Und ewig wacht das „Großstadtrevier“: 25. Jubiläum

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Seit 25 Jahren ermitteln die Polizisten vom ARD-„Großstadtrevier“ nun schon am Vorabend. Ein Publikumserfolg – und mit dem Start der 25. Staffel auch das Flaggschiff der ARD-Reihe „Heiter bis tödlich“ mit neuen Regionalkrimis nach Revier-Vorbild.

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Ganz klar, Jan Fedder ist der Star. Doch der 56-Jährige selbst sieht das anders: „Wahrer Star im „Großstadtrevier“ ist Hamburg.“ Ein Traum-Hamburg, das man so 1:1 auf keiner Stadtkarte findet. Wozu auch? Der Dauerbrenner aller ARD-Serien hatte immer schon seinen Märchen-Touch. Gerade das macht ihn so haltbar – schon 25 Jahre lang. ARD-Vorabend-Koordinator Frank Beckmann schwärmt: „Man denke, eine ganz Generation ist mit dem ‚Großstadtrevier‘ praktisch groß geworden.“ Die Jubiläumsstaffel startet an diesem Montag um 18.50 Uhr.

Am Anfang stand TV-Krimi-Altvater und Polizeifreund Jürgen Roland: „Der Polizist auf der Straße hat für eine Entscheidung manchmal zwei Sekunden, wofür der Richter zwei Monate hat.“ Von diesen Mühen und Konflikten, aber auch von den kleinen Freuden und Triumphen dieser Beamten sollte die Serie erzählen, von Menschen wie du und ich, die nun mal Polizisten sind, damals noch in der von Roland verabscheuten grünen, inzwischen zeitgemäß blauen Uniform. Und der Serientitel müsste jetzt eigentlich „Großstadtkommissariat“ lauten. Denn das Revier ist längst zum Kommissariat avanciert, mit einer Frau – Saskia Fischer als gouvernantenhafte Zuchtmeisterin Frau Küppers – an der Spitze.

Das regt keinen mehr auf. Im Startjahr 1986 war es jedoch noch ein Hingucker, als gleich in der allerersten Folge unter dem Titel „Mensch, der Bulle ist eine Frau“ eine Neue auf dem Revier eingeführt wurde, Mareike Carrière als Ellen Wegner. Dieser Coup wurde 1992 noch getoppt, als ein weiterer Neuer in das Revier einbrach – im Hawaii-Hemd mit großer Klappe und breitestem Kiez-Slang. Es war kein Geringerer als Jan Fedder in seiner Rolle des Dirk Matthies, einer, dem man sich gut auch auf der anderen Seite des Gesetzes vorstellen konnte, und genau das, meint Fedder selbst, macht einen wichtigen Teil des Dirk-Erfolgs aus.

Dirk muss Dirk bleiben, immer großschnäuzig, warmherzig, jederzeit bereit, Kopf und Kragen zu riskieren. Anderes funktioniert nicht. Versuche, ihn mit Rücksicht auf die Jahre und den nicht allerbesten Gesundheitszustand seines Darstellers dezent aus allzu hektischer Aktion herauszuziehen und ihn nunmehr hinter dem Schreibtisch als neuen Revierchef zu präsentieren, gingen ziemlich schief. Dirk gehört nun mal auf den Bock seines Streifenwagens, bei wechselnden Partnerinnen.

Gleich die erste, Ellen Wegner, hatte ihren tödlichen Abgang, und die Doppelfolge um ihren Tod hatte 1994 die höchste Quote in der „Großstadtrevier“-Geschichte. Sonst wird in der Serie eher selten gestorben, und auch mit Brutalitäten hält man sich zurück.

Manchmal, wie 1992 in der 7. Staffel, durfte etwas kältere Luft wehen, als Skinheads in die heile Serienwelt einbrachen, und das erregte prompt einiges Aufsehen. Doch insgesamt soll die Serie einen geruhsamen Feierabend einläuten, mit dem Start der 25. Staffel an diesem Montag in besonderer Funktion.

Ab da ist das montägliche „Großstadtrevier“ das Flaggschiff der „Heiter bis tödlich“-Reihe, mit deren fünf neu geschaffenen Krimi-Serien die ARD endlich die bitterharte Nuss des ARD-Vorabendangebots quotenträchtig knacken will. Und ein Neuer ist in dieser 25. Staffel auch dabei, der Däne Mads Hjulmans als Mads Thomsen – jung, hübsch, mit kleinem Geheimnis dabei, das allerdings bald gelüftet wird. Der ranke Jung-Mann ist quasi auf der Flucht vor all seinen Frauengeschichten im heimatlichen Kopenhagen. Was schon mal „Großstadtrevier“-Veteranin Maria Ketikidou als immer etwas unglücklich verliebte Harry wahnsinnig aufregend findet. [dpa]

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