hat Vox eine Folge früher beendet. Selbst RTL-II-Langläufer wie „Zuhause im Glück“ haben bessere Karten beim Publikum als „Natürlich schön“ mit der „Katze“.

„ALLE AUF DEN KLEINEN“: Die üppig ausgestattete, überlange RTL-Show mit Oliver Pocher ist zu Ende. Wieder einmal hat sich erwiesen: Der kleine Komiker aus Hannover ist gut für kurze Einsätze, trägt aber kaum eine abendfüllende Show. [Carsten Rave/kh]

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2 Kommentare im Forum

  1. AW: TV-Jahr 2014: Rekord-Quoten und der schleichende Tod der Show Jeder hält etwas anderes für wichtig. Unmöglich, da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen!
  2. Wenn ich sehe das die Quoten von "DANNI LOWINSKI" im Keller waren dann war es wohl nicht so schlecht das die Serie beendet wurde, das Praktisch nichts neues mehr kommt ist schade. Und bei den ganzen Shows ja was werden die Zuschauer auch vergrault. Man muss sich doch nur mal die Quoten anschauen wie Wipeout oder Fort Boyard bei ihren Ersten Sendungen hatten. Das danach die Quoten in den Keller fielen dürfte nicht nur daran liegen das die Zuschauer keine Shows mehr sehen wollen, sondern das die Qualität mittlerweile oft Miserabel ist. Wenn ich denke das der Kommentator von Wipeout so genervt hat das ich keine 10 Minuten durchgehalten habe, obwohl mir die Show ansonsten gefallen hat, aber ein ständiges lustig machen über den Kandidaten war völlig inakzeptabel. Oder Fort Boyard das mitten im Spiel plötzlich Interviews gezeigt hat die Teilweise die Ergebnisse vorweg genommen haben führte sehr schnell zu Langeweile. Das es bei Shows wie das Familien Duell seit langem keine mehr mit normalen Menschen gibt sondern nur noch Promi Ausgaben ist auch ziemlich bezeichnend. Wobei ich sagen muss der WDR hat mit der Neuauflage von Geld oder Liebe durchaus ein gewisses Händchen Bewiesen klar ohne Jürgen von der Lippe waren die Quoten nicht mehr so gut, aber hoffentlich noch gut genug das es da evtl. eine Fortsetzung gibt (vielleicht so 6 Ausgaben pro Jahr)
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