Xenophobie nur mangelndes Selbstwertgefühl? Precht fragt nach

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Anfang Dezember will Richard David Precht im Gespräch mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow herausfinden, woher die Fremdenangst in Europa kommt.

Überall in Europa feiern nationalistische Parteien Wahlerfolge und immer mit dem Thema „Überfremdung“. Doch woher kommt die Angst vor dem Fremden? Von seinem Gast, dem Schriftsteller Ilija Trojanow, möchte Richard David Precht wissen: Ist die Angst vor dem Fremden legitim oder nur Ausdruck von Vorurteilen und mangelndem Selbstwertgefühl?

Ilija Trojanow, der selbst als Kind mit seinen Eltern aus Bulgarien floh, hinterfragt ganz grundsätzlich die Selbstverständlichkeit von sesshaften Kulturen. Nomadentum und das ständige Zusammenfließen der Kulturen, so der Schriftsteller, bestimmen und bereichern seit jeher unsere Gesellschaften. Die Sorge um die Leitkultur des christlichen Abendlandes sei daher keine Rückbesinnung, sondern entspringe vornehmlich der Angst vor den Folgen des Kapitalismus und der Globalisierung.
 
Menschen bewerten andere Menschen nicht gleich, sondern empfinden starke Unterschiede zwischen eigen und fremd, zugehörig und nicht zugehörig. Ist die Angst vor dem Fremden also ganz natürlich? Und was sagt Fremdenfeindlichkeit letztendlich über unser Verhältnis zum Eigenen aus? Wer sich des Eigenen sicher ist, der sollte doch eigentlich selbstbewusst auf das Fremde zugehen können, meint Precht. Ist die tatsächliche Ursache von Fremdenfeindlichkeit am Ende eigentlich ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst?
 
Es scheint so, meint Precht, dass kulturelle Durchmischung vor allem dann akzeptiert und sogar gewünscht sei, wenn sie sich auf Wissenschaft, Musik, Literatur, Film oder Kulinarisches beziehe. Erst wenn eine Gesellschaft tatsächlich mit Zuwanderern konfrontiert wird, scheint es mit der Toleranz gegenüber dem Fremden rasch vorbei zu sein. Welche Verantwortung trägt die Politik in diesem Konflikt? 
 
Precht und Trojanow diskutieren darüber, ob eine Obergrenze für Zuwanderung wirklich eine Lösung ist. Vielleicht, so fragt Precht, diene die derzeitige Afrikapolitik Angela Merkels und Emmanuel Macrons am Ende nur dazu, die Grenze für Flüchtende weit hinter das Mittelmeer zu verschieben?
 
Die Sendung „Precht“ läuft am Sonntag, den 3. Dezember 2017 um 23.00 Uhr im ZDF. [tk]

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5 Kommentare im Forum

  1. Xenophobie ist ein Wort das mittlerweile falsch gebraucht wird, denn Xenophobie würde bedeuten das man generell Angst for Mensch aus anderen Ländern hat. Und die Angst vor Norwegischen Informatikern, Kanadischen Austauschstudenten und Chinesischen Touristen hält sich dann bei den meisten Bürgern doch sehr in Grenzen. Die Angst beschränkt sich ja meist auf die Massenzuwanderung von Muslimen aus stark islamisch geprägten Ländern.
  2. Ich finde die Sendungen/Vorträge von Herrn Precht immer interessant, weil er immer "Aktuell" informiert ist. Von solchen Leuten könnte Deutschland mehr gebrauchen, weil Deutschland Veränderungen braucht für die Zukunft. Gerade in der Wirtschaft/Arbeitsmarkt müssen neue Ideen her, um die Gesellschaft nicht noch weiter zu teilen. Aber "Wir" bekommen noch niemals mehr eine Regierung "hingestellt", weil das Volk "Schlecht" gewählt hat.
  3. Hört sich halt schlau an, wenn man ein Fremdwort benutzt, geht aber oft nach hinten los! Der User [USER=20779]@Fragensteller[/USER] benutzt den Begriff ebenfalls völlig falsch, obwohl er so schlau sein möchte:ROFLMAO::LOL:
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