„ZAPP Spezial“: Was nun, ARD? Der Fall Schlesinger und die Folgen

6
661
Zapp Moderation
© NDR/Thorsten Jander
Anzeige

Die Vorwürfe gegen Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und ihren Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf haben die ARD erschüttert (DIGITAL FERNSEHEN berichtete mehrfach). Wie konnte es dazu kommen, dass fragwürdige Beraterverträge, dienstlich abgerechnete Abendessen in der Privatwohnung und eine luxuriöse Büro-Ausstattung offenbar weder im RBB selbst noch in den Aufsichtsgremien auffielen?

Anzeige

„ZAPP“ berichtet in einer Sondersendung über den Fall Schlesinger und seine schmerzhafte Aufarbeitung: Vor allem bei den Mitarbeitenden des RBB sitzt der Frust nach den Sparrunden der vergangenen Jahre tief, das zeigt eine Reportage aus dem Innern des Senders. In einer dreistündigen Generalversammlung wurde der Rücktritt der gesamten Geschäftsleitung gefordert, wie aus einem Mitschnitt hervorgeht, der „ZAPP“ vorliegt.

In beispielloser Klarheit haben RBB-Journalistinnen und Journalisten ihre eigenen Chefs im Programm ins Verhör genommen, nachdem wochenlang vor allem die Redaktion des Business Insider immer neue Vorwürfe veröffentlicht hatte. Chefredakteur Kayhan Özgenc berichtet bei „ZAPP“ von der Recherche und der fragwürdigen Nähe zwischen Schlesinger und ihrem Verwaltungsratschef Wolf.

„ZAPP Spezial“ verfolgt den Fall Schlesinger bis zurück zum NDR

Im NDR war Patricia Schlesinger lange Leiterin des Programmbereichs Kultur. „ZAPP“ fragt NDR Sprecherin Barbara Jung, welche Vorgänge nun noch einmal genau untersucht werden – und mit welchem Ergebnis.

Interims-ARD-Chef Tom Buhrow hat unterdessen angekündigt, die Ausstattung der Aufsichtsgremien zu überprüfen. Aber wie können die Rundfunkräte und Verwaltungsräte in die Lage versetzt werden, die mächtigen Senderspitzen effektiv zu kontrollieren? Darüber spricht „ZAPP“ am Mittwoch, 17. August, 23.15 Uhr, im NDR Fernsehen mit Prof. Wolfgang Schulz, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung sowie mit dem Medienjournalisten und Vorsitzenden des DJV Brandenburg-Berlin, Steffen Grimberg.

Auch RBB sendet am Mittwoch ein „Spezial“

Das rbb Fernsehen sendet am Mittwoch, 17. August, um 22.15 Uhr das 45-minütige RBB24 spezial „RBB-Krise: Ist unser Rundfunk reformfähig?“

Die Affäre um die ehemalige rbb-Intendantin Patricia Schlesinger befeuert die viel weitreichendere Debatte um die Notwendigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dessen Strukturen und dessen Kontrolle aufs Neue. Unter der Gesprächsführung von Volker Wieprecht diskutieren vier Gäste aus der Medienwelt die Frage „rbb-Krise: Ist unser Rundfunk reformfähig?“

Es debattieren: Hagen Brandstäter (geschäftsführender RBB-Intendant), Joachim Goll (rbb-Redakteur, Mitglied des „Teams-Recherche“ zur Aufklärung der Vorgänge), Ulf Poschardt (Chefredakteur Welt/N24) und Bettina Schmieding (Medienredakteurin beim Deutschlandfunk).

Mit Material des NDR und rbb24

Bildquelle:

  • zapp: NDR/Thorsten Jander
Anzeige

6 Kommentare im Forum

  1. Kurz und knapp: Meine Oma hat immer gesagt, eine Krähe hackt der Anderen kein Auge aus. Und dem Opa seine Meinung war, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Gilt heute noch.
  2. Weil eine ARD-Anstalt über Missstände in einer anderen ARD-Anstalt berichtet? Wie verwerflich! Was hättest du geschrieben, wenn das NDR-Medienmagazin nichts berichtet hätte? Bzw. musst du dazu noch andere fragen?
  3. In 14 Tagen wenn sich das Zahlvolk beruhigt hat, ist das Thema Schlesinger komplett durch und man wird über eine neue Beitragsanhebung sprechen müssen.
Alle Kommentare 6 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum