„Wild Island“: Neues „Dschungelcamp“ oder „Newtopia“?

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Am gestrigen Sonntagabend lief die erste Folge von „Wild Island“, dem neuen Survival-Abenteuer auf ProSieben. Die Quoten zum Start waren gut, doch die Frage bleibt: Wird „Wild Island“ das neue „Dschungelcamp“ oder doch eher der nächste „Newtopia“-Absturz?

„Wild Island“, die neue Reality-Show von ProSieben, feierte am gestrigen Sonntagabend ihre Premiere. Gleich zu Beginn wird vollmundig verkündet: „Es ist kein Spiel. Es gibt keine Regeln, keine Sieger, keine Verlierer.“

14 Kandidaten müssen auf dem „Wild Island“, einer kleinen Insel vor Panama, vier Wochen lang „ums Überleben kämpfen“. Allerdings findet das alles ohne die im Reality-TV üblichen „Challenges“ oder diversen Aufgaben statt, auch Nominierungen, wie beim TV-Experiment „Newtopia“, gibt es nicht. Selbst die Kameraleute hat man sich gespart, sodass „Wild Island“ eine ziemlich maue Angelegenheit ist, bei der nicht wirklich Abenteuerstimmung aufkommt.
 
Was Authentizität bringen soll, wirkt eher wie eine deutlich schlechtere Version des „Dschungelcamps“. Mit dem Survival-Experten gibt es quasi auch eine Art Dr. Bob, der den Kandidaten erklärt, welche Gefahren auf der Insel lauern und welche Tiere tödlich sein können. Spätestens beim Schnitt und den Off-Kommentaren wandelt sich das Survival-Format von einer Doku zu einer Unterhaltungssendung. Nur leider passiert nicht viel Unterhaltendes. Da die Teilnehmer sich selbst filmen müssen, kommt außer wackeligen Aufnahmen der Handkameras nur Material heraus, das eher an „Blair Witch Project“ erinnert als an vorherige Formate, wie „Expedition Robinson“ oder „Survivor“ oder selbst „Adam sucht Eva“, anknüpft.
 
Offenbar hofften aber doch einige Zuschauer auf eine Art besseres „Newtopia“, denn ProSieben erzielte am späten Abend in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 17,9 Prozent Marktanteil. In der jungen Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen konnten sogar hervorragende 29,6 Prozent erreicht werden. Hauptsächlich gab es für die Zuschauer allerdings nur die Suche nach Wasser und das Erschlagen von Mücken zu sehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Dramatik am heutigen Montagabend ab 22.10 Uhr steigern kann, wenn wieder eine Auswertung des Materials der Kandidaten erfolgt, was in der Dropbox gelandet ist.
 
So oder so ist fraglich, ob das Konzept der Show funktionieren wird, da niemand wirklich in Gefahr ist, keine Challenges warten und einfach bekannte Klischees unter den Kandidaten erfüllt werden. Man wird sehen, wie sich das Interesse an „Wild Island“ entwickeln wird, jedoch ist davon auszugehen, dass es kein zweites „Dschungelcamp“ sein wird. Zudem ist das Vertrauen ins Reality-TV seit dem Desaster von Sat.1′ „Newopia“ nahezu gänzlich verloren gegangen, da wohl kaum ein Zuschauer noch glaubt, dass solche Sendungen ohne Einfluss von außen stattfinden. [am]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

7 Kommentare im Forum

  1. Hoffentlich vergisst Pro7 nicht die Leute von der Insel zurück zu holen, im Falle einer frühzeitigen Einstellung des Formates.
  2. Dschungelcamp, Newtopia... will hier etwa jemand behaupten eines von beidem währe besser als das andere? Der Vorteil für die TV Sender ist: das Niveau kann nicht tiefer sinken. Das lustige an Formaten wie Newtopia ist nur, dass man selbst ein solches Format so umsetzen kann, dass sich keine Idioten mehr finden die das ansehen. Zum Glück gibt es noch PayTV. Währe man auf die Privatsender angewiesen könnte man ja gleich den Fernseher abschaffen.
  3. Wahrscheinlich finden sich da wohl immer noch genug die sich so etwas ansehen sonst würde man gar nicht erst auf solche Ideen kommen , oder sind die Programmgestalterschon so tief gesunken das ihnen gar nichts anderes mehr einfällt.:LOL:
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